Lebe deinen Traum

Die Reaktionen auf meine angekündigte Selbstständigkeit könnten unterschiedlicher nicht sein. Besorgte Blicke, Kopfschütteln, offene Ablehnung und blanker Hohn schlagen mir entgegen.
Vor allen die Etablierten scheinen ein Problem zu haben.
„Erst gibst du den sicheren Job auf und nun schmeißt du die Uni noch hin. Ich kann dich nicht verstehen“, bekomme ich zu hören. „Willst du vom Sozialamt leben?“
Yukis Augen werden schmal, die Sprecherin weicht einen Schritt zurück. Auch Elfen können böse werden.
Wir sind zu Besuch bei Yukis ältester Freundin. Die beiden waren seit dem Kindergarten unzertrennlich.
Aber Vanessa hat nun einen Mann und erwartet das dritte Kind. Und eigentlich verstehen wir uns gut. Aber an diesem Tag ist sie nicht gut drauf.
Und Yuki steht wie eine Löwin vor mir.

„Es gibt Menschen, die ihr Leben lang einem Traum nachjagen“, erwidere ich. und drücke Yukis kleine Hand. „Eigene Verantwortung tragen sie nie. Sie leben in einer Traumwelt, die sie niemals verlassen. Oder sie lassen sich von den Ideen anderer leiten. Vielleicht sollte ich besser verleiten sagen.“
Vanessa schluckt und legt eine Hand auf ihren runden Bauch. Ihr Mann wollte noch ein Kind. Ich weiß, sie war dagegen.
„Ja, aber wie soll das denn alles funktionieren?“, schwächt Vanessa schnell ab. „Du kannst doch nicht von Karate leben?“
„Wer sagt, dass ich das will?“, entgegne ich. „Ich werde hauptsächlich Unternehmensberaterin sein. Personal Coaching mache ich auch. Außerdem gibt es da noch den Vertrag mit Yukis Vater, der uns eine nette Summe einbringt. Und auch mit meinem Vater habe ich nun einen Deal. Ich verwalte seine Immobilien. Dann kann er sich noch mehr um sein Karate kümmern.“
Großmeister leben eben anderrs.

Vanessa führt uns in den Garten. Ihre Zwillinge kreischen dort im Pool.
„Hallo Tante!“, rufen sie im Chor und lassen sich nicht weiter stören.
Die Mädchen sind süß und Yuki schmunzelt. Aber noch immer wirken ihre Augen kalt.
Vanessa ist zu weit gegangen, ich kenne meine Elfe gut.
„Aber glaubst du denn, dass du das ganze Jahr über Verträge hast?“, will Vanessa wissen. „Ich meine … also irgendwann sind doch alle Firmen beraten?“
„Manchmal wundere ich mich, wie sehr du dich verändert hast“, sagt Yuki leise. „Wo ist die Rebellin aus unseren Kindertagen? Wo die Abenteurerin, mit der ich die Welt umsegeln wollte?“
Normalität hat übernommen.

Vanessa schaut zu Boden und holt tief Luft.
„Ich träume davon ein besseres Leben zu haben“, murmelt sie. „Aber es ging alles so schnell mit Bernd und mir. Und dann waren auch schon die Mädchen da. Und jetzt kommt noch der Junge.“
„Folge nicht den Ideen anderer, sondern lerne auf deine innere Stimme zu hören. Dein Körper und Geist werden klarer, und du wirst die Einheit aller Dinge realisieren“, zitirt Yuki Dôgen Zenji’s Worte. „Gibt es nur Bernd, oder bist irgendwo in eurer Beziehung auch noch du?“
Die Zwillinge laufen zu uns und wollen abgetrocknet werden.
Lina und Nina sind fünf Jahre alt. Und beide supersüß. Sie sind Vanessas ganze Welt. Ein eigenes Leben hat sie nicht.
„Tante, machst du Dung Fu für uns?“, bettelt die frechere Lina und streckt mir die Händchen entgegen. „Du kannst das doch so gut.“
Der Fluch der guten Tat.

