200: Rise of a Blog

Es gibt Dinge, die entwickeln ein Eigenleben. Aus einer Laune wird eine Passion. Und schnoddrig gekritzelte Blog-Einträge werden fast zu Literatur. Aber eben nur fast. Anders wird es niemals sein. Genau das ist mit meinem Blog geschehen, in dem ich nun Eintrag 200 schreibe. In Anlehnung an dem zweiten Film „300“ ist der Titel entstanden.

Und worüber habe ich nicht alles geschrieben. Japan-Reisen, Gedichte, Lesben und auch Mann haben es in meinen Blog geschafft. Wenn auch nicht in dieser Reihenfolge. Ich habe bewusst provoziert und so einige Artikel in echter Rage verfasst. Einen, wenn auch kleinen, Einblick in mein Leben, habe ich ebenfalls gewährt.

Geplant war das ganz anders. Aber meine Seele war im Fluss. Getrieben von Worten, Ideen und Gedichten, ist ein ganz eigenes Kunstwerk entstanden. Yuki schaut oft nur fassungslos zu, wie ich meine Worte zaubere. Wie einfach sie aus meinen Fingern fließen. Meist schnörkellos und ohne den Pathos früherer Tage.

Aber das mag ich zur Zeit einfach nicht. Ebensowenig wie ein japanisches Gedicht. Vielleicht haben mich die Turbo-PS auf diese neue Reise geschickt. Mit 200 durchs Internet macht immer Spaß. Aber im Gegensatz zu den Spartanern werde ich nicht verlieren. Mein Weg ist hier noch nicht zu Ende. Er wird noch eine Weile weitergehen.

Auf meiner Reise habe ich viele Menschen getroffen und auch ihre Ideen. Verzweiflung und Liebe bin ich ebenso begegnet, wie der der grauen Melancholie. Die scheint gern und oft über Blogs zu schweben und hat die Menschen fest im Griff. Worte aus Leid geboren kommen immer sehr gut an. Nur nicht bei mir.

Womit ich zu einem Thema komme, das mir sehr am Herzen liegt. Ich bin erstaunt darüber, wie mich andere Blogger sehen. Worte scheinen also doch nicht immer so einfach zu sein, wie viele Menschen glauben. Sie erzeugen Bilder in den Köpfen, denen ich kaum entspreche. Vielen erscheine ich als prügelnde Lesbe, die Männer in Höhlen und auf Bäume jagt.

Das ist von alters her ein Problem von starken Frauen, die damit am männlichen Ego kratzen. Einigen Mädels bin ich ebenfalls zu tough. Sie fürchten meine Offenheit und dass ich sie in ihrer Traumwelt störe. Aber die Welt ist bunter, als ein rosa Luftballon. Das gilt es immer zu bedenken bevor man über andere schimpft.

Niemand ist mit Schweigen geholfen, oder einem allzu schönen Wort. Fein geredet wird schon viel zu lange. Vor allem am Berliner Ort. Politisch korrekt verpackt man dort Muttis Merk(el)-Wort in Geschenkpapier. Das freut die deutsche Seele sehr. Nur keinen Ärger machen. Was sonst die Nachbarn wieder denken!

Die denken bekanntlich viel und laut. Und Deutschland nickt dazu im Takt. Marschiert wird dann am Hindukusch, um unsere Grenzen zu beschützen. Japan macht es auch nicht wirklich besser. Dort richtet man noch immer Menschen hin. Habt ihr das gewusst? Gehängt wird dort, das versteht sich von selbst. Human ist anders. Vielleicht sollten in der Politik dort endlich Köpfe rollen.

200: Rise of a Blog. Wohin soll die Reise gehen? Vielleicht zurück auf die ultrakrasse Schiene. Alice 2. Ihr wisst schon. Aber nicht schwarz-weiß ins Wunderland. Sondern immer bunt, immer unter dem Regenbogen. Immer mit Yuki Hand in Hand.

