The LGBT-Word

Vielleicht ist es der einen oder anderen Leserin aufgefallen, dass ich Filme mag und auch kommentiere. Nicht immer objektiv sondern eher aus dem Bauch heraus. Eine Freundin hat bemängelt, dass ich bisher nicht auf „The L-Word“ eingegangen bin. Ob ich diese Serie etwa nicht kenne, fragte sie.

Ich habe jede L-Word Folge verschlungen, aufgesaugt, mit den Mädels geweint, gelacht, gelitten. Aber das ist eine Weile her. Und in dieser Zeit ist viel über die Serie geschrieben worden. Viel Unsinn, viele positive Dinge, natürlich auch der ein oder andere Verriss. Yuki und ich haben uns die Staffeln seit Anfang Mai in der Originalfassung noch einmal angeschaut. Das hatte eine ganz andere Qualität und war um Welten besser, als jede deutsche Synchronisation.

Auch heute noch halte ich diese Serie für bahnbrechend, für einen wenn nicht den wichtigsten Wegbereiter von lesbischen TV-Serien und Kinofilmen. Ohne L-Word gäbe es vermutlich einige Filme nicht und auch die immer populärerer werdenden Webserien wären vielleicht nie gedreht worden. Ganz zu schweigen von dem Lebensgefühl, das die Serie Frauen vermitteln konnte. Klar war nicht alles Gold darin, klar kann über einige Szenen / Folgen diskutiert werden. Aber das Gesamtkunstwerk L-Word passt! Nur das Ende nicht … Ich hoffe immer noch! Auf einen Film. Auf die Rückkehr meiner liebgewonnenen Freundinnen. Aber langsam glaube ich nicht mehr daran. Hollywood scheint andere Ideen zu haben.

Auffällig ist die Normalität, die lesbischen Paaren plötzlich entgegenschlägt. Da gibt es die neue Serie „Die Fosters.“

http://www.serienjunkies.de/the-fosters/

Zwar ist die eine Frau ein Cop (Polizistin), was wieder etwas ein Klischee bedient, Die Serie zeigt eine normale Familie in Amerika. Zwei Frauen, ihre Kinder, ihre Alltagsprobleme. Die Fosters wird von Jennifer Lopez produziert. Leider aber von Männern geschrieben. Und das fällt auf. Mir zumindest. Gut, es ist nicht wirklich tragisch. Zu viel L-Frau in einem Film kann schon nervig sein. Ich behaupte an dieser Stelle, dass „The L-Word“ mit der Grund für diese Serie ist. Und so wird es weiter gehen! Nur wie? Vielleicht mit „Lilly Schönauer – Weiberhaushalt.“ Der Film lief am Freitag, den  20. September 2013 um 20:15 Uhr in der ARD. Nichts Besonderes, ein wenig seichte Familienunterhaltung. Schöne Frauen, ein „schöner Mann,“ Bisexualität und eine Lesbe. Im Grunde genommen war es aber ein Hetero-Film. Diesmal hat die Lesbe die Frau nicht bekommen, dafür ihre alte Liebe wieder. Auch wenn ich gern andere Happy Endings sehe, so war dieses dann doch in Ordnung. Es gibt bereits zu viele Filme, in denen die Hetero-Frau dem Charme von Frau verfällt.

Diese neue Toleranz, dieser andere, wenn auch noch zaghafte Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren, ist ein richtiger und wichtiger Schritt! Was aber auffällt: Mann bleibt außen vor! Ich kenne spontan keine Serie über schwule Männer, keine Liebesgeschichte. Ein Tatort vielleicht, in dem der nicht geoutete schwule Ehemann von der eigenen Frau ermordet wird *gääääääähn* Klar, lesbische Frauen verkaufen sich besser im TV. Da hat Mann dann etwas zu schauen. Was die (TV)Welt braucht, wäre eine „G-Word“ Serie für Mann. Aber die wird nicht kommen! Die unter Homophobie leidenden Konservativen werden das zu verhindern wissen.

Das war mein LGBT-Word of the day. Und jetzt gehe ich weiter Hochzeit vorbereiten. Bis bald ihr da draußen! 🙂

 

 

 

11 Kommentare zu “The LGBT-Word

    • Wir hatten manchmal so unsere Mühe mit Englisch. Aber dank DVD und Wörterbuch ging es dann doch 😉 Wir haben uns die Serie jetzt über 4 Monate lang noch einmal angeschaut. Dabei fallen natürlich Schwächen auf. Trotzdem war und ist The L-Word eine Revolution.

      Und danke für die Wünsche. Manchmal muss ich aber aus dem Traum erwachen, sonst machen mich unsere Eltern wahnsinnig. 😉

      Gefällt mir

  1. Queer as Folk – ist mir da nur als Serie eingefallen. Geht allerdings – klischeemäßig – schon eher um Sex, als um Beziehungsdrama. Wir haben die US-Version gesehen, gibt’s auch noch als UK-Version mit komplett anderen Schauspielern.

    Gefällt mir

    • Ich mag Sex(szenen) in Filmen nicht sonderlich. Lieber Liebe, Gefühle *schmacht* 😀

      Von Queer as Folk hatte ich gehört. Selbst angeschaut aber (bisher) nicht. Ich habe einfach zu viele Interessen in Bezug auf Film.

      Gefällt mir

    • High Art hat mich tief berührt. Und das können nur wenige Filme. Ich sehe in High Art eine Vorstufe, einen Wegbereiter für L-Word. Wir bräuchten mehr davon. Aber schau dich um! Wendy Jo Carlton dreht (nur noch) Webserien, Ilene Chaiken hat sich meiner Meinung nach an Hollywood verkauft.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s