Hilfe, mein Kind ist normal!

Immer wieder gibt es Horromeldungen, dass Kinder von homosexuellen Paaren Probleme mit der Lebensweise ihrer Eltern haben. Oder, dass sie psychisch darunter leiden, gar selbst homosexuell werden. Besonders gern wird davor gewarnt, dass solche Kinder einer größeren Gefahr ausgesetzt sind, um sexuell missbraucht zu werden. Bewegen sich doch solche Eltern oft in der LGBT-Community. Meist werden solche Meldungen und Studien von erklärten homophoben Menschen und Organisationen verbreitet. Das Ziel ist klar, man will die Institution Familie und sich vor Andersartigen schützen. Aber nichts davon ist wahr. Die „normale Familie“ mag zwar ein Bild sein, aber sie ist kein Abbild der Gesellschaft. Und das ist gut.

Mein heutiges Thema hat aber einen anderen Hintergrund und ist auf Anregung eines anderen Bloggers entstanden. Für die meisten Menschen gibt es nur eine Lebensweise: Mann – Frau – Kind. Diese (Schein)Welt der Harmonie, wird gern und oft in Büchern und Filmen beschworen und von schmalzlockigen Sangesknaben besungen. Dass einige von denen schwul sind, vergisst der Hörer gern. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Wie reagieren homosexuelle Eltern nun, wenn ihr Kind ein anderes „normales“ Kind trifft und mit nach Hause bringt? Nicht etwa zum spielen. Kinder haben keine Probleme mit Homosexuellen. Die werden ihnen erst von Erwachsenen eingeimpft. Nein, die Rede ist von der ersten Liebe. Wenn die hetero Tochter eines lesbischen Paares den hetero Freund ihren beiden Müttern vorstellt.

Natürlich habe ich mich umgehört und auch mit solchen Eltern gesprochen. Und dann saß ich doch einigermaßen ratlos am Laptop. Denn scheinbar gibt es kein Problem. Die Paare mit denen ich sprach haben durchweg positive Erfahrungen mit hetero Freunden ihrer Kinder gemacht. Aber das war auch nicht die Frage. Eher die, wie es in der Psyche der Eltern ausschauen mag. Und dazu fällt mir eine Menge ein. Ich habe mir vorgestellt, dass Yuki und ich Kinder hätten. Töchter versteht sich! Und dass diese Töchter nun langsam flügge werden und erste Freunde mit nach Hause bringen. Ehrlich gesagt, hätte ich damit nun aktuell ein Problem. Mein Bild von Mann ist zwar gemildert, aber er bleibt außerhalb meiner Welt. Das gilt aber nur für mich und ist nicht die Regel bei Regenbogenfamilien.

Kinder von Regenbogenfamilien haben es in vielen Dingen besser, als ihre Artgenossen. Sie werden oft von ihren Eltern mehr gefördert und mehr Liebe gibt es auch. Das hat auch damit zu tun, dass es sich bei all diesen Kindern um Wunschkinder handelt, die eben nicht bei einem One Night Stand gezeugt worden sind. Aber selbst mir, als früher erklärte Männerhasserin, ist klar, dass Kinder Kontakt zu beiden Geschlechtern brauchen. Eine weibliche, oder männliche Bezugsperson muss also her, die den Einstieg ins Leben für das Kind erleichtert. Hätte ich Kinder, so wäre das mein schwuler Cousin Ken, der auch der Vater meiner Kinder wäre. Der findet die Idee super, da er Yuki und mich liebt. Brüderlich versteht sich und nicht sexuell.