29 Kommentare zu “200: Rise of a Blog

  1. Kompliment und ich mag deine resche und rasante art und weise des schreibens und man fühlt in jeder silbe dass sie auf keine auf aufgesetzt! worte sind wahrlich schwer in jederfraus und jedermanns kopf die gleichen bilder zu erzeugen und es geht um die Wahrheit die ich in deinem blog immer finde und das finde ich bezaubernd ob nun in lila rosa oder doch im schwarzen gürtel der starken frau die ich nicht nur als männerjagende Vamp sehe darum weiter so ganz egal wohin die reise gehen mag sie ist nicht zu ende und das freut mich

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  2. Ich mag deine Geschichten und Gedanken, manchmal schwarzweiß, manchmal aggressiv, manchmal romantisch verträumt. Und dann wieder bunt, lebhaft. Ich lese jeden Artikel immer ganz gespannt. Mache mir meine Gedanken dazu, fühle mich angeregt zum Nachdenken, auch wenn ich nicht immer kommentiere.
    Danke, dass Du diesen Blog schreibst! Und: Weiter so!
    Liebe Grüße
    Ulrike

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    • Vielen lieben Dank für deine Worte. Ich bin immer noch froh dich gefunden zu haben. Oder du mich. Wir uns 😀 Also die Blogs, du weißt schon 😀

      Weißt du, oft gebe ich anderen Texten lediglich ein „Like.“ Das mache ich aber immer bewusst. Selbst bei Leuten die ich mag verzichte ich darauf, wenn ich mit einem Text nicht kann. Oft komme ich viel zu spät in die Bloggerwelt. Und dann sind alle Worte schon geschrieben. Von anderen. Da schweige auch ich dann still.

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  3. Ein wahrhafter Mayumitext. Stark, selbstsicher, wortgewandt und verliebt. So sehe und lese ich Dich. Über die graue Melancholie diskutierten wir schon mal. Sie ist nur eine Farbabstufung, die danach buntes umso heller erstrahlen läßt. Der Regenbogen wird immer vor dem regengrauen Himmelszelt erscheinen und jedesmal denke ich lächelnd an Dich und Yuki. Mit Herzgrüßen, Deine Käthe.

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  4. Naja, an dem Bild der prügelnden Lesbe bist du ein wenig mitschuld – du betreibst nun mal Kampfsport und spielst immer wieder darauf an; selbst wenn du Geschichten erzählst, in denen du letztendlich an niemanden Hand angelegt hast, weist du darauf hin, dass du könntest, wenn du müsstest. Ob du das aber in Zukunft anders machen solltest, damit du friedliebender wirkst? Ich weiß nicht… wärst das dann noch du? Selbst wenn wir nicht immer einer Meinung sind, bist du immer ehrlich, und das schätze ich.

    Ich glaube aber nicht, dass du ein großes Problem mit der Meinung anderer Leute hast, oder? Die, die dich näher kennen und an deren Meinung dir liegt (Yuki, deine Freunde, deine Familie…), haben sicher ein vielschichtigeres Bild von dir. Und was irgendwelche Fremden im Internet von dir halten, sollte dir nicht wehtun.

    Also weiter so 🙂 Nicht mit Friedefreudeeierkuchen, sondern mit Regenbogen und Kampfsport. Immer ehrlich. Und nie langweilig 😉

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    • Aikido und Wing Chun ist beides reine Selbstverteidigung. Schließlich bin ich ein kleines, zartes Mädchen 😛 ((Dumm nur, dass ich auch Karate kann *lacht*))

      Weißt du, eine Diskussion entsteht erst dadurch, dass nicht alle einer Meinung sind. Wie langweilig wäre das denn, wenn du und ich nur über unsere jeweiligen „500 Worte“ nicken würden?

      Ehrlichkeit war noch nie ein Problem für mich. Siehe mein schon im zarten Kindesalter so typisch unjapanisch erlerntes Wort „Nein.“ Und was interessiert mich die Meinung anderer Leute, die mir nicht gewogen sind? Schöngeredet wird in der Politik, das war nie mein Ding. Ich ziehe meins durch. Mit Logik, Elfe und Bedacht 😀

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      • Ich wusste, ich hätte schreiben sollen, dass Familienmitglieder nicht zählen. Zungerausstreck. Im ernst in deinen Geschichten kommt Mann meist nicht gut weg. Ist meist ein A. Im sinne buddhas wäre es doch auch, Mann mal als liebenswertes Lebewesen zu betrachten. Das auch liebt und fühlt und auch verletzlich ist und nicht nur verletzt.

