Ich, mein Selbst und das ständig

Die meisten Menschen bleiben fremdbestimmt. Und das ihr Leben lang. Mein Weg war immer anders. Aber anpassen kann ich mich auch. Es lernt sich im Klassenzimmer einfach besser, als einsam vor der Tür. Aber das nur nebenbei und als Einstieg in diesen Bericht. Bekanntlich habe ich BWL studiert. Und auch ausgezeichnet abgeschlossen. Nur arbeite ich nicht mehr im BWL-Bereich und hatte es auch nie mehr vor. Aber Dinge ändern sich und ich bin aufgeschlossen.

Auch Yuki hat einen Titel. Aber das Lehramt war kein Ziel. Unser Weg zurück auf die Uni war gut. Und er war richtig. Aber eben nicht auf Dauer. In den letzten Monaten ist in mir klar geworden, dass ich keine weiteren Jahre studieren will. Mein Plan, in einem Verlag, oder als Redakteurin zu arbeiten, war lediglich eine Laune von mir. Ich sehe mich einfach nicht berockt und bestrumpft durchs Großraumbüro stöckeln und den News von vorgestern nachjagen. Eingezwängt ins Korsett von Konventionen und Lügen, wäre das mein geistiger Tod. Außerdem lüge ich sehr schlecht.

Im LGBT-Bereich werde ich auch weiterhin aktiv bleiben, das stand niemals zur Debatte. Vielleicht ergeben sich in Zukunft andere Möglichkeiten, um die Regenbogenflagge weiter hoch zu halten. Das werden wir dann sehen. Ob das weiter in BaWü ist muss sich noch erweisen. Zur Zeit denken wir über einen Umzug nach Düsseldorf nach. Ohnehin sind wir in letzter Zeit ständig dort, was meine Eltern freut. Nur die spaßige Frage nach Enkeln bringt mich in Rage. Aber Yuki lacht nur und alles ist gut.

Es fällt mir leicht Entscheidungen zu treffen und meinen Lebensweg zu sehen. Für Visionen bin ich immer zu haben. Also habe ich analysiert, was ich wirklich kann und will. Ich kann Karate, Aikido, Kendo und nun auch Wing Chun. Im Karate bin ich Meisterin, den Rest lasse ich folgen. Ich bin Feministin und ich stehe für die Rechte von Frauen. Ich beschütze Menschen gern und gebe meine Kunst auch weiter. All das befähigt mich zur Sensei, dem japanischen Wort für Lehrer(in). Und ich kann BWL. Aber das schrieb ich bereits. Mehr davon in Kürze, ihr werdet schon sehen.

Nun kann man von Kampfkunst nicht immer leben. Auch, wenn das Sicherheitsbedürfnis in Deutschland steigt. Meine Familie ist nicht ganz arm. Und Immobilien im In- und Ausland helfen, um das Leben angenehmer zu gestalten. Meinen Eltern sozusagen auf der Tasche liegen, das war nie mein Ding. Aber warum Hunger leiden, wenn es auch anders geht? Finanzielle Sicherheit ist eine tolle Sache. Aber ausnutzen ist anders.

Meine Liebe zu schnellen Autos ist dann noch einmal eine ganz andere Sache. Die habe ich nie in dem Maß ausgelebt, wie Töchter und Söhne reicher Eltern. Mein Mittelklasse Toyota war mir lange Zeit genug. Ich musste nie mit einem Porsche protzen. Yukis Vater ist Automobilist mit Leidenschaft. Ein Manager mit innovativen Ideen. Er hat uns den Einstig in die Arbeitswelt ermöglicht und sehr bedauert, dass wir gehen. Aber wir arbeiten wieder für ihn. Wenn auch so völlig anders, als er das gern hätte. Ähnlich wie mein Vater kann er aber Yuki keinen Wunsch abschlagen. Und die Idee uns als Testfahrerinnen zu verpflichten kam von ihm.

Begegnungen mit Menschen, wie Graf Werner und der pensionierten Lehrerin Brigitte, haben mich berührt. Auch der Krav Maga-Experte von der Polizei, hat mit meiner Entscheidung zu tun. Und natürlich meine Freundin Linda, mit der ich stärker zusammenarbeiten will. Aber nicht als Angestellte. Der Entschluss steht fest, ich werde selbstständig sein. Freiberuflerin mit A-Lizenz und Schwarzem Gürtel. Was will Frau noch mehr? Und zu Graf Werner gibt es auch noch viel zu sagen. Aber davon in einem anderen Artikel mehr. Titel adeln sich.