Mein Hintergrund mit Mann ist den meisten LeserInnen dieses Blogs bekannt. Immer wieder traf ich auf Dummheit, Intoleranz und sogar Gewalt. Und gegen die konnte ich mich erfolgreich wehren. Und kann es immer noch. Auch, wenn ich heute kaum noch kämpfe. Nun muss ich zu keiner Psychologin gehen, um mein Seelenheil zu retten, oder Dinge über mich zu erfahren. Ich weiß wie ich bin und ich weiß auch warum ich so bin. Und es ist nicht so, dass ich Männer überhaupt nicht mag. Als Beispiel dienen mein Vater, mein Schwiegervater und mein Cousin Ken. Und sehr viele und meist ältere Männer, die mir niemals an die Wäsche wollen. Mit denen kann ich, da sie mich immer akzeptierten, förderten und auch beschützten. Nur bin ich Frau genug, um allein für meinen Schutz zu sorgen. Aber das gehört nicht hierher.

Die noch immer homophob angehauchte Gesellschaft prägt das Verhältnis zwischen Frau und Mann. Und aus diesem Grund kann noch keine Normalität eintreten. Wenn eines Tages homosexuelle und heterosexuelle Elternpaare Tür an Tür leben, wenn ewig gestrige Homophobe auf den Mars ausgewandert sind, erst dann wird sich die Situation verbessern. Dann wird es normal sein, dass ein Kind zwei Mütter, oder zwei Väter hat. Und dann werden auch Eltern sich keine Sorgen mehr darüber machen, ob ihr Kind in einer der beiden „H-Beziehungen“ glücklich wird. Ich schon. Aber das bleibt meine Sache. Ein Problem sehe ich darin nicht. Die abschließende Frage an meine LeserInnen lautet: Wie geht ihr mit euren Kindern um, die sich vielleicht als Teenager lesbisch oder schwul outen. Wäre das nicht einen Artikel wert?

45 Kommentare zu “Hilfe, mein Kind ist normal!

  1. „Normalität“ wäre es, wenn Du Dir keine Gedanken um das Geschlecht Deines eigenen Kindes machen würdest. Und das es in „Regenbogenfamilien“ mehr Liebe für die Kinder gibt, wage ich zu bezweifeln. Normalität ist, dass Regenbogenfamilien und andere Familien mehr oder weniger die gleichen Probleme und Glücksmomente haben. Auch in Hetero-Familie gibt es in der Regel Wunschkinder.

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    • Du übersiehst, dass zwei Frauen und zwei Männer auf natürliche Weise keine Kinder bekommen können. Während das Männerpaar den Weg der Adoption gehen muss, kann jede der beiden Frauen mit Spendersamen schwanger werden. Beide Paare wollen aber unbedingt ein Kind. Und diese Kinder entstehen nicht durch Zufall, oder durch „Unfall.“ Die Bindung von zwei lesbischen Frauen zu ihrem Wunschkind sehe ich als deutlich enger, als bei einem heterosexuellen Paar, das lediglich nicht verhütet hat.

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      • Liebe Mayumi, aber das stimmt doch nicht! Gerade die Möglichkeiten der Verhütung machen es auch für Hetero-Paare möglich, ein Wunschkind zu bekommen. Aus „Versehen“ oder weil nicht verhütet, bekommt doch heute kaum noch jemand ein Kind. Und die Bindung eines Hetero-Paares zu ihrem Wunschkind ist sicherlich genauso eng wie bei einem lesbischen Paar. Ich kenne viele liebevolle Eltern, auch alleinerziehende Mütter oder Väter, die eine liebevolle und enge Bindung zu ihren Kindern haben.Das scheint mir der Normalfall zu sein.

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      • Die Realität in Sachen Verhütung sieht leider ganz anders aus. Immer mehr junge Mädchen und Frauen werden ungewollt schwanger. Oft haben sie sogar noch einen Migrationshintergrund und dank strengen Eltern keine Möglichkeit an die Pille zu kommen. Und nun zeig mir „liebevolle Eltern.“
        Im Gegensatz dazu steht das lesbische Paar, das ihr Kind vergöttert.

