Blogs, Zensur und Kommentare

Während  die Welt scheinbar aus den Fugen gerät nimmt auch die Aggressivität der Blogger zu. So zumindest mein Eindruck, wenn ich mir manche Kommentare anschaue. Nun schreibe ich meinen Blog bestimmt nicht für jedermann und von Zensur halte ich nicht viel. Normalerweise genehmige ich alle Kommentare. Aber bei so manchen Worten geht das nicht.

Alles fing vor einer Weile an, als ein Kleingeist meinen Blog entdeckte und mir eine nette E-Mail schrieb. Oder der liebe Dennis, der mich mit seiner Rennsemmel gern „zersägen“ wollte. Eindeutige Beleidigungen habe ich ebenso bekommen, wie intellektuelles Dummgeschwafel. Und auch der ein oder andere Moralapostel hat mich angeschrieben und sich bei mir ausgekotzt.

Bereits mehrfach habe ich dann einen Blog geschrieben und die Kommentierer bloßgestellt. Ohne Namen versteht sich, ohne Hinweis auf den anderen Blog. Die meisten Kommentare habe ich einfach gelöscht. Zensur, Zensur mögen nun einige Leser schreien. Aber das ist mir egal. Weder brauche ich Fundamentalisten noch irgendwelche rechten Aktivisten auf meinem Blog, oder mag mich auf unterstem Niveau über Formulierungen meiner Worte streiten, die falsch verstanden werden.

Wer mich kennt weiß, dass ich mich durchaus gern konfrontiere. Aber nicht in jedem Fall. Ich lasse mich gern sachlich korrigieren, wenn ich eine falsche Meinung habe. Ich bitte sogar darum. Angriffe auf meine Person, meine Frau, meine Freunde, werde ich nicht tolerieren. Sätze wie „Dich müsste man wegsperren“, gehören nicht auf einen Blog.

Ein Blog dient zum Meinungsaustausch. Oder es werden Gedichte und Geschichten vorgestellt. Manch einer verarbeitet sein Leben vielleicht literarisch, mit dem ein oder anderen (selbst)ironischen Kommentar. Dazu gehöre ich. Leider mangelt es manchem Kommentierer am nötigen Sachverstand, um genau diesen Feinsinn zu erkennen. Und genau diese Typen schalte ich nicht frei. Die landen im Papierkorb, im Behälter für heiße Luft und leere Worte.

Gleiches gilt für Pseudo-Literaten, die über meine Texte lästern. Auch die durfte ich schon im Kommentar begrüßen. Muss ich aber nicht. Alles was ich schreibe sind Momentaufnahmen, geboren aus einem besonderen Augenblick. Und auch wer über Benzinvergeudung meiner Power-SUV lästern möchte, soll das bitte an anderer Adresse tun. Ich habe die Autos nicht gebaut und bin froh über den erlangten Job. Aber vielleicht ist es der pure Neid, wenn der Kommentar von Geldverschwendung spricht.

Auch (selbsternannte) Kampfkunstexperten wollen mir auf meinem Blog ans Leder. Aber meist auf übelste Art. Wenig davon ist in die Kommentare eingeflossen. Sätze wie „Mein Kickbox ist besser als du“, lösen nur ein Lächeln bei mir aus. Solche Worte sind nicht nur grammatikalisch Müll. Dahinter steckt auch nur ein kleiner Geist. Und den habe ich nicht gerufen. Also weg damit. Oder mag wer solchen Schwachfug lesen?

