Das Gender-Paradox

Frauen gelten allgemein als das schwache Geschlecht. Das liegt schon am Erscheinungsbild. Frau ist klein und Mann ist groß. Und damit haben wir ein gängiges Klischee bedient. Leider verhalten sich viele Frauen auch dementsprechend. Ängstlich und geduckt gehen sie durchs Leben. Mann schwingt sich dann sofort zum edlen Ritter auf und beschützt die Herzensdame. Alles super, oder nicht?

An dieser Stelle unterbreche ich die Bilder, die jeder meiner Leser sehen kann. Woher nun stammt das Bild der schwachen Frau? Liegt es wirklich nur an der geringen Größe? An zehn Prozent weniger Muskeln und dem kleineren Herz? Ist Testosteron zum Schutz der Welt wirklich so viel besser?

Es gibt eine kirchliche Studie, die Feministinnen tief Luft holen lässt. Männer sind demnach stark, leistungsbewusst, dominierend und logisch denkend. Frau dagegen ist gefühlvoll, gepflegt, erotisch, und gesellig. Das ist eine solch absurde Charakterisierung, als hätte es die Frauenbewegung nie gegeben.

Zwar fehlen mir die Muskeln, aber die brauche ich zur Stärke nicht. Und leistungsbewusst, dominierend und logisch denkend, war ich schon immer. Was macht das nun aus mir? Trotzdem bin ich ganz Frau, gefühlvoll, gepflegt, erotisch, und gesellig. Und manchmal bin ich eine Zicke. Aber schwach bin ich nie.

Nicht nur mir hat sich die Frage gestellt, wovor Männer (ihre) Frauen eigentlich schützen wollen. Die Antwort ist einfach: vor anderen Männern. Oder sieht das jemand anders? Der Komiker Louis C.K hat es in einem Video gut auf den Punkt gebracht. Viel Spaß dabei. Ich zumindest habe gelacht. Aber ich gehe auch nicht mit Männern aus.

29 Kommentare zu “Das Gender-Paradox

  1. 😉 Ich habe nie zu den schwachen Frauen gehört. Ich war einfach zu groß (und zu schwer). Dabei habe ich mich früher danach gesehnt, einen Mann zu finden, der mich beschützt und alles Böse von mir hält. Ein Mann, der mir zärtlich in die Augen guckte und „Kleines“ zu mir sagte, konnte alles von mir haben! 😉 Aber auch in meiner Ehe war ich die Starke, die alles regelte. Und wenn ich unterwegs in Asien war, habe ich mit großer Sehnsucht den Paaren hinterher geschaut: Er trug den dicken Rucksack und sie ein Täschchen. Aber das Leben läuft nicht immer nach Wunsch. Ich habe mich daran gewöhnt, meistens die Starke zu sein. Und meine schwache Seite kennt kaum jemand. Mir geht’s gut damit! Dir wünsche ich ein schönes Wochenende. LG – Ulrike

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  2. Stärke hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit Psyche und Charakter!
    Menschen, die den/die Starke/n spielen, sind meistens sogar schwach!
    Aber jeder Mensch hat andere Stärken und Schwächen und in einer Partnerschaft und auch unter Freunden ist es wichtig sich gegenseitig zu helfen.

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  3. Zähle mich auch zu den starken Frauen. Gehe nun schon länger alleine durchs Leben. Und zu Beginn habe ich die starke Schulter zum anlehnen vermisst. Jetzt hätte ich einfach gerne einen Partner, der mit mir auf Augenhöhe ist. Ich brauche keinen Beschützer, will aber auch nicht die starke Frau eines schwachen Mannes sein.

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    • Dabei sind doch alle Männer so stark. Sagt Mann. 😉

      Ich glaube wenn Männer auch Schwäche zugeben können, klappt es wieder besser mit Frau. Aber ich bin da nun wirklich keine Expertin 😀

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      • Ja, würde besser klappen mit Frau 😉 Jedenfalls mit mir. Mit „ich will nicht die starke Mann für einen schwachen Mann sein“, meinte ich ja nicht, dass er keine Schwäche haben und zugeben darf. Jeder hat mal bessere und schlechtere Tage…

        Aber einer, der nur schwach ist, würde ich wohl auf Dauer nicht aushalten.

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      • So ging es mir immer schon mit Frau(en). Ich konnte ihnen nur auf Augenhöhe begegnen. Und meist war das nicht möglich. Bis ich Yuki traf. Oder sie mich. Oder wir uns. Das war stark und ist es noch. 😉

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      • Das ist toll, wenn man so jemanden findet. Sehe das auch bei meinem Bruder und seiner Frau (ja, es klappt auch bei Heteros). Beide hatten Probleme im Job, zum Glück zeitlich versetzt. Und in der Situation war jeweils der eine der Schwache, und der andere der Starke, der für den Schwachen da war.

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  4. Also, stark ist mein Liebster auch, aber dominierend? Und das mit dem logischen Denken bezweifle ich auch so manches Mal 😛 Dafür bin ich an Tagen, an denen wir nichts vorhaben als daheim abhängen, gerne mal ungepflegt und ungesellig. Das gleicht sich also wieder aus 😉

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  5. Viele Frauen fühlen sich gerne schwach. Schwach werden ist auch eher ein Ding von Frauen. Als Mann hört man von Frauen immer wieder den Wunsch sich an eine starke Schulter anlehnen zu können. Das kommt dann doch nicht von den Männern.

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    • Ich weiß nicht woher du diese Weisheit beziehst, aber ich vermute du verstehst hier etwas völlig falsch. Der Wunsch nach Nähe, nach Geborgenheit, hat nichts mit Schwäche zu tun. Im Gegenteil sind es oft die Frauen, die Stärke beweisen müssen. Frauen stehen lediglich näher an ihren Gefühlen und kommunizieren sie auch.

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