        Dass Wunschkinder aus heterosexuellen Beziehungen nicht geliebt werden, habe ich nie gesagt. Aber die Bindung zweier Frauen an ihr Kind bleibt doch anders. Sie ist wesentlich emotionaler geprägt, das wirst du kaum anzweifeln können.

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      • Da stimme ich Dir leider trotzdem ganz und gar nicht zu.
        Die Bindung von Heteroeltern zu ihren Wunschkindern ist sicher nicht anders als die bei homopaaren

        Du vergisst leider den Punkt, dass Heteropaare zu medizinischer Hilfe greifen, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt.
        Während Frauen in einer lesbischen Beziehung häufig lediglich eine Spritzensemination mit Spendersamen benötigen.
        Ich wüsste nicht, wieso da die Bindung zum Kind was besonderes sein sollte?
        Ein Wunschkind ist und bleibt ein Wunschkind, egal welche Sexualität die Eltern haben.

        Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dassso manches Kind von hHeteroeltern mehr geliebt wird als von homosexuellen Eltern. Das hat nämlich schlicht und einfach mit den Personen ansich zu tun und liegt definitiv nicht an der Sexualität.

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      • Wir drehen uns momentan im Kreis, liebe Blumenelfe. Du sollst mir auch nicht zustimmen, das verlangt niemand von dir. Ich sage lediglich, dass die emotionale Bindung zweier Mütter an ihr Kind anders ist, als bei Frau / Mann. Das kannst du gern anders sehen. Aber wissen kannst du es nicht.

        Auch lesbische Frauen müssen sich Hormonbehandlungen unterziehen. Sie haben die gleichen Probleme und Schwierigkeiten Kinder zu bekommen, wie heterosexuelle auch. Aber das weißt du bestimmt.

        Mit deiner letzten Aussage komme ich nicht ganz klar. Woher nimmst du diese Gewissheit, die ich nicht falsch verstehen möchte. Denn im ersten Moment klang sie Homosexuellen gegenüber sehr abwertend. Magst du es deutlicher erklären?

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      • Diese Gewissheit nehme ich daher, wo Du Deine nimmst.
        Es liegt ganz einfach nicht an der Sexualität der Eltern und somit gibt es auch heterosexuelle Eltern die eine intensivere Bindung zu ihrem Kind haben als das homosexuelle Paar xy.
        Das kann man einfach nicht an der Sexualität und dem Geschlecht der Eltern festmachen.

        Wenn ich es recht verstanden habe, habt ihr keine Kinder. Wie kannst Du darüber urteilen, ob ein Vater nicht ein genauso emotionales Verhältnis zum Kind haben kann?
        Demnach müsste die Bindung bei Schwulen ja katastrophal sein. Ich kenne Paare die ihr Pflegekind mehr lieben und fördern als andere ihr leibliches.

        Das mit der medizinischen Unterstützung stimmt so auch nicht. Bei einem lesbischen Paar ist nicht direkt eine IVF/ICSI notwendig. Ich habe mehrere Blogs gelesen, bei denen die Frauen ohne jeglichen Arzt,durch Einspritzung des Spenderspermas schwanger wurden.
        Und eine IUI kann man auch nicht mitdem Weg einer unfruchtbaren Frau vergleichen!

        Das lässt mein Bild über die Gleichstellung der Sexualität gerade schrumpfen. Solche Aussagen sind schlichtweg nicht in Ordnung und klingt uns heterosexuelle Eltern gegenüber ziemlich abwertend.

        Ließ doch bitte meinen blogpost, den ich im Bezug auf diesen hier geschrieben habe.

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      • Deine Kommentare wirken auf mich sehr emotional. Aber das geschriebene Wort lässt dem gesprochenen gegenüber stets mehrere Interpretationsmöglichkeiten zu. Daher sehe ich das recht gelassen. Und das solltest du auch. 🙂

        Du beißt dich leider an einem einzigen Satz meines Artikels fest, um den es (mir) überhaupt nicht geht und über den ich mich aus diesen Grund nicht streiten werde.

