Kampf + Kunst = Kampfkunst

Wie ich bereits mehrfach geschrieben habe, trainiere ich asiatische Kampfsportarten. Ich mag diese Mischung aus Sport und Philosophie. Denn was mir immer wieder negativ auffällt: Viele, die Karate lernen wissen nichts über die Herkunft. Karate stammt eigentlich aus China … Das Kanji Zeichen dafür hieß „Chinesiche Hand.“ Das durfte natürlich nicht sein, daher haben es meine Vorfahren in „Offene Hand“  geändert 😀 Doof oder? Ich war immer felsenfest von meinem Karate, meinem Aikido überzeugt. Bis ich letztes Jahr Wing Chun (Kung Fu) für mich entdeckt habe. Nun bin ich aber niemand, die besonders folgsam ist, oder starren Regeln folgt!! Das ist gegen meine Natur! Als ich den Club für mich entdeckt habe, waren alle neugierig auf mich. Eine Dan-Trägerin aus dem Karate will Kung Fu lernen. Was die wohl kann …? Und ich war auch ziemlich neugierig, wie gut oder schlecht ich bei einem Übungskampf aussehen würde.

Bevor ich näher darauf eingehe, möchte ich etwas weiter ausholen und über die verschiedenen Formen der Selbstverteidigung sprechen. Es gibt Viele davon! Und alle sind gut! Aber … es gibt NICHT die beste Form!! Ein wirklicher Karate Großmeister wird immer einen mittelmäßigen Kung Fu Meister schlagen und umgekehrt! Es kommt immer auf die Person an. Vergleichskämpfe zwischen den verschiedenen Arten funktionieren sowieso meist nicht. Wie auch? Ein Karateka kämpft anders, als jemand aus dem Teakwon-Do! Ich habe sehr früh gelernt, Elemente der verschienen Formen miteinander zu mischen. So nutze ich meist Aikido für den Nahbereich. Heißt ich verbiege mal eben Finger und Hände, wenn mir wer dumm käme 😛 Ansonsten hilft mir meine Schnelligkeit weiter. Ich bin sehr sehr schnell, ein Kampfzwerg, wie mich manche Freunde mehr oder weniger liebevoll nennen.

Natürlich sind meine geringe Größe, mein geringes Gewicht, ein Nachteil, wenn ich gegen einen Mann antreten müsste … 50 kg gegen 90 kg +? Das ginge nicht gut aus, wenn ich getroffen werde. Die Kunst liegt nun darin, NICHT getroffen zu werden und selbst Treffer zu landen, oder einem möglichen Angreifer so weh zu tun, dass er von mir ablässt. Und genau das kann ich! Zurück zum Wing Chun und meiner Anmeldung dort, meiner ersten Stunde. Alles, aber auch wirklich alles ist dort total anders! Ich habe in diesem einen Jahr mehr gelernt, als ich selbst glauben kann! Sie haben mich natürlich getestet. Spaßeshalber! Der Trainer bestimmte eine erfahrene Schülerin, die etwa meine Größe und Gewicht hat. Sie trainiert seit 5 Jahren. Und genau an der Stelle weise ich noch einmal auf das weiter oben geschriebene von der „besten Form der Kampfkunst“ hin.

Ja, das Mädel war wirklich gut! Boah war ich überrascht!  Mit normalem Karate konnte ich ihr nicht beikommen, mit dem Aikido / Karate Mix aber schon. Ich mach’s kurz: Ich habe gewonnen. Aber nur, weil ich unkonventionell bin! Und das in jeder Hinsicht, auch im normalen Leben. An dieser Stelle möchte ich jeder Frau die meinen Blog liest nahelegen, sich Gedanken über Selbstverteidigung zu machen! Es gibt immer wieder Situationen, in denen wir uns wehren müssen! Heute, nach einem Jahr Wing Chun „kämpfe“ ich übrigens anders. Ich mische nun Wing Chun und Aikido und meine Tritte aus dem Karate und Taekwon-Do. Wie ich das nenne? Nandi haut zu vielleicht *lacht ganz laut* und meldet sich für heute von ihrem Blog ab.

