Warum ich (k)ein Mann sein will!

Viele Menschen haben irgendwann in ihrem Leben den Wunsch verspürt, das jeweils andere Geschlecht zu sein.
Auch klein Mayumi hat diesen Satz gesagt, auch ich habe einst mit dem Schicksal gehadert.
Aber in mir brannte nie ein Feuerwerk der Chromosome, ich war nie im Gender-Wahn.
Manche Menschen sehen das anders und werfen mir eine maskuline Ader vor. Dominant sei ich und überheblich. Selbstgerecht, wie die Spezies Mann.
Aber arrogant ist anders, ich bin einfach selbstbewusst.

Ich habe mir einst die Frage gestellt, ob ich ein Mann im Frauenkörper bin. Das kann ich klar verneinen. Transsexualität ist ein sehr komplexes Thema und zugegeben nicht mein Ding. Ich habe Mitgefühl mit diesen Menschen, aber transsexuell war ich nie.
Mein Wunsch Mann zu sein, hat einen anderen Grund gehabt. Es ging mir um Stärke, oder besser um pure (Körper)Kraft. Und vielleicht um Größe.
Aber was hat wahre Größe mit Zentimetern zu tun?
Mit 1 Meter 62 bin ich für deutsche Maße klein. Und auch in Japan wächst die Jugend.
Klein, aber oho!

Diesen Mangel an Körper, habe ich mit Geist ausgeglichen. Und natürlich mit Kung Fu.
Ja ich weiß, hier sollte eigentlich Karate stehen, aber lautmalerisch klang Kung Fu gleich so viel besser.
Für meine Größe, habe ich ein durchaus gesundes Maß an Körperkraft. Natürlich ist das weniger als bei meinem Vater oder Ken.
Aber mit purer Kraft gewinnen auch „meine Männer“ keinen Kampf.
Kraft nutzen immer nur die anderen.

Als kleines Mädchen war ich von Kraft und Stärke fasziniert. Mein Papa war mein erster Held. Aber im Gegensatz zu anderen Frauen, wollte ich nie ein Junge sein.
Zwar habe ich Mayumi in Kanji-Zeichen absichtlich falsch geschrieben und so den altertümlichen „Bogen“ kreiert, aber scharf geschossen habe ich mit Worten.
Das war mein Weg. Und zur Not gabs noch ein hohes Knie. Dann war Mannes Größe auch meist am Boden.
Darfs noch ein Tritt in den Hintern sein?

Ich bin immer gern Frau gewesen und das ist noch immer so. Gut, auf die Regelschmerzen kann ich verzichten, die fand ich schon immer reichlich doof.
Was mich als Kind ärgerte, war eben der Mangel an Körperkraft und das ich manche Dinge nicht so einfach heben konnte.
Aber ich habe immer tapfer mitgeholfen, mein Papa war schon damals stolz auf mich. Was hätte er auch machen sollen, gegen meinen Dickkopf kam selbst er nicht an.
Und diese Sturheit, diese Energie, hat mir letztlich auch den rechten Weg gewiesen. Den weicheren Weg der Frau und nicht die Härte von Mann.
Nutze die Kraft des anderen! Das ist der Weg, das ist der Sieg.

Als junge Frau war ich ein Pulverfass auf zwei (kurzen) Beinen. Und Karate habe ich mit Leidenschaft gemacht.
„Als Mädchen kannst du keinen Mann mit purer Kraft besiegen“, hat mein Vater einst gesagt.
Und das habe ich am Anfang nicht verstanden. Im Gegenteil habe ich nun noch härter trainiert.
Kein Fehler, aber doch der falsche Weg.
Im Lauf der Zeit habe ich immer mehr verstanden. Und wieder war mein Vater ein Meilenstein auf diesem Weg.
Männer können durchaus weise sein.

