Was Frauen wirklich wollen!

Was Frauen wollen, das wollen vor allem die Männer wissen. Genau das hat sich vermutlich auch der Chef von Antenne Sex gedacht. Der Sender hat den Verlust seines Star Reporters überstanden und diesmal eine Frau ins Rennen geschickt. Oder besser zum Interview mit mir, der weltbekannten Sexologin.
Ich sehe mir das Mädel an. Bestrumpfte Beine, aber schlecht rasiert. So bekommt die keinen Mann. Und auch Lesben stehen nicht auf Haare.
Wasserblaue Augen mit Schlafzimmerblick, die Bluse ist zu weit aufgeknöpft. Innerlich muss ich grinsen. Sommersprossen und Stupsnase erinnern mich an Pippi Langstrumpf. Und rote Haare hat sie auch.
„Mein Name ist Heike Huhn“, stellt sich das Mäuschen mit piepsiger Stimme vor. „Und ich bin Ihre Reporterin.“
„Angenehm, Landar“, sage ich und dehne meine Waden. „Und wie ich sehe, haben Sie auch den roten Hahn dabei.“
Sie errötet sanft und ich frage mich, Ob sie auch sonst nichts anbrennen lässt.

Umständlich kramt die Aushilfs-Pippi in einer viel zu großen Handtasche und sucht nach einem Taschentuch, mit dem sie ihre Brille putzt.
„Wissen Sie, Frau Dr. Landar“, fängt sie noch umständlicher an, „wir von Antenne Sex haben uns gedacht, dass wir eine Reportage über Frauen machen. Also darüber, was Frauen wirklich wollen!“
„Was wollen Sie denn?“, spiele ich ihr den Ball zurück. „Erzählen Sie doch mal, was Sie vom Leben so erwarten.“
Pippi wird abwechselnd rot und blass.
„Also eigentlich wollte ich Sie …“
„Papperlapapp!“, unterbreche ich sie sofort. „Sie sind Frau, Sie sagen mir jetzt sofort was SIE wollen!“
„Schokolade wäre jetzt nicht schlecht“, gibt sie verschämt zurück. „Und einen tollen Mann.“
Für manche Menschen kann das Leben einfach sein.

Pippi ist also unverheiratet, das ist nun klar. Und vermutlich auch unbemannt, kein Wunder bei dem beinigen Haar.
„Weiter“, fordere ich sie lächelnd auf. „Das kann doch kaum alles gewesen sein.“
„Kinder hätte ich gern“, flüstert sie fast verschämt. „Eine kleine Familie, ein eigenes Haus.“
Im Westen nichts Neues, fällt mir dazu sein. Das Mädel ist unbedarft, aber durchaus hübsch.
„Und wie sie es mit Geld aus?“, möchte ich wissen. „Sind Sie zufrieden mit Ihrem Gehalt?“
Pippi schüttelt sofort das rostrote Köpfchen. Die Wangen werden rosig, die Mähne fliegt.
Die Frau hat ein Problem, das wird schnell klar.

„Mein Chef zahlt noch nicht einmal Tarif“, verkündet sie. „Und unbezahlte Überstunden sind Pflicht in dieser Branche.“
„Sie suchen also einen reichen Mann, der für Ihr Leben sorgt“, stelle ich fest. „Ist das wirklich alles, was Sie wollen?“
Pippis Köpfchen wird noch rosiger, tief verlegen schaut sie auf den Boden.
„Liebe“, haucht sie. „Eigentlich suche ich nur Liebe.“
Und die, das wissen wir, ist schwer zu finden.

„Finden Sie sich hübsch?“, frage ich direkt und beuge mich zu ihr vor.
Ich kenne die Antwort, aber ich will sie von ihr persönlich hören.
„Nein“, sagt sie erwartungsgemäß. „Ich finde mich nicht besonders schön.“
„Was ist mit Sex?“, bohre ich ungerührt weiter. „Haben Sie den wenigstens ab und an? Und welchen Stellenwert nimmt er ein. Das möchte ich nun wissen.“
„Also ja“, stottert sie, „Sex … Nein, mit Männern habe ich kein Glück.“
Ich stutze. Mein Gaydar irrt nie. Sollte Pippi doch eine verkappte Lesbe sein?

Das will ich nun genauer wissen und schenke ihr einen heißen Blick.
„Hatten Sie schon einmal Sex mit Frau?“ will ich wissen und schaue sie intensiv an.
„Aber nein ich … ja … also nein. Ach, das ist kompliziert!“, lässt Pippi stotternd verlauten. „Wissen Sie Frau Dr. Landar ich habe da so meine Fantasien.“
Ich setze mich neben die Aushilfspippi und streiche ihr sanft übers hübsche Gesicht.
„Erzähl mir davon meine Süße“, flüstere ich ihr ins hübsche Ohr. „Vielleicht kann ich dir ja helfen.“
Und Pippi redet sich um Kopf und Kragen. Ich, die Sexologin, läge ihr im Magen, sagt sie mir. Und in ihr kleines Herz habe sie mich geschlossen.
Na wenn die Frau mich will, wie wunderbar!

„Dicke, was machst du?“, reißt mich Yukis liebliche Stimme aus meinen Gedanken.
„Pippi Langstrumpf lesen“, erwidere ich wahrheitsgemäß.
„Ach ja, die Pippi sagt Yuki und setzt sich mit roter Perücke und viel zu weit aufgeknöpfter Bluse neben mich. Nur Haare an den Beinen hat sie keine. Und die auf den Zähnen zählen nicht.
„Eine Frau wie Pippi ist doch genau das, was wir alle wollen. „Aber zum Glück habe ich ja dich. Wollen wir dann los?“
Mich hat sie für immer. Denn das ist es, was Frau Dr. Landar alias Mayumi wirklich will. Und auf eine Halloween-Party gehen. Nur mein Kostüm verrate ich meinen LeserInnen nicht. Aber ihr dürft dreimal raten.

Die Geschichte ist bis auf den letzten Abschnitt frei erfunden. Sie enstand am letzten Wochenende, als Yuki das Pippi Langstrumpf Outfit anzog und ich ganz verzaubert auf sie wartete. Selbst in meinen Träumen gehe ich nicht fremd. Die kann ich selbst bestimmen. Und da ist immer meine Elfe mittendrin.

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16 Kommentare zu “Was Frauen wirklich wollen!

  1. Einfach Klasse. Ehrlich fast wäre ich dir auf den Leim gegangen, was die Geschichte angeht.
    Super .

    Schöne Grüße

  2. „Selbst in meinen Träumen gehe ich nicht fremd.“ Ha! Aber eine solche Frau ist natürlich vergeben oder lesbisch oder eben beides. Kein Wunder, dass die Selbstmordrate bei Männern deutlich höher ist als bei Frauen und zudem stetig zunimmt 🙂

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