Wen-Do – Der Weg der Frauen

Wen-Do (auch Wendo) heisst übersetzt „der Weg der Frau“ und wurde 1972 in Kanada von Frauen entwickelt, die selbst in Kampfsportarten tätig waren. Lesbischen Frauen für Schwestern, um genau zu sein. Mittlerweile wird Wen-Do aber weltweit für alle Frauen gelehrt. Und das ist gut so. Wen-Do ist kein Kampfsport und will es auch nicht sein.

Wen (Abkürzung des englischen Wort women) und Do (japanisch für Weg) ist ein Kunstwort, trifft es aber sehr genau. Diese Form der Selbstverteidigung soll Mädchen und Frauen jeden Alters helfen, sich gegen (männliche) Gewalt zu behaupten. In einer Zeit zunehmender Gewaltbereitschaft sollten sich Frauen nicht der Illusion hingeben, dass sie kein Opfer werden könnten. Wichtiger als der Kampf ist aber ihn zu vermeiden. Genau das wird von einer Freundin – die ich Linda nennen möchte – gelehrt.

Als ich vor 2 Jahren von Wen-Do erfuhr, war ich skeptisch. Halbherzig angewandte Selbstverteidigung kann mehr Probleme machen, als die Deeskalation mit einem Lächeln. Aber Linda hat mich dann doch überzeugt. Als ich sah wie bereits kleine Mädchen mit lauten Schreien auf Polster einschlugen, war ich zutiefst berührt. Denn genau dieses extrovertierte Verhalten, dieses auf den Gegner zugehen macht den Unterschied aus.

Egal ob nun 6 oder 60, das Alter spielt bei Wen-Do keine Rolle. Selbstverteidigung fängt im Kopf an! Diesen Satz sollte sich jede Frau zu eigen machen. Dabei spielt es keine Rolle, wie man Selbstverteidigung nun definiert. Schon ein lautes „NEIN!“ kann ein klares Zeichen setzen. Linda versteht es wie keine Zweite Stärke zu vermitteln, Mut zu machen. Sie ist eine Seele von Mensch, die am liebsten alle Frauen dieser Welt beschützen würde.

Wie Linda finde ich es wichtig, dass Frauen sich wehren können. Egal ob nun mit der Hand, oder einfach nur dem Wort. Wir müssen weg aus der oft selbst gewählten Opferrolle, der Pasivität. Was wir brauchen ist innere Stärke, Selbtbewusstsein. Nie war das einfacher als heute! Die Welt ist dabei zu begreifen, dass Frauen mehr sind als nur Mütter! Wir sind in der Politik, in immer mehr früher klassisch männlichen Berufen. Unsere Stimme mag noch schwach sein, aber sie wird täglich lauter. Und genau dabei hilft uns auch Wen-Do.

Nein, ich habe nie Wen-Do als Selbstverteidigung gelernt. Mein „Wen-Do“ habe ich mir selber beigebracht. Dabei geholfen haben mir auch meine japanischen Wurzeln, mein Vater und meine Liebe zu Karate und Aikido. Keine Frau muss nun zur Kampfmaus mutieren und laut schreiend Männer schlagen. Wichtig ist es nur den eigenen Weg zu finden. Er reicht nicht ihn nur zu sehen. Lasst ihn uns (zusammen) gehen, den Weg der Frauen.

6 Kommentare zu “Wen-Do – Der Weg der Frauen

  1. Das erinnert mich an eine Zeile von P!NK: „I`m not here for your entertainment, you don`t really wanna mess with me tonight…“
    Vieles ist hier eine Frage des Selbstbewußtseins: Das ist oft die wichtigste Vorraussetzung und größte Stärke, die Frau haben kann. Nur: Wie kriegt man das?
    ZB, indem man eine Kampfsportart erlernt und merkt, wozu man im Ernstfall fähig ist – Selbstvertrauen durch Können. Und so schließt sich der Kreis… 🙂

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    • Man bekommt Selbstbewusstsein vielleicht auch ein Stück mit in die Wiege gelegt, Molly. Der Rest ist Erziehung, das Umfeld, die Familie. Mein Papa hat aus meinem kleinen, rebellischen Köpfchen, eine wehrhafte „Kriegerin“ geformt. Ganz ohne Zwang, dafür mit viel Liebe. Und das ist vermutlich die wahre Kunst. Ich war als Kind nicht immer so ganz einfach. Aber bei meinem Papa immer zahm 😀

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