Die Gesichter der Welt

Schon oft hat man mich nach den Unterscheidungsmerkmalen von Asiaten gefragt und ob es die überhaupt gibt. Für Europäer ist es schwer aisatische Gesichter zu erkennen. Dabei kann das so einfach sein! Als kleiner Tipp für Ratewillige sei noch gesagt, dass es den typischen Asiaten nicht gibt. Wie hilft das der Frage weiter?

Ich, als geborene Expertin für Japan und Japaner, bin zu einer umfassenden Aufklärung natürlich prädestiniert. Einmal mehr erklärt Frau Dr. Landar Japan und Japaner. Und China und Korea gleich mit. Nur Thais sehen dann doch etwas anders aus. Es sei denn, dass es dort lebende Chinesen sind. Alles klar?

Was unterscheidet nun den typischen Japaner vom Koreaner und was macht einen Chinesen aus? Ist die Hautfarbe anders, die Nasenform? Sind es noch schmalere Augen, noch höhere Wangenknochen? Von sogenannten Experten wird behauptet, dass Japaner am kleinsten sind. Unsere Hautfarbe sei heller und unsere Augen runder. Aber dieses Gerücht stammt vermutlich aus der Manga-Ecke. Da gibt es Kulleraugen zuhauf.

Koreaner sind angeblich alle dünn und groß. Und die Augen sind ganz schmal. Vermutlich weil sie stets übers Meer blicken, ob nicht Japans Flotte wieder kommt. Chinesen wird eine „gelbliche“ Hautfarbe angedichtet. Im Westen spricht man gern von der „gelben Gefahr.“ Dabei ist auch das nur Blödsinn pur.

Was ist nun Wahrheit und was Legende? Und essen alle Deutschen wirklich Sauerkraut? Tragen die Franzosen alle noch Schnauzer und sind Italiener alle 1 Meter 50 groß? All das ist so großer Quatsch, wie die Legenden über Asien. Aber das habt ihr bestimmt alles schon gewusst.

Speziell in China gibt es eine ganze Reihe verschiedener Völker, die sich durchaus unterscheiden. Und auch in Japan gibt es Unterschiede. So, wie in Deutschland auch. Und warum sollte es in Korea anders sein? Kleidung, Sprache und Frisuren können die Unterschiede viel deutlicher machen, als es Gesichter tun.

Ich für mein Teil kann Unterschiede durchaus erkennen. Aber auch völlig daneben liegen. Wie bei einer in Japan lebenden Koreanerin, die chinesische Wurzeln hat. Aber sie spricht die drei Sprachen fließend. Und das ist voll gemein! Die Gesichter der Welt unterscheiden sich durchaus. Aber letztlich sind alle Menschen Brüder. Oder Schwestern, weil mir die weibliche Form einfach besser gefällt. Aber auch das habt ihr schon gewusst.

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41 Kommentare zu “Die Gesichter der Welt

  1. …und ich dachte, Japaner hätten alle riesige Augen, winzige Nasen und bunte Haare. Ach ja, und sie können sich in Superkämpfer verwandeln und reiten alle auf Robotern zur Arbeit, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, riesige Monster zu bekämpfen 😛

  2. Ach ja, das interessante Phänomen der „Rassenblindheit“ (sicher gibt es da auch einen wissenschaftlichen Ausdruck für, aber den weiß ich grad nicht). Zusätzlich zu meiner allgemeinen Gesichtserkennungsschwäche macht mich Weißbrot das im internationalen Kontext wohl zu einer ziemlich unbrauchbaren Beobachterin/Zeugin, selbst bei (Mittel)Europäern: Wehe, da haben 2 eine ähnliche Haarfarbe/Frisur! 😀

    • Vor allem junge Koreaner, wie auch Japaner haben oft die gleichen schrillen Frisuren. Da kannst du wirklich nur an der Sprache erkennen, wer aus welchem Land stammt. Für Asiaten sehen die meisten Europäer auch gleich aus. Leben sie aber lange hier, so wird das schnell besser. Nur für mich, als Super-Saiyajin gibt es ein Nichterkennen natürlich nicht. 😀 Gelle Molllyein, du bist doch Südschwedin. Oder? 😛

  3. Alle Menschenkinder sind Brüder und Schwestern. Das wissen wir und dürfen dennoch nicht vergessen darauf hinzuweisen. Danke, Du Regenbogenschwester mein, daß Du es immer wieder tust. Alles Liebe, Deine Käthe.