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      • Ich mag auch den einen oder anderen Blogger. 😉 Mögen im Sinn von Akzeptanz. Was ich (be)schreibe sind Dinge, die mir widerfahren sind, oder anderen Menschen. Was ich (be)schreibe sind nicht nur meine Ideen. Und wir beide wissen, dass radikalfeministisch anders ist. Gegen die Mädels bin ich Aschenputtel. 😀

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  5. Die allermeisten deiner Posts, egal mit welcher Emotion, lese ich sehr gerne. Ich habe nicht immer was dazu zu sagen, aber ich habe meistens was dazu zu fühlen. Das hast du voll drauf. Am liebsten lese ich von deiner Liebe, ganz gern lasse ich mich aufstacheln von deinem Frust und ganz manchmal anheuern zu eine, Gedanken-Richtungs-Wechel.

    Ja, du bereicherst! 🙂 Danke dafür!

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    • Und dir danke ich fürs lesen und die Geschichten von den beiden Perlen. Der kleinen und der großen 🙂

      Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, das hast du richtig erkannt. Daher versuche ich diese Emotionen in Worte zu verpacken. Fehlen sie mir, so schreibe ich nicht. Eigentlich schon. Nur dann wird es eine Master oder Doktorarbeit. Nüchtern, kalt, logisch. Auch so kann ich sein. Mag ich aber nicht.

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    • Dear Jeff, i am glad you still didn’t run away due to my sometimes male hating posts. Just kidding and i guess you know that. 😀 I try to bring my views, my thoughts to this world. And sometimes even my poems. And maybe one day even a book. Thank you so much for reading me and your wishes. Yuki tells you a „Hello“ as well. May the Buddha be with you. Peace and Love for you and your family.

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  6. Es ist ganz gut, dass du andere von ihrer rosaroten Wolke holen magst. Ein bisschen mehr Realitätscheck tut vielen Frauen gut. („Aber wenn er sich doch so und so verhält, dann mag er mich doch bestimmt mehr, als er das zugibt“ usw.)

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    • Die Fähigkeit Klartext zu reden haben leider nicht viele Frauen. Und beliebt machen ist anders. Aber das war mir schon immer egal. Aber sowas von. Wir verstehen uns mal wieder. ((Aber wenn sie mir doch gesagt hat, wie toll meine Augen sind … )) 😉

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  7. Dein Erstaunen über das passionierte Fortschreiten deines Blogs in Ehren, aber ich finde ihn ziemlich ordentlich und sehr spurgenau. Mit deinen, gewürzt durch hin- und wieder eingeschobene Gedichte, spannenden und wortgewandten Einblicken in das Sein der L-Frauen, erfüllst du sehr gut dein Ziel und deine selbstgestellte Aufgabe, Verständnis und Zuspruch für die Belange der L-Frauen zu gewinnen und ihnen mit deinen Beiträgen zugleich Unterstützung und Mut für ihr eigenes buntes weibliches Sein zuzusprechen.

    Congratulation für die 200.

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    • Schreiben kann ein Rausch sein, lieber Stern des Waldes. Und Worte in eine Richtung gehen, die so nicht eingeplant gewesen ist. Nun habe ich die Fähigkeit Strukturen zu erkennen und in die richtigen Bahnen zu lenken. Sanft und ohne Gewalt. Und dann staune ich doch wieder über mich selbst und das von mir erreichte Ziel. Dann kommt das kleine Mädchen ans Tageslicht zurück, das freudig ihr Geschenk auspackt. Und das immer wieder gern.

      Vielen lieben Dank fürs lesen und kommentieren.

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  8. Herzlichen Glückwunsch!
    Blogs kommen und gehen, nichts ist unendlich. Ich gehöre ja mittlerweile zu den ‚uralten‘, mit über 1.500 Beiträgen. Was mich immer noch reizt, ist immer noch das, was du nach 200 Beiträgen beschreibst, also nicht nur ‚Reiz des Anfangs‘ ist: Ich kann nicht statisch schreiben, ich bewege mich und stelle manchmal erstaunt fest, wohin ‚es‘ mich gebracht hat. Und wie interessant manchmal Kommentare sind, oft bewegend.

    Im Bloggen wie im Leben: ich wünsche dir gutes Vorankommen, viel Freude und Gewinn! Bleib im Fluss.. 😉

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    • Dankeschön auch dir 🙂

      Mein Blog war eine Idee, die nun fast ein Jahr alt ist. Ich freue mich auf weitere Ideen und hoffe, dass mir die freie Zeit gewogen ist. Das muss bedacht werden, wie schon Musashi schrieb. Und der war Japans größter Samurai. Ich nur (s)eine kleine Schülerin.

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