Die Hölle ist in dir

Vorab möchte ich mich bei theomix bedanken, dessen Gedanken über Teufel und Hölle mich inspiriert haben. Auf keinen Fall soll das nun eine kontroverse Diskussion über Himmel und Hölle, einen Gott, oder böse Mächte werden. Als Buddhistin respektiere ich jede andere Religion. Auch, wenn ich wenig damit anfangen kann, was manche Menschen aus den aufgeschriebenen Lehren machten.

Ewiges Leid, Elend, Buße, Verdammnis und Tod sind Themen, mit denen ich einfach nicht kann. Auch mit dem Leben in Sünde, der Keuschheit und dem bösen Teufel. Für mich lediglich eine Figur aus einer Legende. Und davon gibt’s in Japan viele. Ebenso wie Hausgötter und Dämonen, die allgegenwärtig sind. Aber im Gegensatz zu Europäern jammern Japaner nicht. Wir kennen keine Hölle und ihren Fürsten der Nacht. Und daher haben wir vor ihm auch keine Angst.

Aber ich schweife ab. Mir geht es um jene Hölle, sie sich Menschen selbst erschaffen. Tag für Tag brennen sie im eigenen Fegefeuer, geben dafür aber immer anderen die Schuld. Der Teufel, Dämonen, oder dunkle Mächte, haben sie zu Drogen greifen lassen. Das allzu schwere Leben ist Schuld zum Alkoholiker zu werden. Der Mord musste sein, hat ihn doch der Höllenfürst befohlen. „Die Hölle, das sind die anderen“, hat Sartre gesagt. Und immer wieder sind diese anderen dann schuld.

An der Stelle winke ich ab und hole ganz tief Luft. Wir alle tragen die Verantwortung für unser eigenes Leben und keine höhere Macht. Niemand lenkt unsere Schritte, wenn wir den Weg in den Abgrund wählen. Wir entscheiden, ob wir dem dumpfen Klang dämlicher Lieder lauschen, oder von der 456ten Folge von „Liebesfluch am Matterhorn“ eingeseift werden. Wir kaufen Deutschlands Revolverblatt Nr. 1, niemand zwingt uns dazu. Und niemand zwingt euch diesen Blog zu lesen. Aber ich freue mich, wenn ihr es tut.

„Die Hölle ist in dir“, steht als Textzeile in einem Lied. Genau so sehe ich das auch. Es ist immer nur ein Schritt in den unbekannten Himmel, hin zur rettenden Tür. Und es ist an der Zeit, dass wir ihn gehen. Kommt wer mit?

37 Kommentare zu “Die Hölle ist in dir

  1. Sartre hat aber gewiss nicht gemeint, dass man alle Schuld am eigenen Elend den anderen geben soll. Wenn du „Geschlossene Gesellschaft“ (das Stück, aus dem das Zitat stammt) mal liest, wirst du sehen, dass es ihm um das genaue Gegenteil ging: Hölle ist, was wir Menschen uns selbst und einander antun, und nicht eine metaphysische Einrichtung einer fremden Macht. Wir tragen die Verantwortung für unser Tun, wir können und dürfen sie nicht auf „höhere Mächte“ schieben. So gesehen könnte er deiner Aufforderung sicher zustimmen.

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    • theomix hat mir das Zitat genannt und ich habe es für diesen Text quasi missbraucht. Aber danke für den Hinweis. Dass wir allein die Verantwortung für unser Tun tragen soll dieser Text aussagen. Gut erkannt 🙂

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  2. Freut mich, dass ich dazu angeregt habe.
    Die Aufzählung „Ewiges Leid, Elend, Buße, Verdammnis und Tod“ finde ich ja aufschlussriech. Weil du gleichzeitig kulturell verwoben und innerlich fern bist. Ich käme nicht auf die Idee, das so zusammenzuzählen. Es hat aber. natürlich, auch seine Tradition bei uns.
    Nebenbei: Ums Thema Tod kommt niemand herum. Und wenn ums Thema, um den Tod nicht.