  4. Bei manchem Chinesen kann ich ganz gut tippen: Haarschnitt, Kleidung, Schuhe – Ach, aber mit zunehmender Globalisierung verwischen sich die Unterschiede. Und dann ist es gerade bei Chinesinnen in, sich Augen oder Nase operieren zu lassen. Was soll man da noch erkennen? Ich freue mich einfach an der Vielfalt der Menschen. Schöner Artikel! LG Ulrike

  5. Ja, so ist das. Selbstverständlich sehen alle Menschen aus einem Land gleich aus und es ist auch niemals irgendjemand in irgendein anderes Land ausgewandert. ^^ Im Durchschnitt gibt es da natürlich Tendenzen, aber darauf basierend sollte man nun wirklich nicht rumrätseln.
    Sehr spannend finde ich aber das Phänomen, dass man sich scheinbar wirklich an „neue“ oder „exotische“ Gesichtszüge gewöhnen muss, um die Unterschiede zwischen Japanerin 1 und Japanerin 2 zu erkennen. Oder eben zwischen Euopäerin 1 und Europäerin 2. Man muss sich also nur oft genug dem „Exotischen“ aussetzen und schon sieht das alles nicht mehr gleich aus. 🙂

    • Obwohl das politische Verhältnis Korea – Japan wieder eisiger ist, sehen das normale Menschen anders. Es gibt rege Besuche von beiden Seiten und viele Freundschaften. Eine Gruppe junger Koreaner und Japaner wirst du nicht eindeutig zuordnen können, wenn sie auch noch die jeweils andere Sprache sprechen. Das gilt vor allem für die halbe Million Koreaner, die dauerhaft in Japan leben. Zwar haben die keine japanische Staatsangehörigkeit, sind aber trotzdem Japaner.

      Regional gibt es in China, Korea und Japan durchaus große Unterschiede. Diese Menschen erkennst du auch sofort. Also ich zumindest, Europäer werden da schon wieder passen 😉

  6. *kicher`* Ich habe mir immer eingebildet, dass ich völlig problemlos und mehr oder weniger auf den ersten Blick Japaner und Chinesen unterscheiden könnte. Tja, bis ich eine Chinareise machte und mir selber gestehen musste, dass unmöglich sooooo viele Japaner in China leben konnten 😀

  7. Ja, wir haben das gewusst, aber nichtsdestotrotz gern bei dir noch einmal nachgelesen 🙂 Und nebenbei – ein freundliches Gesicht ist immer auch ein schönes Gesicht, egal welcher Herkunft es ist.
    Liebe Montagabendgrüße von
    Marlis

  8. Ich habe noch einen ganz aktuellen Beitrag zu diesem Thema.
    Die meisten von Euch kennen bestimmt das Lied „Drei Chinesen mit nem Kontrabass“….heute kam meine Freundin lachend nach Hause und erzählte, dass sie eben in der Kölner Straßenbahn einen Chinesen mit einem Kontrabass gesehen hätte. Im nächsten Satz erwähnte sie allerdings, dass es auch ein anderer Asiat hätte sein können. 😉

  9. Echt ein schöner Text! Und…ich esse wirklich gerne Sauerkraut! 😉 Mit meinem Kommentar meinte ich eigentlich Kulturelles oder was in Japan entstand. 🙂 Eine Aufzählung schicke ich dir gleich mal zu, was ich mit Japan verbinde. Aber du hast Recht Japan ist mehr als das, was ich damit verbinde. 😉

    • Die kulturellen Unterschiede sind vorhanden. Wobei Japan natürlich viel von China übernommen hat und das in den Jahrhunderten der Abgeschiedenheit veränderte. Für Europäer ist es aber meist unmöglich vom Aussehen auf die Nationalität zu schließen. Ich habe mir schon den Spaß gemacht und auf die Frage „Kommen Sie aus China?“ freundlich genickt. Leider spreche ich nur wenige Worte Mandarin.