Immer wieder habe ich Frauen getroffen, die mit ihrem (weiblichen) Schicksal hadern.
„Ach wäre ich doch nur ein Mann!“, höre ich sie sagen,  „dann wäre alles einfach und gut.“
Auf meine Nachfrage war Frau dann oft verblüfft. Sätze wie diese kommen meist unüberlegt und sind lediglich ein Spruch.
„Ich müsste dann nicht ständig für Verhütung sorgen“, hat Frau verkündet. Und auch „Ich bekäme im Monat mehr Geld“, gesagt.
Aber sind das wirklich alle Gründe, will Frau so einfach auf ihren wunderbaren Körper verzichten? Prompt kommt die „Ich bin zu dick!“, Fraktion ins Spiel. Und die „Männer haben tolle Muskeln“, Truppe. Als Lesbe kann ich darüber nur lachen. Wahre Stärke hat nichts mit dicken Muskeln zu tun.

Als ich noch Wettkämpfe bestritt bin ich auf durchaus muskulöse Frauen getroffen. Die waren mir an Körperkraft deutlich überlegen. Doping im Breitensport, Kontrollen gab es nicht.
Hochaggressive Gegnerinnen zu haben, ist kein Zuckerschlecken. Das gilt auch für den noch aggressiveren Mann. Und manchmal wäre es schon toll gewesen über mehr Kraft und mehr Körpergröße zu verfügen. Aber mit Geduld und guter Technik kommt auch eine (kleine) Frau ans Ziel. Verloren haben immer nur die anderen. Verloren hat die pure Körperkraft.

Ein Argument gibt es, das mich nachdenklich macht: als Frau kann ich keine Kinder zeugen.
Aber ist das der Grund ein Mann zu sein? Sind Männer reine Samenspender?
Für Lesben schon und das ist nun nicht abwertend gemeint. Aber wahre Lesben haben keinen Sex mit Mann. Cousin Ken hat kein Problem uns (Yuki) in der Zukunft auszuhelfen. Und Cousin Ken ist mein zweitliebster Mann. Wären alle Männer wie er und mein Vater, die welt sähe für mich weniger feindlich aus.

Viele Menschen haben irgendwann in ihrem Leben den Wunsch verspürt, das jeweils andere Geschlecht zu sein.  Auch klein Mayumi hat diesen Satz gesagt. Aber diese Tage sind vergangen, heute bin ich gerne Frau. Und meine beste Freundin. Das hat schon Diane von Fürstenberg erkannt:

„Wenn eine Frau sich selbst die beste Freundin ist, wird das Leben einfacher.“

Männer, das sind die anderen. Und die haben keine Macht über mich.
Diese Macht hat nur eine gewisse Elfe, die mich vehement vom Schreibtisch zieht.
Bei ihr mag ich kein Mann sein, bei ihr werde ich zur schwachen Frau.

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50 Kommentare zu “Warum ich (k)ein Mann sein will!

  1. Schöner Beitrag! Ich finde ein weiterer Punkt mit dem Frauen umgehen müssen, ist der ständige Druck „schön und jung“ zu sein. Du hast natürlich recht, wenn du sagst, dass man sich selbst finden muss und sich von Außen einfach nicht unter Druck setzen lassen darf. Manchmal ist das allerdings nicht so einfach. Was meinst du?

    Liebe Grüße
    Ulle

    • Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Die Werbung suggeriert den Menschen Jugend. Zahnpastalächeln und flacher Bauch als Lebensziel. Aber wir werden alle älter. Nur steht dann schon die nächste Generation junger Models bereit. Alte Menschen sind dann schnell vergessen.

      Ich habe kein Problem mit meinem Alter. Aber das kannst du am Freitag bei Interesse lesen 😉

  2. Wie schön zu lesen und so gut geschrieben! Ich wollte eigentlich nie ein Mann sein, wollte so leben wie meine Mutter, Hausfrau und Mutter sein und meine Hobbies pflegen. Damals war auch ein Grund, kein Mann sein zu wollen, dass Männer ja Wehrdienst leisten mussten. Auch wenn ich mangels Mann dann doch für meinen Lebensunterhalt selbst sorgen muss, ich bin froh, eine Frau zu sein! Nur beim Reisen kann es als Mann manchmal einfacher sein. LG Ulrike