        Viel interessanter für mich wäre eine Antwort auf die letzte Frage meines Artikels, die leider nur 2 Personen beantwortet haben. Und das waren Männer. Schon interessant.

        Davon abgesehen habe ich dir nicht gestattet Teile meines Artikels, oder meine Kommentare in deinem Artikel zu veröffentlichen. Du verstößt damit gegen das Urheberrecht und ich erwarte, dass du sie unverzüglich entfernst.

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      • Da muss ich Dich leider enttäuschen, denn das Urheberrecht gestattet das zitieren von Textstellen eindeutig, wenn sie in direktem Zusammenhang mit dem eigenen Text stehen.

        Mir ist bewusst um was es in Deinem Artikel geht, doch kann man keine Gleichstellung erwarten, wenn man dann selbst zwischen der unterschiedlichen Sexualität trennt.

        Unsere Tochter steht es nebenbei frei, welches Geschlecht sie in Zukunft lieben möchte.

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      • Vielen Dank für deine Antwort.

        Es ist natürlich tolles „Fair Play“ Aussagen und Kommentare aus dem Zusammenhang zu reißen und genüsslich auf dem eigenen Blog zu sezieren. Mir ist unverständlich, wie man sich wegen eines Satzes derart aufregen kann und quasi einen Blog-Krieg beginnt. Aber gut, das ist dein Problem. Ich habe damit nichts zu tun. Mir fehlt die Lust und Zeit mich wegen Kleinigkeiten zu streiten und auf dem Kriegspfad bin ich nicht. Die Zeiten in denen ich mich im Internet „fetzte“ sind lange vorbei 😀

        Verzichte bitte auf weitere Äußerungen in diesem Blog. Weitere Kommentare von dir werde ich ungelesen löschen.

        Alles Gute für dich in deiner Welt.

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  2. Vielen Dank für die prompte Bedienung. Ist doch schön, wenn es so ein Non-event ist.

    Was würdet ihr denn machen, wenn Yuki wider Erwarten einen Jungen bekommen würde? Zur Adoption freigeben? Stell Dir mal vor wie der in der Schule damit prahlen könnte, dass seine Mütter x schwarze Gürtel haben. Kann mir schon die Reaktion vorstellen: a) man kann nicht zwei Mütter haben und b) so viele schwarze Gürtel gibt es nicht. 🙂

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    • Gern geschehen. Der Bericht war auch spannend zu schreiben und ich musste wirklich einige Tage recherchieren.

      Mein Wunsch nach einer Tochter ist doch lediglich ein Wunsch. Ich weiß von anderen lesbischen Paaren, dass sie vernarrt in ihren Jungen sind. 😉

      Und mit den Schwarzen Gürteln bringst du einen ausgezeichneten Punkt zu Papier! Ich werde Yuki sofort ins Trainingslager schicken! 😀 Und natürlich auch Trainingsprogramme für unsere ungeborenen Kinder ausarbeiten.

      Aber die abschließende Frage des Artikels hast du nicht beantwortet. Wobei ich glaube, dass ich deine Antwort kenne. Nur, wie würdest du dich fühlen?

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      • Aktuell bin ich da völlig entspannt und es wäre mir wichtig, dass meine Kinder glücklich sind. Andererseits habe ich schon sehr viele tolerante Menschen gesehen, die auf einmal gar nicht mehr so tolerant waren, als es um ihre Kinder ging. Das fängt bei Kleinigkeiten wie Haare, Kleidung, etc an. Ich hoffe, dass ich nicht zu diesen Teilzeit-Toleranten gehöre, wenn es um meine Kinder geht.

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      • Diese Antwort hatte ich erwartet. Vielen Dank dafür. Ich glaube aber, dass du trotz etwas Bauchweh ein toleranter Vater wärst, bzw. bist.