18 Kommentare zu “Kampf + Kunst = Kampfkunst

  1. Interessant. Ich nehme mal an, dass Du keine bisherige Praxiserfahrung hast und wie sich das bewehrt – also die Mischung. Was sagt Dein Trainer dazu, dass Du das vermengst? Meiner hat mir gesagt, das mehrere Kampfkünste den Schüler schlechter werden lassen, weil man versucht alles gescheit zu vermischen und den Fokus verliert. Ich denke, damit liegt er nicht so verkehrt. Ich würde mich nur auf eine Sache konzentrieren. heißt ja nicht umsonst: Viele Köche verderben den Brei. Trotzdem viel Spaß. Wing Chun ist wirklich verdammt gut und hat aus meiner Sicht die kürzesten Weg, um ans Ziel zu kommen. Aber Du hast recht, alle Kampfkünste verdienen Respekt. Aber für mich hat Wing Chun die meisten Vorteile. Wenn ich zum Beispiel Shaolin Kung Fu machen würde, dann würde ich das mit Enthusiasmus machen, aber nur mit dem Hintergedanken gelenkiger zu werden und nicht weil ich Wing Chun und Shaoling Kung Fu vermischen möchte.

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    • Ich trainiere seit 25 Jahren Karate und Aikido. Das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Trotzdem kann ich mich im Training auf Wing Chun einlassen und alle anderen Elemente vergessen. Aber die Mischung funktioniert! Ich „kämpfe“ eher unkonventionell. Es sei denn ich würde durch Wettkampfregeln daran gehindert. Die bestreite ich aber schon seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Wing Chun ist für mich einfach eine neue und wunderbare Erfahrung und ich habe großen Spaß daran. Ein Shaolin „Boxer“ hätte bestimmt seine helle Freude mit mir 😀

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      • Ah, mit Praxiserfahrung meinte ich eher, dass Dich schon mal ernsthaft verteidigen musstest. Es ist eine Sache, das im Training anzuwenden (alle möglichen Kampfkünste zu vermengen), eine andere damit unter realen Bedingungen erfolgreich zu sein.

        Es ist allerdings auch nur meine persönliche Einstellung dazu, aus meiner Sicht verderben viele Köche den Brei. Was ich Dir empfehlen kann ist, Dich mit Druckpunkten (die werden, ohne das sie sonderlich erwähnt werden) im Wing Chun ja genutzt. Die senkrechte Mittellinie auf die, die Schläge im Wing Chun meist ausgerichtet sind besteht aus einigen Punkten (Nase, zwischen Oberlippe und Nase, Kehlkopf, Solar plexus,…) abber z.B. mit einem abwehrenden Pak Sao, lässt sich gut ein Schlag auf den Bizeps trainieren. Der Arm wird dann kurze Zeit unbrauchbar.

        Viel Spaß und Erfolg weiterhin. 🙂

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      • Leider durfte … nein musste ich mich schon im normalen Leben gegen Leute wehren. (M)Ein Vorteil: Ich habe keine Angst! Der letzte Vorfall war im Urlaub, als meine Freundin belästigt worden ist. Ich gebe dir aber Recht, dass Viele mit verschiedenen Stilen überfordert sind! Ich mag niemand schlagen müssen! Aber ich mache es, wenn mich wer belästigt. Und durch mein Training – egal ob nun Karate, Aikido oder Wing Chun – kann ich mich doch recht gut wehren. Und zum Kopf hauen muss ich nicht unbedingt, Knie und Schienbein sind dankbare Abnehmer 😀 Und wer mit Schwingern arbeitet, der landet schnell … auf dem Boden *lacht* Dankeschön für deine Kommentare und auch dir viel Spaß und Erfolg!

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      • Oh ja, Schwinger sind die besten Gegner, einmal Pak Sao-Abwehr und zack.

        Ich denke nicht, dass das an einer Überforderung liegt, sondern daran, dass das Unterbewusstsein das am meisten konditionierte Programm abspielt. Heißt, wenn du 15 Karate gemacht hast und nur zwei Wing Chun, kommt wahrscheinlich eher Karate zum Vorschein. Das ist nur natürlich. Aber eben auch sehr oft hinderlich.

        Ich hab mich noch nie richtig geprügelt. Ich wurde jahrelang übelst gemobbt, bevor es den Begriff überhaupt gab und ich weiß, wie es ist. Einziger ernster Übergriff (da hatte ich leider noch keine Wing Chun Erfahrung) war in einer Großstadt, als man mich bedroht hat und ich mit einer Lüge davon gekommen bin (kein Geld).

        Dankeschön. 😀

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    • Überrascht war ich mehr über die durchaus vorhandenen Ähnlichkeiten zu anderen Stilen. die klebenden Hände gibt es auch in anderswo. Wing Chun hat vor allem Yuki Spaß gemacht.