    • Hausfrau und Mutter wollte ich niemals sein. Dieses Bild hat es nie bei mir gegeben. Mutter im Sinn von eigene Kinder bekommen. Mit Wehrdienst hätte ich kein Problem gehabt, ich bin fitter als die meisten Männer. Natürlich kann ich keine riesigen Lasten tragen. Das hat mich als Mädchen schon geärgert. Aber ich kann Reifen wechseln und auch Kleinigkeiten an Autos schrauben. Und sie noch viel besser fahren. Aber davon in Kürze mehr 😉

      In meinem nächsten Leben werde ich (wieder) Wildkatze. Das passt zu mir. Miau! 😉

  3. Sehr offen, sehr persönlich, sehr klar …

    Ich wollte auch nie ein Mädchen sein und stehe Transvestiten mit Unverständnis gegenüber. Auffälligerweise gibt es dies auch nur in einer Richtung, Mann zu Frau und ist kaum in der umgekehrten Richtung anzutreffen.

    Andererseits ist an dem Thema wohl mehr dran. Eine meiner Töchter, der ich, als sie ca. knapp 4 Jahre alt war, etwas mit den Worten „das darfst du, wenn du groß bist“ untersagte, anwortete: „Wenn ich ein Junge bin?“
    Das hat mir zu denken gegeben. Wo kommt das her, dass sie denkt, wenn sie wächst, wird sie irgendwann ein Junge, warum will sie überhaupt ein Junge werden.

    • Transsexualität hat nichts mit Transvestiten zu tun, lieber Waldstern. Transsexuelle sind wirklich Menschen, die im falschen Körper leben und daher oft schrecklich leiden. Ein sehr prominentes Beispiel ist Balian Buschbaum, der als Yvonne Buschbaum geboren worden ist, eine weltbekannte Hochspringerin war und nun ein vollwertiger Mann geworden ist. Ein Transvestit ist nur ein Mann in Frauenkleidern, der eine Rolle spielt. Transvestitismus ist unabhängig von der sexuellen Orientierung und kommt sowohl unter Heterosexuellen als auch unter Homosexuellen vor.

      Die Aussage deiner Tochter sehe ich als kindlich-naiv an. Das muss dir keine Angst machen. Für Mädchen ist der Vater, Bruder oft der „Held“, den sie lieben und bewundern. Völlig normal, dass sie wie diese(r) sein wollen. 🙂

      • Als Transsexuellenbeispiel wäre auch der in der Immobilienbranche recht bekannte Bundesrichter Jürgen Schmidt-Räntsch zu nennen. Sein/ihr Vorname lautet nun Johanna.

  4. Nee, ich wollte noch nie ein Mann sein. Frau kommt sehr gut durchs Leben. Noch besser, wenn viele Frauen endlich aufhören würden, sich einzureden das schwache Geschlecht zu sein 🙂

    • Du bringst es auf den Punkt, liebe Ella. Ich werde bei meiner Frau gern „schwach“, aber stark sind wir beide. Eigentlich sind das alle Frauen dieser Welt. Nur wissen es viele nicht.

  5. Sehr gut geschrieben und auf jeden Fall ein interessantes Thema.
    Ich für meinen Teil wollte auch nie ein Mann sein, allein die Aussage von Freundinnen hab ich nie verstanden. Ja, vielleicht sind Männer körperlich stärker und das ist für Frauen oft nicht so zu erreichen, aber dennoch fühle ich mich als Frau irgendwie mächtiger.

    • Ich weiß nicht, ob Macht das richtige Wort für Frauen ist. Der Idealzustand wäre ein Miteinander der Geschlechter. Ohne Dominanz und in Harmonie. Aber ich verstehe, was du sagen möchtest. Mir geht es ebenso.

      • Ja, ich habe auch bei dem Wort -macht- gestockt, aber es fiel mir nichts passendes ein.
        Harmonie ist ja immer der große Wunsch von uns Menschen, ich denke, dass es erstens nicht möglich ist und zweitens unser Leben ganz schön langweilig machen würde.
        Machtverhältnisse, Dominanzgehabe und die ständigen Wettkämpfe gehören doch irgendwie zu uns – glaube ich.