        Eine Szene aus einem lesbischen Film fällt mir dazu ein. Die Mutter erklärt ihrem Mann völlig aufgelöst, dass die Tochter lesbisch ist. Er darauf: Soll das heißen, dass sie nie einen Mann mit nach Hause bringt? Die Mutter: Ja! Er: Super!

        😀

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      • Es gibt aus einem Film ein Zitat eines Vaters. „Man hat das ganze Leben Angst, dass die Tochter den falschen Mann anschleppt und irgendwann hat man Angst, dass sie den richtigen Mann anschleppt.“

        Meine Tochter hat bereits jetzt so einen Sturkopf, dass sie sowieso machen wird, was sie will. Während es manchmal Dinge gibt, da wünschte ich, sie wäre etwas mehr Elternfreundlich, bin ich letztlich sehr stolz, dass sie ihre Meinung vertritt.

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  3. Gern gelesen.
    Du sagst:
    Die “normale Familie” mag zwar ein Bild sein, aber sie ist kein Abbild der Gesellschaft. Und das ist gut.

    Genau darüber haben wir … unsere Familie, Altersstruktur von 78 -18 … gestern unterhalten.

    Liebe Grüße
    mira

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      • Das Ergebnis?
        Die Menschen sollen sich frei entfalten können.Die „normalen“ Familienstrukturen brechen nicht ohne Grund auf. Es geht darum, eine neue Form zu finden, eine neue Art der Liebe.
        Das Wissen um unsere Ganzheit.
        Solange wir einen Teil davon nicht annehmen, ihn ablehnen, wird sich immer wieder Aggression einschleichen – auf allen Seiten und das ist schade.

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  4. Mein Kind bräuchte sich in meinem Fall keine Sorgen machen und es dürfte sich sogar als bisexuell outen (die hast du ja mal so etwas von unter den Tisch fallen lassen. Schäm dich was!). Nein, ganz im Gegenteil, wenn mein Kind zu mir kommt und angstfrei erzählen kann, dass es einen anderen Menschen liebt, dann erst weiß ich, dass ich in dem Punkt der Erziehung alles richtig gemacht habe. Ein Problem sehe ich da eher in Bezug auf meinen Vater und dessen Eltern. Deren Geschwätz soll und darf mein Kind nicht hören und ihre Akzeptanz wäre eine gespielte. Da blutet mir das Herz, wenn ich daran denke.

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    • Deine Einstellung kannte ich, lieber Ben. Und du weißt: Ich finde sie gut. 🙂 Du, ich und viele andere gehören zu einer Generation, die die Dinge anders und viel offener sieht. Und es geht immer nur um Liebe. Das sehen leider viele Menschen nicht.

      Bisexuell ist laut Sigmund Freud jeder Mensch. Nur sind sich dessen die wenigsten bewusst, oder leben es aus. Auch das ist kein Problem. So lange es Toleranz und Respekt für andere Menschen gibt.

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  5. Ich schließe mich Ulrike an, denn nur weil ein Kind ein Wunschkind war oder gleichgeschlechtliche Eltern hat, bekommt es nicht direkt mehr liebe.
    Unheimlich viele Heteropaare machen x Behandlungen durch, bis sich ihr Wunschkind endlich anmeldet. Nicht nur homosexuelle Paare brauchen Hilfe beim schwanger werden.

    „Normalität“ ist das, was man selbst daraus macht. Jeder Mensch hat sein eigenes Empfinden, was normal ist und was nicht. Alles andere ist ein von der Gesellschaft „festgelegter“ Zustand.

