Der reduzierte Mann

Mann ist in der Krise, das haben wir schon seit Jahren gewusst. Zurückgesetzt, dem Weibe untertan, so soll sich Mann nun fühlen. Zumindest dann, wenn es nach einigen Autoren geht. Und haben die nicht immer Recht? Ich muss bei solchen Sätzen immer lachen. Die Realität sieht anders aus. Das soll kein Hetzartikel über Männer werden. Nur (m)eine Sicht der Dinge. Und ich kann nur hoffen, dass Mann damit umgehen kann. Wenn nicht: bitte hier aufhören zu lesen. Vielen Dank.

Angeblich fühlt Mann sich unverstanden, wenn die Feministin das Kommando führt. Dumm nur, dass die wenigsten Frauen Feministinnen sind. Allenfalls kollidiert also Mannes Ego, mit dem von Frau. Und genau da sehe ich das Problem. Feminismus ist gut und wichtig, steht er doch für die Rechte von Frau. Ohne diese Bewegung wäre unser Leben noch ziemlich flau. Darüber werde ich auch nicht diskutieren. Fakten bleiben Fakten. Und vor einigen hundert Jahren, sah die Welt noch anders aus.

In Studien und Interviews, Kolumnen und Büchern, fühlt Mann sich abgewertet, gar auf sein Geschlecht reduziert. Beklagt wird, dass sein Verhalten den Frauen nicht passt. Egal was er täte, es gäbe Schelte und harsche Worte. Und das liebe Männer, ist einfach nicht wahr. Zwar kenne ich wenige Männer, aber durchaus ihr Verhalten. Und das wirkt oft genug überheblich, sexistisch und dominant. Nur bin ich kein „kleines Frauchen“ und lasse genau das nicht mit mir machen. Ich wehre mich. Und das kann ich gut. Streit vorprogrammiert.

Mein und Mannes Ego kollidieren oft. Was nicht immer nur in meiner Person zu finden ist. Mann sieht eine kleine, asiatische Frau und fühlt sich überlegen. Nur passe ich weder in sein Beuteschema, noch will ich seine Untergebene sein. Ausnahmen sind Männer wie mein Vater, oder Wolf, die einfach anders sind. Auch der ein oder andere Blogger, der mir ein anderes Männerbild zeigt. Was ich durchaus gut finde. Auch mein Leben ist ein Lernprozess.

Was mir immer wieder auffällt, ist Mannes Benehmen bei Frau. Das klassische Rollenverständnis sieht ihn an erster Stelle, er bestimmt und dominiert. Dieses Bild wandelt sich langsam. Immer mehr selbstbewusste Frauen treten für ihre Rechte ein und verunsichern damit den Macho-Mann. Plötzlich weiß er nicht mehr wo er steht und findet sich vielleicht in der Küche wieder. Nur, wo ist das Problem? Eure Liebsten werden euch auf Händen tragen. Bildlich gesprochen. Also ab dafür.

Nun gestehe ich Mann durchaus zu, dass er mit gewissen Vorteilen ausgestattet ist. Körperlich gesehen. Aber dicke Muskeln machen keinen Chef. Wirklich stark sein ist anders. Und Intelligenz hat nichts mit Muskeln zu tun. Auch Frauen wissen mittlerweile was sie wollen. Viele mit, viele ohne Mann. Bücher wie „Der dressierte Mann“, „Das entehrte Geschlecht“, oder „Was vom Manne übrig blieb“, sollen Linderung für Mannes arme Seele bringen. Geschrieben von vermutlich „echten Kerlen“, bauen sie den Leser wieder auf.

Mann klagt, jammert und lamentiert sehr gern, dass Frau ihn auf sein Dasein reduziert. Aber was bitte soll das sein? Frau bekommt noch immer klassisch Kinder, während Mann sie macht. Theoretisch zumindest. Als Lesbe brauche ich keinen Mann. Aber nehme ich ihm damit die Macht (in der Welt)? Über mich und meinen Körper schon. Aber ohne Sperma geht es leider nicht. Auch Lesben wollen Kinder haben. Aber ohne Stress, harte Worte und Weinseligkeit. Prost, meine Herren!

Mann erlebt vielleicht in reduzierter Form, wie es Frau seit vielen tausend Jahren geht. Plötzlich fühlt er sich unterdrückt. Und wieder muss ich lachen. Das Problem von Mann: er sieht seine Felle wegschwimmen, seine von keinem Gott gegebene Rolle. Die Rolle hat der Mensch erfunden, der gern andere unterdrückt. Nur unterdrücken Frauen keine Männer. Und sie vergewaltigen sie auch nicht. Sie machen sich allenfalls lustig. Und es adelt den Mann, der dafür ein Lächeln hat. Wir lachen mit. Wo ist das Problem?