    Zur eigenen Verantwortung: Manche Krankheiten brechen aus, ohne dass wir wissen, welche Mechanismen sie gesteuert haben. Von Migräne bis Multipler Sklerose. Und manche tragen an ihrem Körper und Geist die Folgen der Drogensucht ihrer Mutter während der Schwangerschaft. Was eine/r daraus macht, ist dann die eigene Verantwortung. Ganz sicher.

    Und wer das checkt mit dem Verantworten, der ist im Himmel. Oder sitzt im Bistro des Empfangssaals. Espresso gefällig? Oder Milchvariation? 😉

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    • Weißt du, ich finde Religion, Theologie durchaus spannend! Für mich als Buddhistin, die in einem Umfeld christlicher Religion aufgewachsen ist, hat das noch einmal eine ganz andere Qualität. Das zentrale Thema der christlichen Lehre scheint wirklich auf diesen, von mir aufgezählten Punkten zu basieren. Wenn man nicht tiefer blickt!

      In Japan gibt es zwei große Religionen, die man fleißig vermischt. Auch Hausgötter, Yokai, Obake (die „Dämonen“), haben eine lange Tradition. Aber diese Wolke aus Angst, Trauer und Leid die über vielen Christen liegt, die kennen wir einfach nicht. Aber darüber mag ich nicht diskutieren. Mir ging es rein um diese selbst erschaffene Hölle, dieses Verantwortung auf höhere Mächte schieben. Die Japaner machen das ebenfalls gern, wenn auch anders. Da heißt es „Shouganai – wir können es nicht ändern.“ Aber das ist eine eher gelassene Art, die Dinge zu sehen. Unverständlich vermutlich für Westeuropäer.

      Ich trinke keinen Kaffee, Milch nehme ich gern. 😉

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  3. Ich geh nicht mit dir in Himmel. Auf so einer Wolke bekommt man sicher mega schnell Basen u.s.w… Ne nix da…ich geh in die Hölle. Warm, VIP Bändchen und Freigetränke. Da kann sich der Teufel aber warm anziehen….

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  4. Mein Leben ist wunderbar. Von Hölle keine Spur. Das ist eine Einstellungssache. Aber natürlich könnte es zum Beispiel durch eine Krankheit oder den Tod einer geliebten Person doch höllenähnliche Züge annehmen.

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      • Ja vielleicht. Und nicht unbedingt. Aber auch nicht im Himmel, sonst wäre man zu weit weg sie zu sehen. Irgendwo dazwischen vielleicht. Nur, wenn man nicht weiß, dass man bereits im Himmel ist, kann ein Blick in die weit entfernte Hölle helfen sich daran zu erinnern. Man muss nur aufpassen nicht hineinzufallen. Gefährliche Angelegenheit. Trotzdem nicht vermeidbar, denke ich… Oder doch? … Ahhrg.

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  5. Hallo du Liebe, auch wieder sehr gut aufgegriffen und was damit gemacht. Ich muss sagen das berührt mich. Überhaupt das Thema Religionen, da ich mich aus der Kirche ausgemeldet habe, jedoch bin ich fühle ich mich dem Budismus sehr nahe. Mein Bruder ist zur Zeit in Brüssel seit 2 Monaten wo er sich als Mönch feiern lässt. Ich sag das jetzt mal etwas provokativ, da ich ihn posten sehe wie er sich von anderen beköcheln lässt. Die anderen dürfen dann erst nach ihm essen. Gibt es eigentlich eine Religion. wo wir Frauen gleichberechtigt sind? Das ist eine wirklich ernst gemeinte Frage. Danke für dieses. Thema LG moma

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    • Wenn du dich mit dem Buddhismus beschäftigst wirst du sehen, dass dort auch Mann dominiert, aber alles toleranter geschieht. Ich bin zwar Buddhistin, aber auf meine Art und Weise. Mehr im Sinn der durchaus kämpferischen Shaolin-Mönche.

      Die Ur-Religion(en), die die „Große Mutter“ als Vorbild hatte(n), die war(en) auf Frau fokussiert. Aber die hat man(n) abgeschafft.

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      • Danke für deine Stellungnahme.Ja der Buddhismus entspricht auch mehr meinen. Vorstellungen. Gebraten werde ich wohl nichts finden:-)

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