    Toleranz ist sehr wichtig, doch wer Toleranz fordert muss auch die persönliche Meinung anderer tolerieren 😉

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  6. Anderes Szenario: Eure Tochter kommt mit ihrer ersten Freundin nachhause. Du freust dich bereits riesig. Und dann: Die Freundin entpuppt sich als absolute Zicke. Auf jeden Fall kommt ihr gar nicht miteinander klar.
    Theoretisch sind die Umstände wirklich wichtig, aber praktisch geht es in jedem einzelnen Fall doch nur um die jeweiligen Menschen. Jede/r bringt da irgendwelche Eigenschaften mit, mit denen die anderen sich auseinander setzen müssen…

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  7. Wenn es so weit ist, musst du deinem Kind vertrauen. Klar wird es auch in seiner Generation Arschlöcher geben, aber glaubst du, dass deine Tochter (oder dein Sohn) auf so jemanden reinfällt? Und wenn das doch passiert, gerade dein Kind wird sich dann doch wehren können, meinst du nicht?

    Liebevolle Hetero-Familien gibt es auch. Ich hatte das Glück, in einer solchen aufzuwachsen. Und Probleme können auch Wunschkinder machen. Ich bin komplett deiner Meinung, dass liebevolle homosexuelle Eltern genauso gut für das Kind sind wie liebevolle heterosexuelle Eltern! (Und besser als lieblose Eltern, klar.) Die „perfekte“ Familie werden aber auch sie nicht erreichen, weil Menschen nun mal nicht perfekt sind. Wir können alle nur unser Bestes tun und hoffen, dass das reicht.

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    • Meine Aussage bezog sich auf die andere Bindung von zwei Müttern ihren Kindern gegenüber. Ich weiß von meinem Vater, wie eng eine Bindung zu seinem Kind sein kann. Aber sie ist und bleibt doch anders, als zu der Mutter.

      Und meinen Kindern werde ich natürlich vertrauen. Ich sehe da auch wenig Probleme, dass sie – egal ob Mädchen oder Junge -, homosexuell sein könnten. Aber auch kein Durchschnitt, keine angepassten Mitläufer. Aber hoffentlich werden sie keine kleinen Rebellen wie ich eine war 😀

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  8. Erst mal zu Deiner Frage: Wenn ich Kinder hätte (was mit grosser Wahrscheinlichkeit nie passieren wird), dann wäre es mir vermutlich vollkommen schnuppe, ob er oder sie homosexuell wäre. Ich denke, dass für die meisten Eltern das Wichtigste ist, dass ihre Kinder ihr Leben auf die Reihe bekommen und glücklich sind – auch wenn es bei den einen oder anderen vielleicht auch etwas länger dauern mag, bis sie erkennen, dass ihr subjektiv empfundenes Glück nicht zwangsläufig das Glück der Kinder sein muss. 🙂
    Was bei mir aber Kopfschütteln verursacht ist Deine Aussage: « Kinder von Regenbogenfamilien haben es in vielen Dingen besser, als ihre Artgenossen. Sie werden oft von ihren Eltern mehr gefördert und mehr Liebe gibt es auch.» Wenn diese Ansicht von allen gleichgeschlechtlichen Eltern, bzw. auch Nicht-Eltern (wie in Deinem Fall) so unkritisch vertreten wird, so kann ich irgendwo schon verstehen, dass es mit der Toleranz schwierig werden könnte. Denn in manchen Deiner Aussagen in diesem Artikel und in Deinen Antworten präsentierst Du Dich genau so intolerant und stereotyp, wie manche der Homophoben, die Du in Deinen Artikeln oft erwähnst und verurteilst.
    Was das Verhältnis Mutter-Kind betrifft, so ist das im Übrigen oft enger, weil in der von Dir zitierten Scheinwelt der Harmonie nun mal die Mutter in der Phase der Bindungsentwicklung des Kindes sehr viel mehr Kontakt zum Kind hat, als der Vater. Auch wenn ein Kind zwei Mütter (oder Väter) hat, wird es in den meisten Fällen zu einer der beiden eine engere Bindung entwickeln – das liegt in der Natur der Dinge…

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    • Auch du mein Sohn Brutus … äh liebe Charlotte? 😉

      Ehrlich gesagt sehe ich das Problem nicht, das ihr mit diesem Artikel und den Aussagen habt. Ich bezog mich auf mehrere Studien, die vielleicht etwas zu Regenbogenlastig sind. Gut, das ist dann eben so. Aber daraus nun gleich ein Drama machen? Sachlich ist anders. Nicht auf dich bezogen, du drückst dich korrekt aus.