Ich bin nicht sexistisch und hasse Männer nicht. Mein Bild von Mann hat sich über die Jahre gewandelt. Ich stehe meine Frau im Leben. Gern auch im Team mit Mann. Wolf und seine Truppe sind ein Beispiel dafür. Ich mag die Typen wirklich gern.  Mein Fazit und abschließendes Plädoyer für Mann: nur mit Respekt und Toleranz, wird es zu einer gewissen Gleichheit kommen. Im Endeffekt reduziert Mann sich selbst, wenn er in Sachen Frau noch im Mittelalter lebt. Und da gehören beide Geschlechter nicht hin. Oder sieht das wer anders?

33 Kommentare zu “Der reduzierte Mann

  1. Klein und Asiatin: das ist in Deutschland sicherlich eine schwierige Ausgangsposition für eine selbstbewusste Frau wie Dich. Deine Artikel führen bei mir zu viel mehr Verständnis dafür. Ich selbst bin schließlich ziemlich groß und wirke schon deshalb furchteinflößend auf Männer. Du schreibst so interessant und amüsant über diese Dinge und öffnest mir die Augen. Danke dafür! Weiter so! LG Ulrike

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  2. Allein einen Artikel mit „Der reduzierte Mann“ zu überschreiben und mit Frau zu taggen (schreibt man das so?!?), finde ich großartig. Ich glaube sich über das Geschlecht zu definieren ist irgendwie Zeichen einer Lücke. Ich definiere mich durch mich selbst. Als Mensch. Als Ich. Wenn es in dieser Selbstdefinition Lücken gibt, dann hole ich sie mir woanders her. Ich übernehme bereitgestellten Identitäten, um nicht eine Identität selbst entwicklen zu müssen. Ich identifiziere dann als „Mann“ mit allem was, das dann heißen soll. Oder als Nationalist mit allem, was das dann heißen oder soll.

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  3. Ich lese zurzeit „Männerseelen“. Ein Buch von Mann (Männertherapeut) für Mann (aber durchaus auch für Frau). Es ist eine psychologische Reise durch die Innenwelt des Mannes. Klar, es ist pauschalisiert, keine Frage – darauf weist auch der Autor hin. Aber hier und da gibt es sehr interessante Stellen mit Aha-Effekt. Kann ich wärmstens empfehlen. 🙂

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  4. Das ist kein „aber “ Kommentar. Ich möchte dir nur sagen das ich deine Sicht recht Klischeehaft finde. Es mag diese Männer heute sicherlich geben, vielleicht sind es auch die Männer mit denen du zu tun hast oder auch junge Männer. Diese Dominanz von der du sprichst, gibt es die wirklich? Mir ist es eigentlich egal ob jemand gross oder klein oder niedlich oder was auch immer ist, er ist ein Mensch, der Respekt verdient. Egal ob ich mich nun überlegen, unterlegen oder auf gleicher Augenhöhe befinde. Und den Spruch, Frau bekommt Kind, Männer machen sie… Beide zeugen ein neues Leben und auch wenn die Frau es austrägt, ich persönlich finde beide sind 50:50 „beteiligt“ Vielleicht schlägt dieses Sexistische Dir auch nur von Männern so entgegen, weil sie dich nicht haben können und das kratzt sie an ihrem Ego. ch sehe diese ganze Rollenverteilung wie du sie beschreibst so gar nicht mehr zeitgemäß. Danke dir aber für deine Worte

    Liebe Grüsse

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    • Ja, meine Hauptprobleme mit Mann liegen genau darin, dass sie mich nie haben konnten und nie haben werden. Und was heißt Klischeehaft? Ich muss Männer so beschreiben, wie sie sich mir darstellen, wie ich sie wahrnehme. Und das war nicht immer positiv. Ganz im Gegenteil.

      Mir ging es in dem Artikel darum eine Bresche für Mann zu schlagen. Wollte ich angreifen, so sähe das ganz anders aus. Danke dir für deinen Kommentar 🙂

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      • Mit Klischeehaft meine ich ausschließlich die Männerrolle überhaupt, alles gut 😉 klar bist du eine Herausforderung für jedes Männerego, außer bei Männern die dich als das was du bist respektieren, als Mensch mit wünschen, Träumen, Neigungen und Abneigungen 🙂 ich habe den Artikel nicht als Angriff gesehen, aber man selber würde es ja auch nicht schreiben, wenn man kein Feedback haben wollte und wenn überhaupt, bin ich jemand der ausschließlich konstruktive Kritik äußert. Danke auch dir für diesen schönen Artikel

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      • In letzter Zeit begegne ich zunehmend Männern, die mir mit Respekt begegnen. Nicht nur Bloggern, auch im echten Leben. Wobei es sich dabei meist um die älteren Exemplare handelt 😉

        Ich mag konstruktive Kritik. Auch ich lerne gern dazu. Und beim Thema Mann sowieso.