„Es heißt Kung Fu, meine Süße“, sage ich und streiche ihr über den Kopf. „Magst du es mit mir machen?“
„Ich auch!“, fordert nun auch Nina ihr Recht und stellt sich in Pose.
Und schon legen wir los.
Unter Yukis Elfenlachen imitieren die Mädchen meine Figuren. Und auch Vanessa wirkt versöhnt.
„Ihr könnt so gut mit Kindern“, stellt sie fest. „Das fällt mir immer wieder auf.“
„Ich bin eine bessere Lehrerin, als Mutter“, gebe ich zurück. „Und wenn, so wird meine Elfe die Kinder kriegen. Ich werde nur die Großcousine sein.“
Vanessa schmunzelt, sie versteht den Insidergag.

Die Zwillinge haben genug. Sie flitzen ins Haus und sorgen nun dort für Chaos. Mädchenpower pur.
„Ich habe das vorhin nicht so gemeint“, lässt mich Vanessa wissen. „Nur einfach Sorgen gemacht. Du kannst immer so bestimmend sein.“
„Du hattest Angst, dass ich uns in ein finanzielles Chaos stürze“, stelle ich fest. „Aber ich mache nie unüberlegte Sachen. Alles ist gut durchgeplant, das Konzept steht auf sicheren Füßen. Und finanziell stehen wir damit besser, als vor der Idee.“
Vanessa nickt, aber sie wirkt plötzlich bedrückt. Ein Schatten liegt auf ihrer Seele.
Ich tausche einen schnellen Blick mit Yuki. Auch sie hat die Veränderung bemerkt.
„Was ist los?“, fragt meine Elfe. „Gibt es bei dir und Bernd ein Problem?“
Vanessa steigen Tränen in die Augen. Bernd hat ein Nebenleben.

Kalter Zorn steigt in mir auf, als Vanessa unter Tränen erzählt. Bernd hat seit Monaten eine Affaire und es ihr offen erzählt.
„Es ist nur Sex“, hat er zu ihr gesagt. „Von dir kann ich den zur Zeit ja nicht bekommen.“
„Und du tolerierst das?“, empört sich Yuki. „Warum hast du denn nie etwas gesagt? Hallo, wir sind Frendinnen! Und ich hätte dir vorhin fast den Kopf abgerissen.“
Vanessa trocknet schnell ihre Tränen, als die Zwillinge einen Kurzbesuch im Garten machen. Sie wollen Saft und Kekse. Dann sind sie schon wieder weg.
„Was soll ich denn machen?“, beantwortet Vanessa endlich Yukis Frage. „Ich bin doch von ihm abhängig. Schaut euch doch um! Sein Haus, sein Geld. Ich bin nur die Mutter seiner Kinder.“
Warum müssen Kerle solche Arschlöcher sein?

„Du solltest deinen Weg gehen“, antworte ich. „Liebst du Bernd noch?“
Vanessa nickt, aber schüttelt dann auch den Kopf.
„In meinem Kopf ist alles durcheinander“, sagt sie. „Ich will diese Familie nicht aufgeben, die Kinder brauchen doch einen Vater.“
„Die Kinder brauchen vor allen Dingen eine funktionierende Familie“, erwidert Yuki. „Und das können auch zwei Frauen sein.“
Vanessa wird knallrot, als sie sich erinnert. Auch sie war einst auf dem anderen Pfad.
„Das war nur eine Phase“, sagt sie schnell. „Ich … ich kann das nicht.“
„Du hast Angst deinen Traum zu leben“, erwidere ich. „Angst vor Homophobie und Ablehnung.
Wege sind oft steinig und schwer.

Der Text eines Liedes von Wolfsheim fällt mir ein.

„Dein Leben dreht sich nur im Kreis
So voll von weggeworfener Zeit
Deine Träume schiebst du endlos vor dir her
Du willst noch leben irgendwann
Doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.“

Die Worte treffen Vanessa wie Peitschenhiebe.
„Du hast sowas von recht“, murmelt sie. „Danke dafür. Ich … ich werde es mir überlegen.“
Die Szene spielte sich vor einigen Tagen ab. Heute gab es das Finale.
Vanessa hat Bernd verlassen und will vorerst bei ihren Eltern leben.
Manche Träume sind nie zu lange her.