      Vielleicht sollten Leser auch nicht jedes Wort auf die sprichwörtliche Goldwaage legen und sich sofort angegriffen fühlen, wenn ich etwas härtere Töne anschlage. Aber ich werde nun sogar zitiert und auf einem anderen Blog massiv angegangen, ist das nicht toll? Ich werde noch richtig berühmt 😀

      Nun überlege ich aber, wo ich intolerant war? Ich habe (m)eine Meinung vertreten. Ulrike hatte eine andere. Auch die blumige Elfe und nun du. Wo ist das Problem? Alles gut. Und eigentlich respektiere ich jede Meinung. Ihr meine auch? 😉

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      • Das Thema Mutter-Kind und Wunschkind, etc. ist nun mal für viele Paare (und insbesondere für Mütter) ein hoch emotionales Thema. Dass da ab und zu die Goldwaage aus dem Schrank geholt wird und die Sachlichkeit teilweise auf der Strecke bleiben kann, ist für mich gut nachvollziehbar – je nachdem, wie eng mann/frau an diesem Thema dran ist.
        Was die Meinung angeht, liebe Mayumi, so sehe ich da überhaupt kein Problem drin. Ich respektiere die Deine, so wie ich eigentlich alle Meinungen respektiere, so lange diese nicht zu einer mich betreffenden und für mich inakzeptablen Handlung führen. Das «Intolerant» bezog sich nicht auf Dich als Person (das weisst Du auch und schliesslich kenne ich Dich zu wenig, um so etwas zu beurteilen) und war in der Eile des Kommentars und in Bezug zu diesem Artikel auch ein falsch gewähltes Wort. «Polemisch» trifft es besser. Und «stereotyp» hatte ich ja bereits. 😉
        Ich fürchte nur, dass mit solchen Artikeln dem homophoben Teil der Bevölkerung eine Steilvorlage geliefert wird. Ich denke übrigens, dass ich einige der von Dir angesprochenen Studien «kenne». Einige davon sind bestimmt repräsentativer, andere wohl weniger. Dass es vielen Kindern von Regenbogenfamilien besser geht (um bei diesem Zitat zu bleiben) belegt keine (die ich kenne) davon. Wohl aber, dass Kinder von Regenbogenfamilien toleranter sind – um noch einmal auf das «Intolerant» zurückzukommen. *lach* Alles gut, ich lese Dich trotzdem gerne – auch wenn wir nicht immer gleicher Meinung sind.
        Liebe Grüsse
        Charlotte

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      • Bäh, gleiche Meinung wäre doof 😀 Dabei haben wir die ja eigentlich doch.

        Die Toleranz geht leider bei ehemaligen Mitgliedern der Regenbogen Gemeinde oft verloren. Mehr muss ich dazu nicht sagen denke ich.

        Mit dem Artikel wollte ich Sir Alec einen Gefallen tun, der mich um eine Meinung bat und kein Problem mit meiner Formulierung hatte.

        Ich sehe Kind und Familie natürlich aus meiner anderen Sicht der dann zwei Mütter und der meiner Freundinnen. Das mag dann wirklich etwas einseitig sein, aber ich habe auch hetero-Freundinnen – mehr Bekannte -, die nicht wirklich glücklich über das zweite, oder dritte Kind sind. Lesbenpaare wollen diese Kinder aber bewusst haben. Um mehr ging es nicht. Und eigentlich auch nicht wirklich um dieses Thema. Mehr darum, wie sich Eltern fühlen.