59 Kommentare zu “Blogs, Zensur und Kommentare

  1. Ich musste schallend lachen, als ich „Mein Kickbox ist besser als du“ gelesen habe. Das hätte ich tatsächlich gerne gelesen, aber das würde nur zu meiner Belustigung dienen. „Mein Blog, meine Regeln.“ So halte ich das mit den Kommentaren. Es durfte in der Grundschule auch nicht jede/r in mein Poesiealbum kritzeln. 😉

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    • Vor einigen Jahren war ich auch in einem Kampfkunst Forum aktiv. Leider sank das Niveau dort sehr schnell sehr tief. Daran hat mich der Satz erinnert. Den Vergleich mit dem Poesiealbum finde ich gut. Wollen wir Gedichte tauschen? 😀

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  2. Als Zensur würde ich das nicht bezeichnen – ein Blog ist kein staatlicher, sondern ein privater Raum, und du als Blogbetreiberin hast das Recht dir auszusuchen, über welche Themen auf welchem Niveau hier diskutiert wird. Wenn du jetzt danach rufen würdest, solche Kommentare und Mails sollten gesetzlich verboten werden – ja, das wäre Zensur. Aber von den Schwachmaten zu verlangen, dass sie ihren Schwachfug andernorts ausspeien, finde ich völlig gerechtfertigt. Wenn ich eine Party in meiner Wohnung gebe, habe ich ja auch das Recht, den Trottel rauszuschmeißen, der die Stimmung kaputtmacht.

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  3. Wie 500woerterdiewoche schön schrieb: Zensur wäre, wenn du als Mitarbeiterin einer staatlichen Stelle die Herausgabe einer Meinung in der Öffentlichkeit verbötest. Was du machst, ist das Recht einer jeden Zeitungsredaktion. Die weisen auch regelmäßig darauf hin, dass Leserbriefe nicht veröffentlicht werden müssen und (sinnwahrend) gekürzt werden dürfen. Dasselbe darfst du auch.
    Es sind oft diese Krakeler und Trolle, die das unterstellen. Aber sie krakelen und trollen. Auch in meinem Blog dürfen sie das – vor der Tür. 🙂

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  4. Just always be yourself…those who like you, will always like you, those who love you will always love you, those who hate or dislike, they need something to vent about! Be yourself always, that is the most precious thing about you…you are genuinely real my sister…be true to yourself always!

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  5. Lass Dich nicht entmutigen! Mir gefallen Deine Beiträge sehr gut! Es macht Spaß, in Deinem Blog zu stöbern. Wenn ein unqualifizierter, Depp irgendwelche blöden Kommentare von sich gibt, halte ich gezielte Zensur durchaus für angemessen. Du bist hier schließlich die Hausherrin. Du musst Dich nicht beleidigen lassen. Du kannst von allen Besuchern ein wenig Verstand und natürlich auch Toleranz erwarten.
    Viele Grüße
    Rainer

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    • Du „kennst“ / liest mich doch schon eine Weile. Bevor mich wer entmutigt muss eine Menge passieren. 😉 Ich verarbeite solche Kommentare dann lieber als Artikel. Das scheint immer gut zu wirken, prompt nehmen die negativen Kommentare wieder ab.

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  6. Eben: my home is my castle!I
    ch muss irgendetwas falsch machen, ich habe noch nie böse Kommentare bekommen, nur den üblich „Spam“ und den lösche ich selbstverständlich auch, genau wie links zu komerziellen Angeboten in Kommentaren. 🙂

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    • Bisher hat der Filter von WordPress 99 % Spam ausgesondert. Ich durfte aber Werbung aus Japan in meinem Blog bewundern, was ich selbstverständlich nicht lange tat. 😉

      Du bietest aber auch wenig Angriffsfläche. Bei mir ist das Gegenteil der Fall. Aber ich kann mich wehren. Und das macht in diesem Fall großen Spaß.