Für die Uni bedeutet das Goodbye. Kein Powerstudium, keine Klausur. Es war schön. Auf Wiedersehen. Leider bedeutet es auch den bisher größten Einschnitt in meinem Leben, die Trennung von meiner Frau. Natürlich nicht für immer, was habt ihr denn nun gedacht? Der Plan ist einfach: Master und Frau Dr. machen. Und dann steigt sie bei mir ein. Bei ihrer Begabung nur ein Klacks. Mit nun zwei Autos gibt es da kein Problem. Zur Not bin ich immer zur Stelle. Und exmatrikuliert bin ich noch nicht. Aber es werden lange Stunden ohne meine Elfe sein. Also muss ich schneller fahren und höher kicken. Und das kann ich bekanntlich gut. Und auch malen nach Zahlen.

Linda und ich werden Seminare und Kurse in Selbstverteidigung geben. Bevorzugt für Frauen und Mädchen. Aber auch für Mann. Dann aber nur für solche, die keine polizeiliche Vorgeschichte haben. Und das können Manager, oder Polizeibeamte sein. Für meinen Schwiegervater werde ich ebenfalls weiter Autos fahren. Aber das nur nebenbei und zu anderen Konditionen. Aber BWL wird vorerst wieder meine Hauptsache sein. Trocken, präzise und analytisch gut.

Was das für meinen Blog bedeutet, steht auf einem anderen Blatt. Schon eine Weile bin ich dort weniger aktiv vertreten, aber immer noch präsent. Zum Glück kann ich meist von zu Hause aus arbeiten. Und das soll auch so bleiben.

37 Kommentare zu “Ich, mein Selbst und das ständig

  1. You, young people are so strange. First unioversity then the rest. Everything is easier with diplomas. No stupid questions. Education is the only way. Doctorate and master: you can have a good job (a very good one). Nobody cares if you are lesbian or not. May be, I am a too logical woman.

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    • I already have a Diploma, dear Esther. 🙂 I got it a few years ago and worked. It just wasn’t the way for me and my ideas in life. Since i like to write the idea came up to study again and work for a newspaper, or publisher.

      Now i will be my own „Boss“ 😉 And i will use what i learned. Which will be „Karate“ and Business Economics. Easy to mix and easy for me to do. And me too, i can be a logical woman. 🙂

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  2. Die Erfahrungen aus Deinen Kursen über die Menschen in Deinen Kursen werden ein idealer Nährboden für tolle Geschichten sein.

    Schau Dir das einmal als Idee an http://capitombolo.de/. Haben meine Kinder im Rahmen der Schule mitgemacht. Ist sehr gut angekommen und könnte eine Ergänzung bzw. Vorstufe sein.

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    • Danke für den Link. 🙂 Ich bin für Ideen immer offen.

      In erster Linie wird es um Selbstverteidigung für Frauen gehen. Lehren werde ich sie aber auch Zivilcourage zu haben. Nicht gegen Mann, aber für sich selbst. Nicht passiv und abwartend durchs Leben zu gehen, sondern immer selbstbewusst.

      Großen Spaß habe ich immer mit Kindern. Sie sind so unschuldig und leicht zu begeistern. So, wie die Kleine gestern in meinem Video. Wenn ich sie auf den richtigen Weg bringen kann, so wird das ein guter Tag.

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  3. Aber haben Polizeibeamte nicht auch eine polizeiliche Vor- und sogar Nachgeschichte? 😛

    Spaß beiseite, ich wünsche dir viel Erfolg für deine Pläne. Das BWL-Studium ist da sicher hilfreich, und ich denke, du weißt, worauf du dich damit einlässt – Selbstständigkeit ist kein Zuckerschlecken, vor allem der Einstieg, aber andererseits muss das Hindernis, vor dem du Angst hast, vermutlich noch erfunden werden 😉 Ich drücke dir die Daumen. Und hoffe, dass du trotz allem ab und zu Zeit für deinen Blog findest 🙂

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  4. Lustig, wie unterschiedlich Menschen sind! 😊 Gerade weil ich Wing Chun so sehr liebe, will ich es zum Bedauern meines Sifus nicht zu meinem Beruf machen. Ich hätte nämlich Angst, dass es sich auf meine Leidenschaft negativ auswirken könnte.

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      • Nein danke, damit beschäftige ich mich ja hauptsächlich. 😉
        Mein Sifu ist sowieso total hartnäckig. Nach meiner Weiterbildung werde ich bei ihm wohl die Ausbildung zum Instructor machen. Er hätte so gerne mal eine Lehrerin. 😅 Ob ich dann irgendwann eine eigene Schule haben will, weiß ich noch nicht. Bei seinem Unterricht kann ich ihn ja mal etwas unterstützen.

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