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40 Kommentare zu “Lebe deinen Traum

  1. Eine wunderbare Geschichte! Auch ich hab so einiges zu hören bekommen, als ich mich entschloss, freiberuflich tätig zu sein. Meine beste Freundin betet, glaube ich, jeden Abend, dass ich einen ordentlichen Job finde (9to5 mit regelmäßiger Gehaltsabrechnung). Dass ich das gar nicht erst versuche, versteht sie nicht. Und mein Vater fragt mich auch nach 10 Monaten immer noch, was ich denn den ganzen Tag so mache, so ohne Job 😉 und natürlich, woher denn mein Geld kommt. Aber mir geht es so gut wie seit Jahren nicht mehr. Auch ich kann nur dazu raten: „Lebt Euren Traum!“ Das ist so wichtig! Weiter so, liebe Mayumi. Alles Gute – Ulrike

    • Die Angst vor dem unbekannten Himmel nebenan, sie lässt viele in der bekannten Hölle bleiben.

      Es gäbe noch viel zu erzählen über meinen Schritt. Unseren Schritt eigentlich. Viel ist passiert in letzter Zeit, als wir ungebremst durchs Leben fuhren 😀 Aber nicht alle Geschichten gehören in einen Blog. Wir werden sehen 🙂

  2. Vanessa soll mal schön „Beweise“ für die Steuer, etc. sammeln. Wenn Bernd soviel hat, dann versteckt er bestimmt noch mehr. Wenn Vanessa genügend Beweise hat, geht sie zum Anwalt und bereitet alles vor. Dann führt sie ein offenes Gespräch, wenn sie überhaupt noch will. Falls sich etwas ändern sollte, kann sie alles abblasen, aber ich kann es mir nicht vorstellen. Eine schwangere Frau zu betrügen finde ich nicht gut und es ihr dann auch noch zu erzählen geht gar nicht. Ich hoffe, dass die Geschichte der Dramaturgie geschuldet ist, ansonsten siehe oben.

    • Die Geschichte ist leider genau so passiert, das Gespräch lediglich literarisch aufgearbeitet.

      Ich / wir waren quasi im Dauereinsatz am Telefon. Ruhe ist anders. Aber gut, auch das ist Leben!

      Wie die Sache weitergeht? Eine Prognose: Vanessa wird rückfällig. Momentan ist sie auch hormonbedingt völlig von der Rolle.

      • Du solltest sie wirklich dadurch coachen. Jetzt kann sie Beweise sichern. Wenn Bernd erst einmal ausgezogen ist, dann wird das schwierig. Habe das schon 2x erlebt wie arschig Männer sich da verhalten können.

      • Sie ist ausgezogen. Es ist „sein Haus.“ Danke für den Tipp. Aber sie muss erst zur Ruhe kommen. Wir reden von einer hochschwangeren Frau, die noch zwei Kinder hat und von Weinkrämpfen geschüttelt war.

      • Mein Tipp, sie soll sich einen mobilen Scanner kaufen und alles, wirklich alles, einscannen. Manchmal sind Belege hinterher sehr wichtig und entscheidende Verhandlungspunkte.

  3. Berührende Geschichte. (Mal wieder, du Wortwirblerin. Ist das Kommunikationskongfu? 😉 )
    Über deine Entscheidung hatte ich gelesen, aber wenig Gelegenheit zu kommentieren, da unterwegs.
    Ganz ehrlich, ich traue es dir zu. Du findest deinen Weg. und bist flexibel genug, einen anderen einzuschlagen, wenn es sein muss.
    Also alles positiv. Aber nur, solange du der Blogwelt treu bleibst. 😛

    • Bis heute Morgen hatte ich keine Idee worüber ich nach einem Düsseldorfer Wochenende schreiben sollte. Dann klingelte das Telefon. Und nach Dauereinsatz an der Beziehungshotline gab es mein „Dung Fu“ 😀

      Mein Konzept steht. Wir werden mehr Geld verdienen, als noch vor einigen Wochen. Alles gut. Und durch Kontakte bin wieder in den BWL-Bereich gerutscht, bzw. ein erster Job als Unternehmensberaterin. Bloggen geht immer. Über Zahlen und die Qualen der Statistiken 😀

  4. Das Freiberuflerdasein ist eben nicht für jeden was. Ich muss zugeben, ich fühle mich ganz wohl in meinem Angestelltenjob, auch wenn ich mir eine Weile lang überlegt habe, mich selbständig zu machen. Aber Leute, die das für sich nie wollen würden, können vielleicht nicht verstehen, dass andere nicht die gleiche Angst davor haben, und führen dann schnell die Angstfreiheit auf fehlende Informationen zurück („Hast du dir das wirklich gut überlegt?“) statt auf gute Planung (und, das muss man dazusagen, es gibt ja auch Selbständige, die an mangelnder Planung scheitern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dir so gehen wird, aber ich kann die Angst deiner Freunde verstehen).