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  7. Also ich finde nicht, dass man das „Nicht-Veröffentlichen“ beleidigender Kommentare als Zensur bezeichnen kann. Es ist dein gutes Recht, es ist dein Blog und du musst dir so etwas nicht bieten lassen.
    Warum sonst gibt es auch die Funktion, Beiträge erst freigeben zu können, bevor sie auf der Seite erscheinen, wenn nicht, um eine gewisse Kontrolle auszuüben. Immerhin soll dein Blog nicht am Niveau leiden, nur weil andere eben solches nicht besitzen! 🙂
    Liebe Grüße,
    deine neue Verfolgerin Emma

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  8. Och menno, ich möchte auch gerne ein paar Assikommentare haben, die ich mit flacher Hand verprügeln aka löschen kann. Naja – ich bin halt nicht so anstößig, unanständig, aufmüpferisch, kampfsportmessbar wie du. 🙂

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  9. Wer Deine Texte und Meinungen nicht mag, braucht den Blog nicht zu lesen. Ich verstehe solche Typen nicht, aber die haben ja auch kein Format, deshalb. Vielleicht macht es ihnen Spass und Freude, Blogs zu besuchen, bei denen sie sich aufregen und wo sie motzen können. Mach weiter und bleib kühl, und auch cool 🙂

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  10. Manche muss man einfach stehen lassen, ..zur Belustigung der Leserschar. Bei meiner Freundin am Blog war erst gestern sowas nettes zu lesen,…und sie hat es dieses Mal nicht gelöscht. Natürlich von einem Anonymus.

    Ansonsten: Dein Blog-Deine Regeln

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  11. Mein Handy ist stärker als Dein Fax. Im Ernst, ich kann mich den anderen nur anschließen. Es ist Dein Blog und Deine Entscheidung. Wer es nicht mag, soll nicht lesen.

    Ich muss allerdings auch zugeben, dass Du nach meinem Geschmack zuviel über Kämpfe schreibst. Manchmal habe ich das Gefühl, dass jeder Mann, der bei 3 nicht auf dem Baum ist von Dir eine abbekommt. Das ist man Frauen einfach nicht gewohnt. Wahrscheinlich sind es Erlebnisse, die sich im Laufe der Jahre gesammelt haben, aber es hinterlässt einen aggressiven Eindruck, den ich nur von Jungs kenne, die nach einer selbst angezettelten Schlägerei gesagt haben, dass die anderen sie zu lange angestarrt haben. Deine Einträge über Gleichberechtigung unterschiedlicher Lebensgemeinschaften, Deine Haikus (?) gefallen mir da wesentlich besser. Aber wie bereits erwähnt Dein Blog, Deine Entscheidung. Wenn es mir irgendwann mit der Gewalt zu viel werden sollte, dann frage ich, ob Du aus Versehen einige Y-Chromosomen abbekommen hast (ja, das war jetzt böse, aber Du hast ja Humor)

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      • Und da hast Du meine volle Unterstützung. Auch bei den Dumpfbacken von der Demo oder dem Nachbarn Deiner Bekannten.
        Wie eben schon bei Waldstern geantwortet kann ich (aus meiner Heterowelt) mir vielleicht einfach nicht vorstellen wieviel Aggressivität Du tagtäglich erfährst.

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      • Stell es dir so vor: Schwul, oder lesbisch zu sein wäre normal. Du wächst nun bei deinen beiden Papas auf, verliebst dich aber als Teenager nicht in Mann, sondern in eine Frau.

        Nun nimm das „Problem“ hinzu fremd auszusehen. Vielleicht hast du eine grüne Haut und musst dich dem Spott von Kindern stellen. Und der Gewalt, die sie aus Angst und Unwissenheit gegen dich ausüben.

        Du würdest eine Spirale von Intoleranz, Häme und Gewalt erleben, an der viele Menschen zerbrechen. Du aber wehrst dich, weil du es kannst. Schon wirst du noch mehr zum Außenseiter und zum „Schläger“ erklärt. All das stört dich aber nicht und du gehst weiter deinen Weg.

        Das bin ich. Nur eben anders.

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      • Ja, beim Schreiben meiner letzten Antwort ist mir bewusst geworden, dass ich mir das eigentlich nicht vorstellen kann.

        Dein Hinweis wäre allerdings eine interessante Vorstellung, wenn ich zweimal meinen Vater als Eltern hätte und dann mein „Coming Out“ hätte, dass ich Frauen toll finde und meine Väter sich wundern würden oder mir gleich sagen, dass eine Frau nicht ins Haus kommt 😉

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      • Es gibt dazu einen Kurzfilm, der genau dieses Thema behandelt. Das „hetero“ Mädchen begeht am Ende Selbstmord. Ich finde den Link zu dem Film nicht mehr. Aber er war sehenswert.