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      • Vielleicht ist es auch deine persönliche Sichtweise die dich Männer anders betrachten lässt.

        Aber ältere Männer haben sicherlich weniger „Probleme“ jemanden mit Respekt zu behandeln. Junge Männer sind viel zu oft, viel zu sehr mit ihrem eigenen Ego beschäftigt, als das sie über den Tellerrand schauen.

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      • Mit sieben Jahren hatte ich mein erstes unangenehmes Erlebnis mit Mann (Jungen). Ich hatte darüber geschrieben. Das hat sich leider fortgesetzt und ein Bild geprägt, das wenig schmeichelhaft gewesen ist.

        Für mich war es nicht nachvollziehbar, was Jungs / Männer von mir wollten. Schau, ich sehe anders aus, asiatisch. Das zieht Blicke auf sich. Und dass ich Frauen liebte, wusste ich als Kind noch nicht wirklich. Vielleicht war es eine Ahnung, ein Gefühl. Aber ich hatte nie den männlichen Freund. Da gab es immer nur Mädchen.

        Vor einigen Jahren noch war Mann DER erklärte Feind für mich. Das ist heute nicht mehr so. Aber ich stichele trotzdem dann und wann 😉 Alles gut, wenn Mann damit kann. Böse gemeint ist das nie. Es sei denn Mann ist Journalist und hetzt gegen Frau. Da kann ich fuchsig werden!

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      • Hatten wir vor Wochen auch schon einmal drüber geschrieben. Ist doch total schön dass du ganz persönlich heute deinen Weg gefunden hast mit Männern umzugehen. Es gibt immer mehrere Sichtweisen und man sollte immer für alle Sichtweisen offen sein, denn jede Sichtweise hat ihre eigene Begründung. Das macht es aus, das Menschen verschieden sind, jeder mit seinen guten aber auch schlechten Erfahrungen. Das macht uns Menschen aus 🙂 Dir weiter alles Gute auf deinem Weg und ich lese dich gerne 🙂

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  5. Es braucht immer zwei, die sich zusammen raufen und in jeder Ehe ist die Frau der Chef – ein intelligenter Mann ist froh wenn die Frau öfters mal die Führung übernimmt. Wenn wir die klassische Rolle von Mann und Frau mal vergessen und auch die Steinzeit hinter uns lassen, dann können Mann und Frau gut zusammen leben – doch ohne gegenseitigen Respekt geht es nicht. Doch schade finde ich, dass gewisse Frauen immer den Mann kopieren wollen (siehe gewisse Managerinnen ) und vergessen dabei, dass die Frau, diejenige ist, die die Welt am laufen hält. Bei den Spinnen wird das Männlein nach der Zeugung gefressen, da geht es uns Männer doch noch gut.
    Klar theoretisch könnte es auch eine Welt ohne Mann geben, doch wie Langweilig
    Ein interessantes Thema..

    Liebe Grüsse zentao

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    • In meiner Ehe gibt es keine Chefin. Vielleicht ein Vorteil von Frau – Frau. Zwar mag ich dominant wirken, aber bei meiner Frau bin ich das nie. Wir entscheiden gemeinsam … was ich machen will 😀 Spaß beiseite.

      Ob Frau den Mann wirklich kopieren will? Sie ist nur hart. Und das kann die Härte von Mann noch übertreffen. Ich denke, dass Mann damit oft nicht umgehen kann. Unabhängig davon ist ein kooperativer Führungsstil meiner Meinung nach besser. Und das von beiden Seiten.

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  6. I have always taught my daughters and grand-daughters to be strong-will and able to bend but never lose control in their lives…never do what a man desires for you to do unless it is what you choose. Nandalya, I am always proud of your words…never back away and carve your place in the world…your spirit is beautiful…and i sit back when i read your words in sweet admiration…always stay strong and opinionated! Have a beautiful weekend my dear sister!

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  7. We are but it will help you in your life…to never be stepped on or taken for granted in a world where most men still look at women as an object. You are blossoming well Nandalya…that is why I love reading your words…you have a mind of your own! Never be a follower always be a leader…and please always express your point of view…respect comes from that especially when you are right! Have a beautiful week my sister!

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