Die falsche Lesbe – Teil 2

Nach Jahren erbitterter Homo-Feindschaft hat Chloe wieder die Nähe von Frau gesucht. Am Ende ihrer Kräfte stand sie vor der Tür von Ulrike, ihrer Ex.
„Und du Doofie hast sie natürlich reingelassen?“, will ich wissen und ernte einen vorwurfsvollen Blick.
„Was hätte ich denn machen sollen?“, erwidert Ulrike. „Sie war in Tränen aufgelöst! Und es ging ihr ganz doll schlecht.“
„Wie hat sie dich damals genannt?“, frage ich. „Was hat sie alles über dich erzählt? Hast du das alles schon vergessen? Auch die Anezeige wegen Nötigung?“
Ulrike schaut zu Boden. Das Gespräch ist ihr nicht recht.
Ich spüre Yukis kleine Hand auf meinem Arm. Fast unmerklich schüttelt sie den Kopf.
Aber eine Mayumi in Fahrt ist kaum zu bremsen.

Ulrike ist deutlich älter als ich. 45 schon. Eine liebe und selbstbewusste Frau. Und Single seit einem Jahr. Wieder hat eine Partnerin sie verlassen. Sie hat kein Glück bei Frau. „Wir haben die ganze Nacht geredet. Und die Kinder schliefen. Sie … sie hat sie mitgebracht.“
Ich ahne etwas und mein Verdacht bestätigt sich.
Ulrike ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau und hat durchaus Geld. Die perfekte Partie für Frau. Und so einige haben das versucht. Und Chloe gehört dazu.

Wir sitzen in Ulrikes Haus bei Düsseldorf. Auch Karin ist natürlich mit dabei. Die hat einen absoluten Hass auf Chloe. Und der ist nie vergangen.
„Ich habe im Flur Kinderspielzeug gesehen“, sagt sie mit dem Kennerblick der Mutter. „Sag jetzt nicht, dass sie bei dir lebt.“
Überrascht schaue ich Karin an. Das ist sogar mir entgangen. Und Yuki auch.
„Ich habe sie aufgenommen“, sagt Ulrike leise. „Irgendwie hänge ich auch nach all den Jahren noch an ihr. Und ich mag ihre Kinder. Eigene habe ich ja leider nicht.“

„Wo ist sie?“, frage ich gefährlich kalt. Und wieder streicht Yuki über meinen Arm.
Aber ich bin nicht mehr zu stoppen.
„In ihrer eigenen Wohnung“, erwidert Ulrike. „Ich dachte mir schon, dass ihr …“
Ihre Stimme versagt.
„Ruf sie an“, sage ich und es ist mehr ein Befehl. „Kann man dich denn keine Woche aus den Augen lassen?“

Wir sind fünf Frauen. Mit Chloe werden wir zur Sechserrunde.
Sie hat sich kaum verändert. Katzenaugen mustern mich.
„Na, sind wir dir jetzt wieder gut genug?“, provoziere ich und Karin stößt ins gleiche Horn.
„Da bin ich echt mal gespannt, ob das nicht wieder ein schrecklicher Irrtum ist“, höre ich sie sagen. Und der Satz gefällt mir richtig gut.

„Ist ja gut“, sagt Chloe. „Ich entschuldige mich. Ich habe einen Fehler gemacht. Mehrfach. Glaubt mir bitte.“
Und das klingt echt.
Dunkle Ringe liegen unter ihren Augen. Den Ehering sehe ich nicht.
Sie spielt nervös mit den Fingern und weiß kaum wohin damit.
Ulrike greift nach ihrer Hand und plötzlich bricht Chloe in Tränen aus.
Aber es ist nicht nur ein Fluß der Tränen. Auch die Worte sprudeln nun mit Macht.

Bitter enttäuscht von Mann ist Chloe damals in die Arme von Frau geflüchtet.
„Aber ich war jung und vieles nur ein Spiel. Wisst ihr, Zärtlichkeit traf auf die Erinnerung von Härte. Ich war immer in beiden Welten unterwegs.“
„Miststück“, kommentiere ich trocken. „Hätte ich das damals nur gewusst.“
Karin schnauft hörbar und schaut Chloe fast drohend an.
Aber ich bin die Alpha. Und alles hört auf mein Kommando. Nur meine Yuki natürlich nicht.

Wer mag darf mir auch morgen wieder folgen. Und das ist natürlich ein Befehl. Dann gibt es mehr von falschen Lesben und ihrer (homophoben) Zickigkeit.

14 Kommentare zu “Die falsche Lesbe – Teil 2

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