Ich blogge, also bin ich

Ich blogge, also bin ich. So stand es vor einigen Jahren als Überschrift in der Zeit online. Der Medienwissenschaftler Geert Lovink wurde interviewt, um etwas über die neue Netzkultur, den Blog zu sagen. Damals wollte ich nicht bloggen, da hatte ich andere Sachen im Sinn.

Als ich mit dem Blog begann wusste ich nicht so richtig worüber ich schreiben soll. Was könnte andere Menschen interessieren? Dann habe ich meinen Denkfehler bemerkt. Ich blogge nicht primär für Andere, ich blogge für mich selbst! Natürlich ist es toll, wenn meine Gedanken, Ideen und Kommentare gefallen. Aber erst einmal mache ich mir mit den Worten selbst Luft. Daher soll der Blog auch keine Lebensberatung werden. Trotzdem freue ich mich, wenn ich anderen Frauen Tipps und Anregungen geben und sie vielleicht moralisch unterstützen kann. Klar darf (und wird) Mann hier auch mitlesen. Das ist okay, aber nicht mein Ziel. Wobei eben auch eine Meinung aus Sicht von Mann interessant ist. Als allwissend sehe ich mich nämlich nicht.

Mir geht es vor allem darum, (m)ein überwiegend positives Lebensgefühl zu vermitteln. Mut zu machen. Mich mit anderen Frauen auszutauschen, einen Blick auf ihr Leben, ihre Gedanken zu werfen. Daher mag ich nicht unbedingt nur über lesbische Themen schreiben. Dazu gibt es andere und bessere Seiten. Ich bin schon öfter gefragt worden, ob ich eine Feministin bin. In gewisser Weise schon. Aber der Typ Alice Schwarzer nicht. Nur einfach eine Frau, die für ihr Recht Frau zu lieben ein- aber auch aufsteht! Und Letzteres kann ich gut. Aber ich mag das nicht täglich machen müssen sondern sehne mich wie jeder Mensch nach Ruhe, nach Frieden. Wer mich ärgert oder provoziert, der wird eine weniger nette Mayumi erleben. Natürlich schlage ich nicht gleich zu. Eine spitze Zunge oder Feder kann wahre Wunder wirken.

In diesem Blog mag ich nun nicht unbedingt Tagebuch führen, um unser Studium, unsere Heirat und unser ganzes Leben detailliert zu beschreiben. Ein paar Anekdoten vielleicht. So, wie bisher auch. Meine alten Haikus und Kurzgeschichten werde ich nicht ins Netz stellen! Die sind absolut privat. Nur soviel: Ich verfasse Texte seit mehr als fünfzehn Jahren. In diesem Blog sind es meist nur Gedankensplitter, gespickt mit (wenig) Logik und umso mehr Emotionen.

Duch den Kontakt mit anderen Bloggern – ihr wisst wer ihr seid 😀 – habe ich wieder mehr Lust auf das geschriebene Wort bekommen. Auch auf Lyrik. Mein gestriges Haiku ist genau durch diesen Kontakt entstanden. Und durch das unglaubliche Hochgefühl, das ich seit der feststehenden Heirat nun erlebe. Auch nach fast fünf Jahren brennt meine Liebe noch immer so hell, wie damals, als Yuki und ich zueinander fanden. Vielleichts sogar noch heller. Denn Worte sind (geistige) Nahrung für mich. Sie lassen mich aufleben, blühen. Mein Geist schwelgt in tiefen Emotionen. Zum Glück holt mich ein geworfenes Kissen dann oft wieder in die Realität zurück. Yuki sagt, ich soll mich endlich anziehen. Wir wollten doch in die Stadt 😀

Eins noch: Was ich wirklich gut kann ist lästern! Sarkastisch sein und ein bisschen böse. Nur blogge ich nicht um zu sein. Ich bin schon (böse) 😉  Und bevor meine Süße auch „böse“ wird, verabschiede ich mich für den Moment.

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4 Kommentare zu “Ich blogge, also bin ich

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