Die falsche Lesbe – Teil 1

Frauen sind komisch. Das hat Mann schon immer gewusst. Vor allem schrecklich kompliziert. Und mit der Meinung ist das auch so eine Sache. Die wird im Minutentakt geändert. Zu allem Überfluss fehlt Frau noch die Gabe logisch zu denken. Aber das Schlimmste ist, in andere Frauen verlieben sie sich auch!

Aus der Sicht einer Lesbe hat Mann durchaus recht. Auch, wenn er meist von Frauen keine Ahnung hat. Vor allem nicht von Lesben. Wir L-Mädels sind natürlich auf Frau fixiert. Das ist einfach so. Und nicht immer nur auf Lesben. Auch Heten sind unser Begehr. Bringt nur meist nichts außer Frust. Lust(ig) ist anders.

Ich hatte früher einige Dates mit Heten, die überraschend neugierig auf Frauen waren. Für die meisten war es ein Abenteuer. Nebenbei, oder als Flucht vor Mann. Dominiert habe immer ich. Und ich habe es auch meist schnell beendet. Wirrungen der Jugend.

Die wenigsten dieser Frauen sind in der Szene geblieben. Aber eine hat sich radikal davon abgekehrt. Ich will sie Chloe nennen. Ihr richtiger Name ist das nicht. Chloe war eine Femme fatale. Sie hat sich durch alle Betten geliebt. Rotblonde Haare, Sommersprossen. Ich war nie in sie verschossen.

Chloe hat es immer mal wieder bei mir versucht und stets eine Abfuhr erhalten. Bei mir kann nur landen, wen ich landen lassen will. Das war damals so und ist heute nicht anders. Wobei der Platz an meiner Seite für alle Zeit vergeben ist. Elfenpower pur.

Gut zwei Dutzend Geliebte hatte sie über die Jahre in der Szene. Und das ist ein einsamer Rekord. Vom One Night Stand über zwei Jahre Beziehung war alles dabei. Heute ist sie Mutter und Beischläferin von Mann. Und erklärte Homo-Hasserin. Eine wirklich falsche lesbische Frau.

Niemand weiß, ob sie ihr wildes Leben nur spielte, oder ob es lediglich eine Phase gewesen ist. SpielerInnen gibt es leider auf beiden Seiten. Und die mag ich auf keinen Fall. So wenig, wie Menschen, die andere für ihr Leben kritisieren.

„Aber du kritisierst doch auch“, höre ich schon das Gegenargument. Und da stimme ich durchaus zu.
Aber ich arbeite mich ungern an Kritikern ab. Chloe ist das nicht wert.
Ich war vor Jahren Zeuge einer Szene, bei der sie zur Furie mutierte. In einem Queer-Club ist sie ausgeflippt und hat mit Worten um sich geschlagen.

Von „dreckigem Lesbenpack“ war die Rede. Bis hin zu „schwulen Kühen.“ Vornehm ist anders.
Hintergrund war ein heftiger Streit mit ihrer Partnerin, die ich sehr gut kenne und mag.
Aber damals musste ich keine Hand anlegen. Das hat die Club-Security getan.

Fünf Jahre lang war Chloe in der Szene. Durchaus intelligent, aber immer auf den eigenen Vorteil bedacht. Voller Intrigen, Neid und Eifersucht. So und nicht anders kann man sie beschreiben. Kein guter Mensch. Sie kam von Mann und ging zu Mann zurück. Gebrochene Frauenherzen auf ihrem Weg.

Es sei der schrecklichste Irrtum ihres Lebens gewesen, hat sie damals gesagt. Aber so sprach sie auch einst über Mann.
Wie das Fähnchen auf dem Turme sich kann drehn bei Wind und Sturme …
Und stürmisch ist Chloe gewesen. Ein regelrechter Vamp.

Yuki und ich haben am Wochenende Freundinnen getroffen. Neuigkeiten verbreiten sich immer schnell. Und Klatsch und Tratsch ist immer gern gesehen.
Chloes Mann hat sie verlassen. Eine jüngere „Chloe-Kopie“ soll es gewesen sein, die ihn zu diesem Schritt getrieben hat.
Eine Frau im Fluß der Tränen. Aber davon morgen mehr.

16 Kommentare zu “Die falsche Lesbe – Teil 1

  1. Noch etwas was ich an deinen Beiträgen schätze. Du bist differenziert. Du schilderst nicht nur den Archetypus von roher Sinnlichkeit versus weiblicher Zartheit resp. ganzheitliche Erotik auf der anderen Seite. Die Frau ist nicht per se der bessere Mensch bei dir. Das macht dich sympathisch.

