Von Freund und Feind

FreundInnen fragen mich immer wieder, wie mein Verhältnis zu China und Korea ist. Diese Frage mutet vielleicht seltsam an, macht aber für Japaner durchaus Sinn. Die Geschichte der drei Völker ist von Hass und Gewalt geprägt, was ich leider nicht verstehen kann. Und damit habe ich vermutlich vorab jene Frage schon geklärt. Aber ich möchte noch mehr zu dem Thema sagen.

China ist für mich ein faszinierendes Land. Die Geschichte, die Kultur, ist einzigartig. Die Japaner haben viel von China übernommen, aber auf japanische Bedürfnisse angepasst. Ob das nun immer besser war, ist schwer zu sagen. Kanji-Zeichen funtionieren in China sehr gut. Chinesen brauchen keine zweite, oder gar dritte Schrift. Nur die Japaner hatten eigene Ideen und das Hiragana und Katakana erfunden. Und an den Kanji-Zeichen haben sie auch gebastelt, was zu einigen Verwirrungen führen kann.

Die alten Japaner waren nicht immer sehr nett zu anderen Völkern. Daran führt kein Weg vorbei. Schuldig an Kriegen fühle ich mich nicht. Warum sollte das so sein? Ich lebe im „Hier und Jetzt“ und nicht vor tausend Jahren. Irgendwann werden wir China besuchen und auf den Spuren von Kaisern und Philosophen wandeln.

Das Talent der Japaner Dinge zu übernehmen ist unbestritten. So auch geschehen mit Kung Fu. Das heißt heute in Japan Karate. Wirklich besser ist es nicht. Nun kann ich den Aufschrei in Japan förmlich hören und auch bei glühenden Karate-Verfechtern in aller Welt. Aber das ist mir egal. Ich kenne beide Welten sehr gut. Letztlich kommt es immer auf den Menschen an. Ein schlecht trainierter Karate-Schüler, wird einem Meister des Kung Fu immer unterliegen. Und umgekehrt. Das wars. Ein ultimatives System gibt es in der Kampfkunst nicht.

Von Korea weiß ich nicht sehr viel. Nur, dass dort nette Menschen leben, die tolle Filme machen. Und ich kenne Taekwon-Do. Gespanntes Verhältnis meinerseits zu Koreanern? Fehlanzeige. Sieht man von den beiden jungen Koreanern ab, die Yuki und mich im Asia-Shop angemacht haben. Aber das war ein Einzelfall und meine harten Worte eine typische Mayumi Anti-Mann-Reaktion.

Für mich gibt es keine „bösen“ Nachbarn, oder gar verhasste Völker. Mein Feindbild war lange ausschließlich Mann. Aber der hatte keine Nationalität. Heute sind es meist PolitikerInnen und JournalistInnen. Und alle homophoben Menschen. Gegen die stehe ich auf. Zur Not mit Wort und Tat.

Für mich sind Chinesen und Koreaner Freunde. Aber Franzosen und Engländer auch. Auch Polen, oder Russen. Wo ist das Problem? Gemeinsam können wir so viel mehr erreichen, als wenn wir uns bekriegen. Ich stehe lieber im friedlichen Wettstreit um die schönsten Worte, als einen Krieg mit Fäusten zu beginnen.

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8 Kommentare zu “Von Freund und Feind

  1. Your heart is precious Nandalya, as also the vision of loving each other for who they are and not for what shapes their lives. Life is too short to hate, besides hatred will only destroy the one who embraces it deep inside, they will never know the blessing of a true happiness! I love you genuine spirit my sister and that is easy to do…because you are so real! Have a wonderful Sunday and a beautifully blessed week ahead!

    Look Beyond

    If we could only look beyond,
    What we think our eyes can see.
    Only then will we begin to live,
    A life unframed without mystery.

    For even though we see many colors,
    Still there are really only two kinds.
    For God made man and woman,
    And He called them all mankind.

    For we are not unlike the other,
    Only our personalities can define.
    The differences that lie between us,
    While being small are so refined.

    We all are made exactly the same,
    For within us His spirit lives.
    If we could look beyond what we see,
    Like our creator we would learn to give.

    That special piece of love within us,
    Which only our Lord can give,
    For once we embrace the truth of his life,
    We shall realize that we all are his.

    Your heart always shines Nandalya, it is a pleasure
    to having you share our world!

    ‚From Where My Heart Will Always Dwell‘
    By Wendell A. Brown, available at Amazon.com

  2. Wer unterteilt eigentlich die Menschen in Freund und Feind? Freunde sind da. Feinde nicht. Feinde werden geschaffen, Feindbilder erstellt. Menschen, die mir nicht zum Freund genügen, warum auch immer, sind noch lange nicht meine Feinde. Wer macht sie dann zu Feinden? Ich nicht. Schönsonntagwünschend, Deine Käthe.

    • Es waren wohl oft die Umstände, die Menschen zu Feinden machten. Politik, Neid, Gier und Macht. Stolz kann und sollte darauf niemand sein.

      Grüße zurück. Den schönen Sonntag hatten wir 🙂

  3. Ich habe Kriege schon immer als etwas absolut Merkwürdiges gesehen, aber gerade solche Erbfeindschaften sind mir suspekt. Ansonsten ist es eine Einzelperson, die es sich mit mir verscherzen kann, aber eine längere Fehde wird daraus nie entstehen.

    • Jeder von uns hat seine kleinen „Feindschaften.“ Aber deshalb hasse ich nicht. Eurpoa und Asien haben eine sehr kriegerische Vergangenheit. Brudervölker haben einander auf grausamste Weise abgeschlachtet. Auch, wenn ich mich in der Tradition der Samurai sehen, so bin ich keine gewissenlose Kriegerin. Für mich sind alle Menschen gleich. Nur JournalistInnen mag ich nicht 😉 Aber bei denen gebe ich mich auch dem Wettstreit der Worte hin.

  4. Die Übeltaten der Väter und Großväter (wirklich weniger der Mütter) können das Image des Staates und seiner EinwohnerInnen versauen. Das hat sich in Europa geändert, wie ich mit Freude gemerkt habe.
    Zu China, Korea, Japan weiß ich nichts. Es ist in jedem Fall zu wünschen, dass deine Haltung Konsens wird. Die Welt ist kleiner geworden in den letzten Jahrzehnten, und sich als Weltbürgerinnen und -bürger zu fühlen, bereitet weniger Mühe. Und wird immer dringender…

    • Die wirtschaftlichen Beziehungen sind ja da. Politisch hat das eine andere Qualität. Das hat aber nichts mit den Menschen zu tun sondern mit der Politik. Und in China können sie leider nicht frei wählen, wie du weißt.

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