      Mir hat es geholfen neue Ideen zu bekommen. Wie du weißt schaue ich gern über den Tellerrand. Leider hat das System eklatante Schwächen, wenn damit ein Kampf zu einem Gegner getragen werden soll. Die meisten Wing Chun Sifu haben einen zweiten, oder dritten Kampfkunst, – sport Hintergrund. Erst das macht sie gut. Ein mäßig trainierter Wing Chun Schüler, wird jeden Straßenkampf verlieren. Das ist nicht böse gemeint, aber den Leuten fehlt meist die (Wettkampf)Praxis.

      Dem Wing Chun fehlt die nun von Kernspecht erst geschaffene Philosophie. Er hat mehr dazu erfunden, als jemals vorhanden war.
      Als reine Selbstverteidigung und Fitnessprogramm kann Wing Chun durchaus brauchbar sein.

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      • Das verstehe ich. Dennoch weißt du ja auch, dass nicht jeder Sensei, der Karate unterrichtet, gut ist. Bei Wing Chun ist es genauso. Es gibt meiner Meinung nur ein paar gute Schüler von Ip Man. Entweder man lernt bei Ip Chun, Ip Ching, den Söhnen von Lok Yiu oder dem Schüler von Wong Shun Leung. Ansonsten lernt man in Deutschland meiner Meinung nach authentisches Wing Chun gar nicht kennen. Und nach dem Aufenthalt bei Ip Chun weiß ich wirklich wovon ich da rede. Ich habe 15 kostbare Jahre verschenkt. Das ärgert mich immer noch. 😥

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      • Gibt es wirklich authentisches Wing Chun? Jeder der diesen Stil lehrt, wird immer seine Version unterrichten. Und das ist dann auch authentisch. Die EWTO lehrt durchaus authentisches Wing Chun. Aber bis zum 1. Technikergrad verschwendet der Schüler locker 10 + Jahre und eine Unsumme an Geld, die den jeweiligen Sifu und Kernspecht noch reicher macht. Und dann kann er immer noch nicht viel.

        „Mein Sifu“ hat die EWTO verlassen, um endlich frei von einem Knebelverband zu sein, von Lügen und falschen Versprechungen. Wie ich, hat er aber den Blick über den Tellerrand gewagt und sich schon vor Jahren bei anderen Stilen umgeschaut. Vor einer Weile hatte er einen jungen Thai Boxer nach Deutschland geholt, den er dort im Urlaub traf. Den Bericht wirst du noch finden.

        15 Jahre im Karate hätten sich bei Talent und Ehrgeiz für dich in locker einem 2. Dan ausgezahlt und vermutlich viel tieferen Kenntnissen. Wushu / Kung Fu hat keine Geheimnisse zu bieten, es gibt keine unschlagbaren Techniken. Aber in jeder Kampfkunst, jedem Sport außergewöhnliche Menschen, die man dann „Meister“ nennt.

        Die in Hong Kong gelehrte Version des Wing Chun mag sich von der in Europa unterscheiden. Einige Clubs nahmen und nehmen dort sogar an Wettkämpfen teil und machen dann im Endeffekt doch nur Kickboxen (Sanda). Da muss man dann einfach ehrlich sein.

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      • Talent habe ich nicht, aber sehr viel Ehrgeiz, wenn es um Dinge geht, die mich begeistern. Ich drücke mich mal etwas besser aus. Ich wollte gerne den Stil von Ip Man lernen. Von der EWTO halte ich auch echt nichts. Mein neuer Sifu presst mich jetzt auf jeden Fall nicht aus, wie eine Zitrone. 😉

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      • Ich weiß, dass klingt etwas verbissen. 😏 Und ich bin da leider nicht so ein offener und unkonventioneller Stilbrecher, wie du. Ich wollte immer nur traditionelles Kung Fu lernen. Aber offen für Sparringpartner, die auch ganz andere Kampfsportarten betreiben, bin ich ja immer. 😄

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      • Die meisten Wing Chunler gehen von völlig falschen Voraussetzungen aus, wenn es zu einem Straßenkampf, oder nur zu einem Wettkampf kommt. Plötzlich ist da ein Gegner, der so völlig anders reagiert, die Faust nicht vorn lässt sondern vielleicht noch tänzelt und blitzschnelle Kombinationen schlägt. Und dann gibt es gewaltig auf die Nase. Aber ich möchte das nicht weiter vertiefen, du weißt selbst wovon ich spreche.

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