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  2. Menschen.gegenüber , die nicht in der Lage sind, wirklich und echt lieben zu können, empfinde ich mittlerweile Mitleid. Ein Mensch der nach Liebe sucht, aber selbst nicht lieben kann. Sex hat nichts mit Liebe zu tun.

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    • Ich habe einige SpielerInnen gesehen. Aber Chloe hat den Vogel abgeschossen. Und in gewisser Weise habe ich früher auch gespielt. Nur nicht mit Gefühlen. Im nächsten Teil erfährst du noch mehr. Ich wollte keinen ultralangen Text verfassen.

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  3. danke für die geschichte und den auszug einer Realität in den aller ersten zeilen denn egal ob lesbisch oder hertero Frauen können kompliziert sein wenn wohl ich es als gabe zuschreibe stets kompliziert zu sein wenn es gerade notwenig ist und doch auch anders zu können wenn kompliziert nicht mehr geht 🙂

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  4. Interessant, also was Cloe betrifft, ihre Art sich wieder abzugrenzen, das von früher nicht mehr zuzulassen, sie ist wohl nicht stark genug dazu zu stehen. Meine Erfahrungen als Mann, der zumindest für einen Zeitraum von einem knappen Jahr Kontakt zur lesbischen Scene hatte, zwischen der Scene und Lesben die sich nicht in der Scene bewegen ist ein gigantischer Unterschied. In der Scene zählt viel mehr das haben und sein und präsentieren usw. Hat so wenig mit echter inniger Liebe zu tun (ich schreibe das wirklich aus meiner Distanz und Erfahrungen durch viele Gespräche usw, nichts hat Anspruch auf Richtigkeit)

    Mich würde interessieren, warum waren deine Kontakte zu Männern dann nur welche, in den du dominiert hast? Angst vor Gleichberechtigten Kontakten oder gar vor denen die dich dominiert hätten? Oder konntest du diese gar nicht zulassen?

    Liebe Grüße

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    • Die Szene kann mich. Aber sowas von. Oberflächlichkeit dominiert dort. Ich bin ich, so wie ich mich fühle. Und nicht so, wie andere mich gern sähen.

      Ich habe keinerlei Angst vor Mann. Warum sollte ich? Aber auch nie eine Beziehung zu ihnen aufgebaut. Ausnahme sind Familienangehörige. Männer wollten stets etwas von mir, was ich ihnen nicht geben konnte. Und wenn Mann etwas nicht bekommt wendet er gern Gewalt an. Sein Fehler.

      Meine menschlichen Erfahrungen mit Mann sind meist negativer Art. Egal ob in der Schule, oder später im Leben. Als Alphamädel führte ich meist eine Gruppe an und habe meine Mädels zur Not auch mit körperlichem Einsatz verteidigt. Erfolgreich.

      In den letzten Jahren habe ich durch Foren, Mails und Internet eine neue Beziehung zu Männern aufgebaut. Distanziert, aber durchaus kommunikativ orientiert. Wenig bis keine Probleme hatte ich übrigens mit älteren Semestern. Das ist nicht abwertend gemeint. Aber mein Feindbild ist mehr der jüngere Mann mit seiner Gier nach Frau.

      Und was Chloe betrifft … da heißt es abzuwarten. Ich habe so meine Zweifel bei ihr. Aber vielleicht hat sie ihre Lektion jetzt gelernt. Lesbisch macht sie das noch lange nicht. Nur verliebt in eine spezielle Frau. Und das gibt es.

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      • Ich kannte auch einmal so eine Alphafrau, ich persönlich empfand es streckenweise recht anstrengend, also nicht weil ich nichts mit starken Frauen anfangen kann, im Gegenteil, aber dieses es permanent beweisen zu müssen, das sie Alphafrau ist, scheint in lesbenkreisen, wenn ich das so sagen darf, recht verbreitet zu sein. Auch durchsetzten mit Gewalt? Ich kann das gar nicht verstehen. Was wollen die Männer sich denn mit Gewalt holen? Verkehrte Welt 😦 älter Semester wollen Frau genauso, aber dort liegt die kraft in der Ruhe und sie müssen es sich nicht permanent selber beweisen wie toll sie sind und was für ihr Ego tun. Ich für meinen Teil könnte mir nie vorstellen etwas mit Gewalt von Frauen zu holen, bin da etwas sprachlos

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      • Abschließend: Beweisen muss ich nichts, darum ging es mir nie. Mein Ego ist nur groß und ich dominiere durch meine Art. Das war schon immer so und wird sich auch nie ändern.

        Männer interessieren mich nicht als Partner. Allein die Diskussionen sind durchaus interessant. Fakt ist aber, dass vor allem der jüngere Vertreter gern „Gewalt“ anwenden mag. Egal, ob in Wort, oder mit Tat. Wobei Gewalt nun keine Schläge sein müssen.

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