    Das ganze Leben von einem anderen abhängig zu machen, finde ich aber auch nicht gut. Gemeinsame Lebensplanung ist was anderes als „Ich zahle, du machst, was ich sage“. So unsicher ihr die Zukunft nun erscheinen mag, ich glaube, es ist gut für Vanessa, dass sie da raus ist. Und auch gut für die Kinder; eine liebevolle alleinerziehende Mutter ist immer noch besser als Eltern in einer dysfunktionalen Ehe. Hauptsache, die Eltern benutzen die Kinder jetzt nicht als gegenseitiges Druckmittel.

    • Der Schritt in die Selbstständigkeit war für mich logische Konsequenz. Was bin ich, was kann ich, was will ich? Danach und nach einigen interessanten Ereignissen, war alles klar.

      Finanziell ist das alles sowieso kein Ding. Aber ich verdiene gern eigenes Geld.

      Die Sache mit Vanessa sehe ich skeptisch. Aber heile Welt ist anders. Wir werden sie so gut wie möglich unterstützen. Aber gehen muss sie den Weg allein.

      • Ja, du kannst ihr nicht bei allem die Hand halten. Manchmal reicht es, wenn man die Daumen drückt 🙂 Ich wünsche ihr und ihren Kindern jedenfalls alles Gute, unbekannterseits. (Und dir bei deinen Plänen auch, aber das sagte ich ja schon 🙂 )

  5. In meinen Augen ist die Selbstständigkeit für Dich nur eine logische Konsequenz, Mayumi. Und wenn Du ja eh‘ finanziell auf relativ sicherem Grund wandelst, nur zu. Ich habe den Schritt bis dato trotz aller Schwierigkeiten nicht bereut. Herzlichst, Deine Käthe.

  6. Wie kann man dagegen reden, wenn Menschen sich entscheiden, ihren Träumen nachzugehen? Sicherlich gibt es Steine. Die gibt es aber immer. Selbst auf den anderen, „sichereren“ Wegen. Sicherlich ist der Weg des Traumes in den meisten Fällen der steinigere, denn bekanntermaßen ist es selten der Weg des geringsten Widerstandes, der glücklich macht. Aber sollte man Menschen nicht viel eher zusprechen und eventuell auch Unterstützung anbieten? Ja, ich finde schon.

    • Ich werde jeden Menschen bei seinem Traum unterstützen. Rebellisch, unangepasst, anders. So soll Leben sein.

      Bei Vanessa basierten die Worte mehr auf ihrer Situation denke ich. Aber sie passten so gut, daher nahm ich sie als Aufhänger.

      Der blanke Hohn kam von jemand, die sowieso auf jede/n neidisch ist. Aber die kann mich mal 😀

      • Man kann Menschen, die den Mut haben, ihre Träume zu leben, natürlich beneiden. Irgendwo ist es ja auch beneidenswert, obwohl es im Grunde an jedem selbst liegt, diese Leistung zu vollbringen. Schade, dass bei manchen Menschen Neid aufkeimt anstelle von Bewunderung und Anerkennung.

      • Der Großteil meiner Freundinnen hat positiv reagiert. Die Familie/n sowieso.

        Neid wird es immer geben. Aber wenn sollte der Mensch ihn positiv nutzen, er sollte Ansporn sein. Nie in Hass enden. Hass auf die eigene Unselbstständigkeit.

  7. Ich bin sehr zuversichtlich für deine avisierte Selbständigkeit. Das wird was, daran habe ich keinen Zweifel. Das spürt Mann beim Lesen.

    • Dankeschön 🙂

      Ich mache nie Dinge, die nicht überschaubar sind. Nenn mich „teilspontan“ 😀 Der Weg zurück über die Uni hat mit den Weg klar gemacht. Ich bin da fertig, was will ich noch mehr? Nun gilt es das bereits Gelernte anzuwenden. Und das kann ich gut. 🙂

  8. „Ich werfe alles hin; und werde Stripperin!“
    Wenn dass dein Ziel wäre, würde ich Bedenken, Zweifel und Ängste verstehen. Wird schon.
    Sobald Träume zu Wünschen und anschließend zu Zielen werden ist die Sache gebongt.

