Krieg der Petitionen

Der Engel Gabriel ist vermutlich den meisten Menschen in Deutschland ein Begriff. Seit einigen Wochen auch der Name Gabriel Stängle. Bei besagtem Herrn handelt es sich um einen evangelichen Aktivisten, Reallschullehrer und Homo-Gegner. Er hat die Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ ins Leben gerufen.

Nun hat jeder Mensch das Recht auf (s)eine Meinung. Nur gefällt mir die Art und Weise nicht. Stängles Petition ist nichts weiter, als Volksverhetzung. Gezielte Propanda gegen Homosexualität. vor allem die Rechte Szene jubliliert und hat sich dem Protest schon angeschlossen. Klar, Schwule und Kommunisten waren schon immer deren erklärtes Ziel.

Dabei ist der Bildungsplan der Rot-Grünen Landesregierung deutlich zu begrüßen. Er richtet sich gegen Vorurteile und Mobbing Homosexueller. Mit einem Satz: Er richtet sich gegen Homophobie. Stängle sieht das anders. Seiner Meinung nach verstoße der Plan gegen das Grundgesetz und mache Schüler psychisch krank.

Vermutlich lebt der Mann in einem fernen Jahrhundert, in seiner eigenen, durch und durch von Homophobie geprägten, kleinen Welt. Wie anders ist ein solcher Satz noch zu erklären. Zum Glück gibt es Menschen, die ganz anderer Meinung sind. Und es werden immer mehr. Einer davon hat nun eine Gegenpetition ins Leben gerufen. Und deren Zuspruch explodiert! Noch während ich diese Zeilen schreibe, schnellt die Zahl tausendfach nach oben.

Es herrscht Krieg in Deutschland, ein Krieg der Petitonen, ein Krieg für ein aufgeklärtes Miteinander und gegen konservativ-rückständige Homophobie. Und das ist gut so! Umso mehr Menschen sich gegen Stängle und seine Glaubensgenossen wenden, umso mehr wird für die Regenbogensache getan. Denn letztlich profitieren alle Menschen von der Gleicheit, der Freiheit und der Brüderlichkeit.

Queer.de schreibt, dass gegen Stängle inzwischen Strafanzeige und eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingegangen ist. Dies habe ein Sprecher des Stuttgarter Kultusministeriums mitgeteilt. Vielleicht wird Stängle nun am eigenen Leib erfahren, was Homosexuelle nicht nur in diesem Land fast täglich erleben dürfen.

15 Kommentare zu “Krieg der Petitionen

  1. Pingback: Vervielfältigungsgesuch | bittemito

      • Wenn ich ein Problem habe, so wird das analysiert und Abhilfe geschaffen. Das habe ich mit diesem Beitrag getan. Und mit Diskussionen. Aufregung schadet da nur, es gilt kühlen Kopf zu bewahren. Die Polemik überlasse ich Stängle. Der wird schon sehen, was er davon hat.

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      • Man sollte ihm nahelegen, mal seinen Job zu kündigen, finde ich…nur so als Resultat seiner Aktion. Ich würde es der Schule zumindest wärmstens raten.

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  2. Oh was habe ich am Wochenende darüber diskutieren dürfen. Die Riege „Ich mag nicht was du sagst aber ich kämpfe für dein Recht es zu sagen“ gegen das Camp „Dein Recht hört da auf wo es das Recht anderer limitiert.“
    Ich find es so erschreckend, dass die Riege „freie Meinungsäusserung“ so gar nicht auf den hetzenden und hassenden und wirklich „unfeinen“ INHALT dieser jener ach so freien Meinung hört sondern stumpf sagt „alles geht.“ Nein, es geht ganz sicher nicht alles. Und wer seine Meinungsfreiheit auf Teufel komm raus ausleben will um die Meinungsfreiheit anderer anzugreifen, der schneidet sich ins eigene Fleisch. Punkt.

    Ich unterschreibe, zeter, und geh auch auf die Strasse, wenn es soweit ist. Für euch, für uns, für unsere Kinder.

    Boah, da krieg isch Plack!

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  3. Die Petition von Herrn Stängle ist eine riesige Frechheit. Das Bildungspapier, denn ein fertiger Plan ist es ja noch nicht, hat seine Schwächen, zugegeben, und ich kann Kritik daran verstehen, aber nicht diese. Das Bildungspapier schießt sich m.E. ein bisschen zu sehr auf sexuelle Akzeptanz ein – womit ich nicht sagen will, dass ich das schlecht finde – aber mir fehlt eine gleichwertige Forderung nach ethnischer, religiöser und jedweder anderer Akzeptanz von Minderheiten und diskrimierungsgefährdeten Gruppen.
    Aber allein beim ersten Punkt der Begründung der Petition dreht sich doch jedem vernünftigen Menschen der Magen um!
    „In „Verankerung der Leitprinzipien“ fehlt komplett die ethische Reflexion der negativen Begleiterscheinungen eines LSBTTIQ-Lebensstils, wie die höhere Suizidgefährdung unter homosexuellen Jugendlichen, die erhöhte Anfälligkeit für Alkohol und Drogen, die auffällig hohe HIV-Infektionsrate bei homosexuellen Männern, wie sie jüngst das Robert-Koch-Institut (5) veröffentlichte, die deutlich geringere Lebenserwartung homo- und bisexueller Männer, das ausgeprägte Risiko psychischer Erkrankungen bei homosexuell lebenden Frauen und Männern.“
    Genau – wer homosexuell ist, wird automatisch zum Junkie. Ganz großer Applaus.
    Noch schlimmer sind die Kommentare der Unterzeichner, die vor Ignoranz und Dummheit nur so strotzen.
    Man kann nur hoffen, dass diese Petition keinerlei Einfluss nimmt auf die Entwicklung der Bildung in unserem Land und dass angst- und hasserfüllte Leute wie Herr Stängle bitte niemals ihre Gedanken im Unterricht weitergeben. Die Schule sollte Kinder zu selbst denkenden, reflektierenden und kritischen Menschen machen – das erreicht man weder durch Glorifizierung noch durch Verteufelung einer Thematik.

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    • Vielen Dank für deinen Kommentar. Die (neu erwachte) Diskussion um Aufklärung, Homo-Ehe zeigt leider deutlich, wo Deutschland steht. Daher versuche ich auf meine Weise aufzuklären, gegenzusteuern. Und zur Not schwinge ich auch die Flagge 😉 Die absurden Argumente der Menschen sind zum Teil echt schlimm, aber aucgh aus Angst und Unkenntnis geboren. Zum Teil werden sie aber gesteuert. Und das ist fast noch bedenklicher.

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