        Liebe Grüße

        Mayumi

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  9. Normal ist was du Kindern vorlebst. Es ist abselut egal wer DU bist. Wichtig fuer Kinder ist das man sie liebt und man sich um sie kuemmert!

    Ich habe 5 Wunschkinder die mein Mann und ich abgoettisch lieben.

    Ich glaube wir sollten aufhoeren auf einander mit den Finger zu zeigen und anfangen uns Respekt zu zeigen.

    In diesem Sinne einen lieben Gruesse aus Yamaguchi ken

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  10. Ich kenne zwar keine Regenbogenfamilien, jedenfalls nicht persönlich, aber kann man behaupten, dass es die Kinder besser haben? Ich glaube, jede Familie hat seine Vor- und Nachteile, ob nun gleichgeschlechtlich oder nicht. Das mit dem Wunschkind ist schon ein gutes Argument, aber der leicht negative Klang gegenüber dem Mann-Frau-Kind Model hat mich ein bisschen gestört. 🙂
    Ich glaube, es wird nie normal, dass gleichgeschlechtliche Paare Tür an Tür wohnen. Auch, wenn man es toleriert, solange man die Menschen nicht persönlich kennt, wird man doch immer sagen, dort wohnen die Lesben/Schwule. Und nicht, dort wohnt Familie Schröder.
    Wenn mein Kind homosexuell werden würde (ich wünsche mir irgendwann mal drei Kinder, da ist die Wahrscheinlichkeit höher 😀 ), dann sehe ich von meinem jetzigen Standpunkt aus kein Problem dabei. Aber ich würde mir Sorgen machen, weil in 10 Jahren bestimmt noch nicht alle Homophobe Menschen auf den Mars geschossen wurden.

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    • Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ob Kinder von Regenbogenfamilien es besser haben oder nicht, hat man in Studien erforscht. Auf keinen Fall haben sie Nachteile, wie fanatische Homophobe gern behaupten.

      „Oft besser“ war eine Formulierung dieser Studie, die ich übernommen habe. Meine Meinung dazu habe ich mehrfach dargestellt, ich möchte sie nicht erneut wiederholen. Das verstehst du denke ich. Und abwertend gegen Hetero-Familien war sie nicht. Nur aus meiner (lesbischen) Sicht geschrieben.

      Weißt du, ich hoffe einfach darauf, dass die Welt sich langsam verändert. Dafür kämpfe ich seit Jahren und versuche durch gelebte Normalität zu überzeugen.

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      • Nein Nachteile kann ich mir auch nicht vorstellen. Völlig absurd, was Kinder brauchen ist Liebe. Aber die männliche Bezugsperson ist schon wichtig, wie du gesagt hast. Dabei muss der leibliche Vater nicht immer die beste Wahl sein.

        Abwertend klang es nicht. Keine Angst, ich verstehe, dass du einfach die „moderen“ Familie vorstellen willst.

        Ich finde deinen Blog recht interessant, eigentlich überspringe ich jeden Blog, bei dem es nicht um Fotos geht (Interessenhalber und ein kleines Konzentrationsproblem meinerseits 🙂 ).

        Dass du dafür kämpfst, finde ich gut. Zum Beispiel durch diesen Blog eröffnest du vielen eine Welt, über die man nicht groß nachdenkt, solange man nicht direkt damit konfrontiert wird. Bei mir stellt sich nur dann noch immer die Frage, wenn man um etwas kämpft, muss man gucken um welchen Preis und wie, denn je stärker man um etwas kämpft, desto mehr rückt man das Umkämpfte in ein besonderes Licht und macht es eben zu etwas „Unnormalen“ (das gilt für alles, obs nun Emanzipation ist oder Homosexuelle Ehen)… blabla, das war jetzt etwas zu philosophisch!

        Ich bin für den Ansatz, „durch gelebte Normalität zu überzeugen“ 🙂

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