      • Ich beschrieb auch nur den Idealzustand. In Wirklichkeit werde ich ja von (m)einer Elfe beherrscht 😉

        Menschen in Gruppen bauen soziale Strukturen auf. Alles schön, alles gut. Ich führe selbst meist Gruppen an, das machte ich schon immer. Aber ohne Gehabe, ohne Willkür und Gewalt. Auch sportliche Wettkämpfe waren als Mädchen noch mein Ding. Was mir bei Dominanz sofort durch den Kopf geht, ist männliche Dominanz Frauen gegenüber. Und damit hatte ich immer ein Problem und Mann dann mit mir.

        Das Leben bietet genug spannende Herausforderungen, die wir locker meistern können. Aber auf faire Art. Das wäre mein Wunsch.

  6. Also nee, ein Mann wollte ich auch nicht sein. Ich bin gerne eine Frau. Und ich bin der Meinung, wenn ich es nur wollte, könnte ich als Frau alles erreichen. Aber manchmal koche ich auch einfach gerne Marmelade ein. 😉

  7. Interessanter Beitrag! Über dieses Thema habe ich in letzter Zeit oft nachgedacht.
    Der einzige Grund, warum ich als Kind/junges Mädchen unbedingt ein Junge sein wollte, war der, dass mir bei sehr evangelikal geprägten Verwandten vermittelt wurde, mit diesem Geschlecht von „Natur“ aus weniger Wert zu haben. Untermauert wurde das mit Zitaten aus der Heiligen Schrift und knochentrockenen Predigten alter Männer, die das Übel der Welt zwischen den Beinen schlechter Frauen finden wollen.
    Aber wer definiert schlechte Frauen? Warum sind schlechte Frauen dafür verantwortlich, dass es schlechte Männer gibt? Zeigt das nicht eher die Armseligkeit der Männer?
    Einen starken Charakter hatte ich schon immer und blinde Gehorsamkeit ist für mich mit einer Lobotomie in Eigenregie vergleichbar. Das kann ich nicht. Wahrscheinlich war ich damit prädestiniert, aus der Schafherde auszubrechen und meinen eigenen Weg zu finden.
    Ich bin ich und das ist eine Frau und das ist gut so 😉 Ich will gar nichts anderes sein, als ich selbst.
    Männer, die der Ansicht sind, mich objektifizieren oder schlecht behandeln zu müssen, tun das bei Gott nicht wegen meiner inneren „Jezebel“ oder „Maria Magdalena“, sondern daran, dass sie ein Problem haben. Und das bin nicht ich.

    • Die Religion wird gern genommen, um Frau zu unterdrücken. Im Namen diverser Götter erhebt sich Mann. Und dass, obwohl die Erde unsere (Große) Mutter ist. In diversen Schriften, werden diese Götter zitiert. Nur hat die kein Gott geschrieben, das waren Menschen ihrer Zeit.

  8. Ich bin gerne eine Frau, etwas anderes wäre mir nie in den Sinn gekommen. Alle Nachteile, die man hat als Frau gegenüber Männern sind ja niocht Folge meines Geschlechts, sondern durch andere Menschen „hausgemacht“!
    Gut, köperlich stärker wäre ich schon gerne. Dafür beneiden viele Männer die Damen um die wunderbare Fähigkeit, ein Kind gebären zu können – man kann nunmal nicht alles haben!
    Auf jeden Fall bin ich heilfroh, nicht transexuell sein zu müssen. Wie fürchterlich muss es sein, als Mann oder Frau im falschen Körper zu stecken!

    • Wir sind was wir sind und das ist alles was wir sind. Und das ist auch gut so. Außerdem sind wir Mädels sowieso viel stärker, als jeder Mann 😉

      Transsexualität ist ein sehr komplexes Thema. Es gibt Lesben, die sehr männlich sind. Aber nur wenige Frauen machen den Schritt zum operierten Penis.

  9. Schöner Text. Ich kenne das auch. In meiner Kindheit wollte ich aus den gleichen Gründen manchmal ein Junge sein … Jetzt bin gerne voll und ganz Frau. Lieben Gruss. Melanie

  10. Ein sehr, sehr schöner Text, der dich in meinen Augen unheimlich sympathisch macht und ehrlich gesagt auch ein bisschen Stolz auf das weibliche Geschlecht weckt.