    Versuche momentan auch meinen Traum der bereits ein festes Ziel ist zu erreichen. Mein Plan ist zwar nicht so seriös wie deiner aber es fühlt sich verdammt gut an. Das reicht. Auch wenn ich am Ende niemals an meinem Ziel ankommen sollte.

    Eins weis ich aber gewiss. Wenn ich im hohen Alter in meinem Schaukelstuhl sitze und auf mein Leben zurückblick, werde ich mit einem breiten Grinsen und innerlichen Stolz behaupten können, dass ich alles getan habe wonach mir war. Den Gefühl von Reue oder verpassten Chancen lasse ich in meinem Leben keinen Platz.

    Viel Glück 🙂

    • Ich strippe nur im Blog 😀 Und das auch nur bis zu einem gewissen Grad, das hast du bestimmt schon bemerkt.

      Man muss immer sehen, was einigermaßen realistisch ist. Wollte ich Rennen fahren, so wäre das zum Scheitern verurteilt. Gegen eine Cindy Allemann hätte ich keine Chance. Dafür kann die kein Karate. Alles gut 😀

      Ich kenne so viele Menschen, die ihren Traum immer „morgen“ leben wollen. Und irgendwann ist morgen dann zu spät. Ich bin lieber früher da. Dafür sorgt auch der Z 😀

  9. Ich hoffe die beiden finden wieder zusammen. Alleinerziehende Mutter von 3 Kindern zu sein ist hart. Wobei ich Bernds Verhalten auch nicht nachvollziehen kann. Manchmal frag ich mich schon wie du immer nur so fragwürdige Vertreter der männlichen Bevölkerung kennenlernst. Ich hoffe mal, dass er das wirklich zugegeben hat und nicht irgendwelche Hormonschwankungen schuld sind. So ne Schwangerschaft kann einem schon mal den Verstand rauben.

    Ansonsten: Wenn man Familie hat, dann steht Sicherheit vor Träumen und das ist gut so. Von Träumen kann man keine Kinder ernähren. Ihr habt mehr Freiheiten. Also nutzt sie auch. Und ich würde wetten, dass ihr und vor allem deine Frau dies auch so sehen würdet, wenn ihr Kinder hättet. Dann baut man mind. ein Sicherheitsnetz ein.

    • Weißt du, ich frage mich oft, ob es noch normale Menschen gibt, die normale Beziehungen leben. Scheinbar ist das so. Und dann doch wieder nicht. Schau unter die Oberfläche von Heuchelei und du wirst die LügnerInnen sehen.

      Wir glauben ihr schon. Der gute Mann hat heute noch einen weiteren Bock geschossen. Aber darüber vielleicht ein anderes Mal mehr.

      Vanessas hat ihren Traum – laut Yuki – nie wirklich gelebt. Weniger nun auf Frau – Frau bezogen, das war vielleicht wirklich nur ein Ausrutscher für sie. Aber sie hat ihr Leben der Familie und Mann geopfert und bekam nun die Quittung dafür. Ich weiß, dass man immer zwei Seiten sehen muss. Und Schwangere können durchaus zickig sein. Wir bleiben dran, Frau Dr. Landar wird live berichten 😀

      Yuki und ich haben uns solche Szenen einer Ehe spaßeshalber ausgemalt. Was wäre wenn … Dumm nur, dass wir beide kein Verlangen auf andere Partner haben. Und bei ihr kann ich mir auch krasse Hormonstimmungen kaum vorstellen. Die Hormonbombe war immer ich. 😉

      • Naja ich empfinde ein Leben für Familie und Kinder nicht unbedingt als Opfer. Im Grunde ist es die reinste Form des Lebens. Kein Lebewesen wird geboren um sich selbst zu verwirklichen. Oder glaubst du der Regenwurm denkt darüber nach, wie er sich selbst verwirklichen kann? So einen Blödsinn machen nur Menschen. Und dabei Zerstören wir die Natur …