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    • Ich muss hier guinness44 widersprechen.

      Ich sehe dich nicht als fanatische Kämpferin, die Männer auf die Bäume jagt, sondern eher in der Linie des „Indignez-vous!“ von Stéphane Frédéric Hessel. Mir gefällt das.

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      • Meine Worte und Erlebnisse mögen den Eindruck erwecken, als sei ich eine „Schlägerin.“ Vor allem Frauen sind über mein forsches Auftreten oft entsetzt. Es passt so nicht zum Bild. Aber das ist mir egal. Die gleichen Frauen – und auch Männer -, waren dann immer froh, wenn eine 1,62 Meter kleine Japanerin sie aus einer für sie schwierigen Situation gerettet hat. Egal, ob der von Jugendlichen attackierte alte Mann am Bahnhof, oder die von ihrem Ehemann verprügelte Frau.

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      • Nun, ich denke, dass das ein großes Kompliment ist mit Hessels „Empört euch“ verglichen zu werden. Ich störe mich auch nicht am „Kampf“ für die gleichen Rechte. Wenn das so rüberkam, dann bin ich froh, dass ich das klar stellen könnte. Ich störe mich an der Gewalt, die auf mich (subjektiver Eindruck basierend auf dem was ich gelesen habe) nicht immer wie Reaktion sondern manchmal auch wie Proaktion wirkte. Hessel selbst ruft zur Gewaltlosigkeit auf. Ich kann mir vorstellen, dass es ein sehr schmaler Grat zwischen Wehrhaftigkeit auf der einen Seite und Aggressivität auf der anderen Seite ist und Nandalya hat in ihrer Antwort noch einmal den Link zu einem anderen Eintrag gegeben, wo sie erklärt, warum sie kämpft. Letztlich muss ich allerdings auch zugeben, dass ich keinen tieferen Einblick habe, wie sehr man als Frau und/oder als Lesbe tagtäglichen Anfeindungen und/oder Gefahren ausgesetzt ist. Entsprechend mag es sein, dass man aggressiver auftreten muss.

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      • Als Jugendliche habe ich durchaus Jungs provoziert. Das ist schon korrekt. Aber dazu gehört nicht viel. Du musst als Frau nur a. anders aussehen und b. selbstbewusst auftreten. Schon hast du sie gereizt.

        Wirklich aggressive Frauen, die es durchaus gibt, suchen sich gezielt Männer als Opfer aus. Stichwort Mädchenbanden. Aggressiv auftreten im Sinn von selbstbewusst: JA! Aggressiv in Bezug auf bewusst Streit suchen: Nein.

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  12. Ich frag mich immer, was der Grund solcher Kommentare ist, wie du sie beschreibst. Angst? Minderwertigkeit? Selbsthass? Unsicherheit? Sie tun mir leid, denn jede Grenze in ihrem Kopf verhindert, dass sie die wundervolle Weite des Lebens erblicken können.

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  13. Jeder ist der Herr seines Blogs und sollte entscheiden, welche Kommentare erwünscht sind. Wie der Wilhelm Busch bereits sagte: „Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung“ – du kannst dich quasi geehrt füllen 😉
    LG
    Emma

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      • Ha super. Das gefällt mir:-) bin ein wenig am stöbern. Ja und da entdecke ich dein Schreiben hier. Ich war ein bisschen Abstinenzlerin.
        Ich finde es grossartig wie du das machst und du hast recht. Ich möchte hier aber auch betonen dass du Mut machst. Ich habe auch schon von einer Freundin gesagt bekommen dass ich rebellisch schreibe. Jedoch ich finde dass ich nicht einfach alles hinnehmen muss. Schön dass ich dich hier entdeckt habe.
        Liebe Grüsse

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