    Ich selbst habe einige Angewohnheiten, die man normalerweise eher Männern zuordnen würde, zum Beispiel trinke ich unheimlich gerne Bier, interessiere mich für Technik und der Großteil der Leute, mit denen ich gerne zusammen bin, ist männlich, sodass die Tätigkeiten es auch oft sind. Selbst ein Mann sein wollte ich trotzdem nie.
    Mein „Problem“ mit Frauen ist, dass ich sie meisten aus dem Grund „nett, aber mehr auch nicht“ finde, weil es meiner Meinung nach zu viele von diesen „Vorurteils“-Frauen gibt, die furchtbar unsicher sind, viel zu sehr auf ihre Figur fixiert, eine schlechte Meinung von sich haben und Leute wie mich schief ansehen, weil ich in der Lage bin, ihnen zu erklären, wie ein Autozylinder funktioniert.
    Einiges davon habe ich wie du von meinem Vater gelernt, der mir freudig, aber nicht verwundert immer gerne alles erklärt hat, woran ich Interesse gezeigt habe, auch wenn es „eigentlich“ keine Themen für kleine Mädchen waren.
    Gleichzeitig fühle ich mich sehr wohl und weiblich in meinem Körper, gehe wahnsinnig gerne shoppen und bin an den „typisch-weiblichen“ Aktivitäten genauso interessiert wie an meinem Auto. Ich fühle mich selbstbewusst und schön.
    Frauen können alles, was Männer auch können, von roher Kraft einmal abgesehen, und ich bin stolz darauf, eine Frau zu sein, die sich nicht auf die weiblichen Normen begrenzt. Es macht mich selbstständig und stark und obendrein macht es Spaß.

    Ich kann sagen, dass ich froh bin, eine Frau zu sein, und ich möchte um keinen Preis tauschen, auch wenn ich nicht lesbisch bin und Männer absolut faszinierend finde. Ich werde auch bei meinem eigenen Freund gerne schwach und genieße das Gefühl, von einem starken Mann „beschützt“ zu sein, der diese rohe Kraft besitzt. Aber ich kann nicht nachvollziehen, warum manche Frauen sich in allen Hinsichten den Männern freiwillig derart unterstellen und sich ihre eigene Weiblichkeit unterschlagen.

    Entschuldige diesen kleinen Roman, aber ich fühle mich dir irgendwie verbunden. Es ist schön, von einer Frau zu lesen, die sich derart stark fühlt, denn so sollten Frauen sein. Und es ist wundervoll, wie liebevoll du zwischen den Zeilen von deiner eigenen erzählst.

    Liebe und herzliche Grüße,
    Jules

    • Ich freue mich immer über LeserInnen und was sie zu einem Thema zu sagen haben. Dieser Austausch regt oft zu neuen Texten an. Also danke ich auch dir dafür. Seit ich in einem meiner Jobs Autos fahre / teste, ist mein Interesse an der Technik ebenfalls gestiegen. Zwar sehe ich mich kaum ölverschmiert unter Karossen werkeln, mich fasziniert mehr das Thema Leistungssteigerung – Turbo, Kompressor -.

      Es gibt so die ein oder andere Anekdote, wie mein jüngeres Ich zu Hause bei Tätigkeiten half, die viel zu schwer für (schwache) Mädchen sind. Meine arme Mama und mein Papa sind dann immer sehr besorgt gewesen. Aber was ich mir in den Kopf gesetzt habe, das mache ich auch.

      Das auf der Welt herrschende Patriarchat hat seit vielen Jahren dafür gesorgt, dass viele, wenn auch nicht alle Frauen schwach bleiben und diese falschen Werte auch ihren Töchtern vermitteln. Mann und Religion tragen den Rest dazu bei. Das Bild der Prinzessin im rosa Kleid lässt mich tief Luft holen. Mein Bild war und ist mehr das einer Kriegerin mit Katana, die selbstbewusst durchs Leben geht. Mann war lange Zeit mein erklärter Feind, was zum Teil auf Erlebnissen aus der Kindheit resultiert.

      Mit diesem Blog versuche ich seit mehr als einem Jahr anderen Frauen Mut zu machen und ihnen ihr wahres Potenzial zu zeigen. Und ich glaube ansatzweise ist mir das gelungen.