        Schwangere können nicht nur zickig sein. Kommt wieder Mutter Natur ins Spiel. Hormone steuern so verdammt viel. Frauen wissen das eigentlich sehr gut. Und in der Schwangerschaft herrscht Hormonchaos pur …. reagiert zwar nicht jeder gleich drauf, kann aber schlimm sein … Heulkrämpfe ohne Grund etc. … bewusste Denkprozesse können da komplett ausgeschaltet sein

      • Bestimmt gibt es Menschen, die sich durch Kind(er) selbst verwirklichen. In gewisser Weise mache ich das auch. Indem ich sie Karate lehre, mein Wissen an die nächsten Generationen gebe. Bei Vanessa wissen wir, dass sie ihr Leben anders plante. Und ich bin immer eine Fürsprecherin für Menschen, die sich verwirklichen wollen. Egal wie.

        Update: Sie heult nicht mehr. Nun ist sie zornig. Und sie „schlägt“ zurück. Da bekommt Hormonbombe noch einmal einen anderen Sinn. 😀

  10. Ich bewundere euren Mut, euch selbstständig zu machen und wünsche euch dabei alles Gute. Ach, so wie ich dich aufgrund deiner Beiträge hier einschätze, werdet ihr nichts unüberlegtes machen, sondern einen gut durchdachten und realistischen Businessplan haben 🙂

  11. Es ist immer schade, wenn Menschen, die vor allem Angst haben, vor dem Neuen, Unbekannten, anderen raten etwas nicht zu tun. Was da alles schief gehen könnte! Ja und? Wenn, dann lernen wir daraus. Und wenn nicht, haben wir viel mehr gewonnen als wir je verlieren könnten.
    Die Geschichte von Vanessa ist wundervoll. Manchmal braucht es einfach Mutmacher.
    Man muss seinen Träumen folgen, Dinge aufs Spiel setzen – nur so kann man Glück finden. SICH finden.
    Und, danke für den Musiktip 🙂

    • Wolfsheim ist cool! Auch wenn ich während ich das schreibe japanische Klänge höre. 😉

      Angst vor neuen Dingen hatte ich noch nie. Warum auch? Ich analysiere mich, die Sache und dann lege ich los, oder eben nicht. Und es passte! Alles 🙂

  12. Ich kann alle verstehen, die sich selbstständig machen – was gibt es Schöneres, als sein eigener Chef zu sein. Wichtig ist einfach, sich in dem Bereich niederzulassen, in dem man mit dem Herzen zuhause ist, dann klappt es auch. Und ich bin überzeugt, dass Du mit ganzem Herzen dabei sein wirst. 🙂 Dass nicht alle deine Freunde und Bekannte mit Begeisterung auf diese Entscheidung reagieren würden, war Dir wohl von Anfang an bewusst – für Sicherheit liebende Leute mag die Selbstständigkeit ein Reizwort sein. Ebenso für solche, die diese Unabhängigkeit auch gerne hätten, sich so etwas jedoch nie trauen würden. Aber so, wie ich Dich einschätze, sind Dir die negativen und kritischen Stimmen sowieso ziemlich egal. 😉
    Ich wünsche Dir auf Deinem Weg auf jeden Fall alles Gute!
    Liebe Grüsse
    Charlotte

    • Ich kann (m)eine schreckliche Chefin sein. Die arme Yuki zittert schon 😉 Nee warte, die lacht mich aus.

      Weißt du Charlotte, mit BWL war ich eigentlich durch. Ich wollte kreativ sein, Bücher verlegen, Kolumnen schreiben und und und. Das Studium war weniger ein Problem, ich hätte das durchgepowert. Aber es haben sich Dinge ergeben, die meinen Betriebswirtschaftlichen Geist kreativ forderten. Und Unternehmen beraten kann ich auch von zu Hause aus. Mit dicken Wollsocken und in Schlabberhosen. Und einer Elfe neben mir 😉

      Kritik … 😀 Wer mich kritisiert sollte genau wissen worauf er sich einlässt. Ich habe nicht umsonst „Mayumi“ absichtlich falsch übersetzt.

      Mein Herz hängt primär an meiner Elfe. Aber auch an meinem freien Geist. Und so komisch es vielleicht klingt, auch an Karate. Ich mag mein Wissen gern an andere Frauen und Mädchen vermitteln. Mut machen, sie auf den Weg ins / durchs Leben bringen. Das kann ich, darin bin ich gut.

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