Gewalt an Schulen – Fragwürdige Uni-Rituale

Spiegel online berichtet heute über thailändische Uni-Rituale. Unter dem eher reißerischen Titel „Folter für Erstsemester“ stehen dann die harten Fakten: Junge Männer werden von älteren Komilitonen geschlagen und angeschrien, brechen vor Erschöpfung fast zusammen. Ich lese den Artikel und wende mich dann kopfschüttelnd und doch nachdenklich ab. Leider sind diese Praktiken nicht nur in Thailand üblich, auch in Japan gibt es Gewalt an Schulen, oder nicht mehr zeitgemäße Studentenrituale. Diese machen auch vor jungen Frauen nicht Halt!

Nun kann ich mich gut wehren. Aber ich gehe auf keine Schule um zu prügeln! Ich will dort lernen, studieren, mein Wissen vertiefen. Ich muss mich nicht schon in der Schule dem buchstäblichen Lebenskampf stellen und meinen Mitschülern blutige Nasen verpassen. Dass ich es dann doch einige Mal tun musste steht auf einem anderen Blatt. Was mich so betroffen macht und immer noch ein Stück mehr in Richtung Feminismus rücken lässt: Wieder sind  es vornehmlich Männer, die diese Gewalt ausüben. Wenn auch gegen die eigene Art.

In Deutschland hatte ich diese Probleme bisher nicht. Weder an den Schulen / Unis in Düsseldorf, oder meiner neuen Heimat Stuttgart. Eine Einzelgängerin war ich nicht. Aber ich habe ein gutes Gespür für Menschen und mich von Cliquen ferngehalten, die nur Ärger suchten. Natürlich wäre ich dank meiner Karate und Aikido-Kenntnisse ein willkommenes Mitglied gewesen. Aber selbst aktiv Streit suche ich nicht. Auch, wenn ich Ärger nicht immer aus dem Weg gehen kann. Früher habe ich dann Finger und Nasen gebrochen. Heute diskutiere und deeskaliere ich meist. Klappt leider nicht immer, aber dazu blogge ich ein anderes Mal vielleicht mehr.

Obwohl ich ein „zorniges Mädchen“ war, habe ich immer meinen Frieden gesucht. Ich fand ihn im Sport, dem Schreiben von Haikus und Kurzgeschichten. Und zu guter Letzt in der Liebe. Aber selbst in meinem Zorn, selbst als wildes Mädchen, bin ich stets gerecht geblieben. Immer habe ich mich für Schwächere eingesetzt und auch Jungs gegen andere Jungs geholfen. Gut, das war eher die Ausnahme. Meist stand ich (be)schützend vor „meinen Mädels“ und habe sie gegen Jungs verteidigt. Mir will es einfach nicht in den Kopf, warum Menschen andere Menschen beherrschen wollen. Wo ist der Sinn sein bisschen Macht an einem Erstsemester zu demonstrieren, ein Kind auf dem  Pausenhof zu quälen?

Ich für mein Teil lerne lieber. Das ist oft Qual genug. Vielleicht sollten sich die Schüler und Studenten wieder genau darauf besinnen, statt Schutzgeld zu erpressen, oder Mitschüler (nackt) durch Korridore zu jagen. Bei mir hätten sie damit ein großes Problem.

 

 

 

 

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10 Kommentare zu “Gewalt an Schulen – Fragwürdige Uni-Rituale

  1. Es gibt viele Gründe. Ein sehr häufiger Grund ist: „Warum sollte es denen besser gehen als mir“. Ein weiterer Grund ist Macht. Es ist ein schönes Gefühl Macht zu haben. Damit einher geht die Verantwortung, die aber bei vielen nicht so ausgeprägt ist.

  2. Brutal zu sein um seine Macht zu demonstrieren ist ein Armutszeugnis und meist wenn ein noch „Stärkerer“ kommt, ist es mit der Macht eh vorbei.

    Sieht man im Großen und im Kleinen, wie in den Schulen zb.

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