      Liebe Grüße zurück 🙂

    • …später dann Skateboard und Rockmusik statt Schminken und Jungs daten. Wenn ich durch die Männer-Klamotten-Abteilung schlendere, wäre ich manchmal doch gerne Mann. Ich glaube, vieles wäre einfacher, optische Erwartungen wären weniger engstirnig usw. Alles in allem bin ich jedoch froh eine Frau zu sein, die Frauen liebt. Ich kann mir nichts schöneres vorstellen.

      • Bei mir war es immer Aikido und Karate. Aber bis zum Teenager Alter auch der Tomboy-Look. Irgendwann habe ich dann Make Up und Kleider für mich entdeckt, die trage ich aber wirklich nur selten und wenn ich sanft gezwungen werde 😉

  11. In der Grundschule wollte ich ein Junge sein. Mein bester Freund war ein Junge, mit dem ich heute noch befreundet bin. Ansonsten habe ich damals auch nur mit Jungen gespielt. Mir waren die Spiele der Mädchen zu langweilig. Mit den Jungen habe ich zusammen Geheimverstecke gebaut und Bandenkriege geführt. Ansonsten waren wir hauptsächlich damit beschäftigt, Erwachsenen Streiche zu spielen. Es war eine tolle, abenteuerlustige Zeit! 😃 Auf dem Gymnasium wollte ich dann irgendwie kein Junge mehr sein und habe hauptsächlich mit Mädels zusammen Zeit verbracht.
    Im Kampfsportbereich ist es für mich vorteilhaft eine Frau zu sein, da ich dort etwas besonderes bin (die Ausnahme). Gerade weil ich eine Frau bin, will mich mein Sifu unbedingt nach Hongkong mitnehmen. Seine Sigungs wollen nämlich unbedingt mal eine motivierte Schülerin kennenlernen.

    • Ich kann Männer nicht riechen. Das ist kein Spruch, das ist wirklich so. Ausnahmen sind mein Papa und Ken. Die von Männern verströmten Pheromone machen mich aggressiv oder mir wird vom Schweißgeruch schlecht. Mein Cousin war immer mein bester Freund, das wird sich auch nie ändern. Der Typ ist so etwas wie die männliche Ausgabe von mir. Vielleicht etwas weniger selbstbewusst. Andere Jungs waren mir stets zuwider. Das klingt jetzt schlimmer, als es wirklich ist, erklärt aber ansatzweise warum ich kein Mann sein will.

      Im Kampfsportbereich habe ich eine ganze Reihe Männer kennengelernt, deren Überheblichkeit sie zu Fall gebracht hat. Ich werde ständig unterschätzt von solchen „Riesen.“

      Wann fliegst du nach Hongkong? Ich halte das für eine wirklich gute Idee.

      • Ich bin auch ein „Riese“ und unterschätze dich überhaupt nicht. 😉 Aber ich bin ja auch kein Mann.
        Leider werde ich erst übernächsten Herbst nach Hongkong mitkommen können. Meine Weiterbildung hat oberste Priorität. Ich möchte Yi Man gegenüber endlich ebenbürtig werden. Mein Sifu würde mich eigentlich jetzt schon gerne mitnehmen.

      • Das ist nett von dir. Im sozialen Bereich ist es auch etwas schwieriger, gut zu verdienen. Yi Man ist da etwas materialistischer eingestellt. Ihr ist egal, was ich beruflich mache, hauptsache das Gehalt stimmt.

      • Sicherlich weißt du noch, dass das nicht mein erstes Training in Hongkong sein wird. Im Sommer 2013 habe ich bei Ip Chun trainiert und danach dann sofort den Verein gewechselt.

      • Ich möchte damit nur sagen, dass Training in Hongkong für mich nichts ganz Neues ist. Natürlich freut mich sehr, dann von den Söhnen von Lok Yiu unterrichtet zu werden. 😁

  12. Ansonsten mochte ich während der Grundschulzeit auch einfach die Zuschreibungen, die man Jungen gegenüber macht: mutig, stark etc.
    Erst als ich älter wurde, habe ich verstanden, dass es sich bei solchen Zuschreibungen nur um Klischees handelt.

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