      • Ich habe gemerkt, dass eine Auflistung zu lange werden würde. 🙂 Ähm, falls ich jetzt Unfug von mir gebe, kannst du das ja revidieren. Yi Man glaubt, dass Japaner ausgewanderte Chinesen seien. Stimmt das? Du bist immer zum Scherzen aufgelegt, was!?! 😉 Ich bin so gutgläubig, dass ich dir wahrscheinlich dauernd auf den Leim gehen würde. Ach ja, Yi Man spricht auch kein Mandarin, da sie Kantonesin ist.

      • Japaner sind keine ausgewanderten Chinesen. Das ist Propaganda, die vom politischen China verbreitet wird. Es wird vermutet, was wissenschaftliche Untersuchungen belegen sollen, dass sich die aus Korea stammenden Yayoi mit vermutlich aus Polynesien stammenden Ureinwohnern mischten. Im Endeffekt, dazu später mehr, sind Japaner, Koreaner, Chinesen eine große Familie, die sich äußerlich nicht, oder kaum unterscheiden. Ausnahmen sind letzte Reste der Ureinwohner, die Ainu.

        Ich mag feine Ironie und doppeldeutige Worte, was leider oft falsch verstanden wird. Wer aber schnell beleidigt ist, dem kann ich auch nicht helfen.

      • Die Unterschiede stellen sich meist durch Kleidung und Frisuren dar. Und selbst da verschwimmen die Grenzen. Wir haben in Japan eine koreanische Minderheit, die du noch nicht einmal mehr an der Sprache von Japanern unterscheiden kannst. Ausnahmen mögen regionaler Natur sein. Oder wenn sich prominente Chinesen Augen und Nase operieren lassen. Und es ist ziemlich klar, dass du im Düsseldorfer Klein Tokio wenig ChinesInnen triffst 😉

      • Dann bist du ja doch auch ne Koreanerin. Sorry, ich habe nie etwas gegen Korea gesagt. 😉 Und du scheinst auch echt gute geschichtliche Grundkenntnisse zu haben. 🙂

      • Korea hieß damals nicht Korea. Und ich habe einen deutschen Pass. 😛 Außerdem haben die armen Koreaner lange zu Japan gehört, was sie uns nie verzeihen. Die Jugend hat keine Probleme miteinander, aber viele Ältere hegen noch einen gewissen Groll. Die Geschichte Japans, Koreas und Chinas ist sehr eng verflochten und wird leider immer noch zu sehr an der Zeit des Zweiten Weltkrieges gemessen. Da waren meine Leute nicht sehr nett zu ihren Brudervölkern.
        Japan ist meine Heimat, irgendwie verständlich sich für die eigene Geschichte zu interessieren.

      • Durch mein Studium habe ich mal in Klein Tokio gelebt. Das ist ne schöne Stadt! 🙂 Das dürfte ich als gebürtige Kölnerin eigentlich gar nicht sagen. 😉 Ho’s Supermarkt ist da viel größer, allgemein gibt es mehr asiatische Läden und die Sushi Restaurants sind auch tausendmal besser. Die buddhistische Tempelanlage gefällt mir auch sehr gut!

      • Ich verrate dir was, ich finde Köln auch toll! Und das darf ich als Düsseldorferin auch nicht sagen 😀
        Diese kleinen Streitereien finde ich total lustig. Aber im Endeffekt ist das doch nur alles Spaß.

      • Beide Städte haben auf jeden Fall ihre Vor- und Nachteile. 🙂 Und noch zu deinen geschichtlichen Grundkenntnissen: Ich kenne viele Deutsche, die keine Ahnung von ihrer regionalen Geschichte haben. 😉 Du scheinst auf jeden Fall eine große Interessenvielfalt zu besitzen.

      • Wie geil, du bist so schlagfertig! 🙂 Das hat mich jetzt echt zum Lachen gebracht. Natürlich war ich beim Rosenmontagszug in Köln und habe ausgenutzt, dass viel weniger Leute als sonst am Straßenrand standen. 😉

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