Ein Blick in den Spiegel

Ich habe heute einen Blick in den Spiegel geworfen. Nein, nicht um ihn zu fragen ob ich nach wie vor die Schönste im Lande bin. Gemeint ist Spiegel online, bei dem ich mir auch ab und an eine Meinung bilde. Fraglich nur welche. Meine? Oder werde ich nicht auch vom Spiegel manipuliert?

Auffällig ist die „Nach der Wahl“ Berichterstattung. Schürt man so Angst? Ist Deutschland etwa in einer (Regierungs)Krise? Zumindest ist der Spiegel weniger reißerisch, als das vor Blut und Sex triefende Springer Blatt, das letzten Samstag unaufgefordert in jedem Briefkasten lag. Ich schätze den Spiegel für seine gut recherchierten Berichte. Er hat einfach eine andere Qualität, als irgendwelche Boulevardblätter. Aber ist der Spiegel nicht klar parteiisch? Eine Kommilitonin erklärte ihn mehr der Farbe Rot zugeordnet.

Nun bin ich nicht wirklich politisch, sondern lebe mehr in einer künstl(er)i(s)chen Welt. Dort gelten andere Regeln, dort sorge ich mit Federstrichen für Recht und Ordnung. Aber so ein wenig interessiere ich mich dann doch für Politik. Und meiner Meinung nach haben die „Großen Alten“ in Berlin schon lange ausgedient, sich selbst überlebt und dümpeln scheintot und ohne klaren Kurs durchs aufgewühlte Meer.

Nur wohin soll die Steuerfrau das Schiff nun führen? Ich mag Angela Merkel als Politikerin nicht sehr und kann mit ihrem Kurs wenig anfangen. Momentan dreht sich Deutschland auf der Stelle. Und ich muss nicht in einen Orakel Spiegel schauen um zu wissen, dass eine Große Koalition das absolute Horrorszenario bedeutet. Für Deutschland und für jede Partei, die sich darauf einlässt.

Es gibt Stimmen, die bereits nach Neuwahlen rufen. Sogar eine Petition wurde ins Leben gerufen:

https://www.openpetition.de/petition/online/wir-fordern-neuwahlen-fuer-bundestagswahlen-2013

Im Spiegel online haben die Zwerge Angst vor einer großen Koalition, da sie dann gleich höhere Steuern zahlen müssten. Natürlich nur nach zähem Ringkampf! Mama Angie lockt die Buben Sigmar und Peer, die sich aber natürlich noch zieren. Klar, nur mit Zucker wird das diesmal nichts. Da muss es wohl ein großes Menü sein. Und zahlen werden wir. Wie immer eigentlich.

Vielleicht sollten die Parteien auch in einen Spiegel schauen. Nicht den online, sondern an der eigenen Wand. Aber ich fürchte der ist nach all den Jahren der Lügen blind geworden. Ich zumindest bin es nicht.

 

 

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4 Kommentare zu “Ein Blick in den Spiegel

  1. Der Spiegel (also die Zeitschrift) soll wohl schon etwas SPD-zugeneigt sein…

    Was ICH aber nicht schlimm find, wenn die Alternative das ist, was andere Printmedien da so drucken… (Ich erinnere mich nur an so Schlagzeilen wie: „Merkels Triumph“ oder ähnliches)

    Ich weiß nicht, ob Neuwahlen wirklich was bringen. Würde es nur, wenn sich genug Wähler „umentscheiden“ und kann auch nach hinten losgehen – Die Union bekommt die abolute Mehrheit zum Beispiel.

    Vermutlich wird die SPD sich jetzt etwas zieren und dann unter vielen – theoretischen – Zugeständnissen einknicken und es gibt eine große Koalition. Die LGBT-Rechte werden dabei aber auf der Strecke bleiben, fürchte ich. Also wieder – mindestens – 4 Jahre Stillstand, und am Ende wird die Union die SPD „zum Frühstück verspeisen“ und bei der nächsten Wahl die absolute Mehrheit haben.

    • Genau dieses Absolute befürchte ich! Muffiger, miefiger Konservatismus.

      Schau dir an, wer CDU gewählt hat. Mit welchen Hintergründen. Das gibt mir zu denken. Und ja, für unsere Rechte sehe ich im wahrsten Sinn des Wortes „Schwarz.“

  2. Vielleicht sollten die Parteien auch in einen Spiegel schauen. (…) [den] an der eigenen Wand. Aber ich fürchte der ist nach all den Jahren der Lügen blind geworden.

    Nee, der ist nicht blind geworden. Die haben die Spiegel schon lange abgehängt. Könnten sich selbst eh nicht mehr drin ertragen, vermute ich.

    Interessant, so eine Meinung 1 Jahr später zu lesen. Und festzustellen: es hat sich nichts an der Situation geändert. Oder – vielleicht doch. Es ist noch schlimmer geworden.

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